Urteil im Doping-Skandal um Eufemiano Fuentes

CAS stürzt das Denkmal Jan Ullrich

SID
Donnerstag, 09.02.2012 | 17:54 Uhr
Jan Ullrich - Toursieger von 1997 als Dopingsünder überführt
© Getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
AEGON Classic Women Single
FrLive
WTA Birmingham: Viertelfinals
Mallorca Open Women Single
FrLive
WTA Mallorca: Viertelfinals
National Rugby League
Sa11:30
Roosters -
Storm
AEGON Classic Women Single
Sa12:30
WTA Birmingham: Halbfinals
Mallorca Open Women Single
Sa15:00
WTA Mallorca: Halbfinals
Rugby Union Internationals
Sa21:15
Argentinien -
Georgien
AEGON International Women Single
So12:00
WTA Eastbourne: Tag 1
AEGON Classic Women Single
So14:30
WTA Birmingham: Finale
Mallorca Open Women Single
So17:00
WTA Mallorca: Finale
AEGON International Women Single
Mo12:00
WTA Eastbourne: Tag 2
AEGON International Women Single
Di12:00
WTA Eastbourne: Tag 3
Boodles Challenge
Di13:30
The Boodles -
Tag 1
AEGON International Women Single
Mi12:00
WTA Eastbourne: Tag 4
Boodles Challenge
Mi13:30
The Boodles -
Tag 2
National Rugby League
Do11:50
Eels -
Bulldogs
AEGON International Women Single
Do12:00
WTA Eastbourne: Viertelfinals
Boodles Challenge
Do13:30
The Boodles -
Viertelfinals
National Rugby League
Fr11:50
Broncos -
Storm
AEGON International Women Single
Fr12:00
WTA Eastbourne: Halbfinals
Boodles Challenge
Fr13:30
The Boodles -
Halbfinals
AEGON International Women Single
Sa13:15
WTA Eastbourne: Finale
FIBA U19 World Cup
Sa15:15
Argentinien -
Frankreich
FIBA U19 World Cup
Sa17:30
Iran -
USA
FIBA U19 World Cup
Sa17:45
Deutschland -
Litauen
National Rugby League
So08:00
Rabbitohs -
Panthers
FIBA U19 World Cup
So15:30
Frankreich -
Neuseeland
FIBA U19 World Cup
So16:00
Spanien -
Kanada
FIBA U19 World Cup
So17:45
Puerto Rico -
Deutschland
FIBA U19 World Cup
Di13:45
Spanien -
Mali
FIBA U19 World Cup
Di16:00
Italien -
USA
Shanghai Darts Masters
Do13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 1

Das Urteil ist gefällt: Schier endlose 2088 Tage nach der Operacion Puerto ist Jan Ullrich als Dopingsünder verurteilt worden. Der Internationale Sportgerichtshof sprach gegen den Toursieger von 1997 wegen dessen Verwicklung in den Skandal um Dopingarzt Eufemiano Fuentes eine zweijährige Sperre aus.

Der 38-jährige Ullrich, der bereits im Februar 2007 seine Karriere beendet hatte, wird demnach rückwirkend vom 22. August 2011 an gesperrt. Außerdem wurden ihm alle Resultate ab dem 1. Mai 2005 gestrichen. So wird ihm der dritte Platz bei der Tour 2005, der zweite Rang bei der Deutschland-Tour im gleichen Jahr und der Gesamtsieg bei der Tour de Suisse 2006 aberkannt.

"Das CAS-Urteil ist deutlich. Es ist bedauerlich, dass Jan Ullrich nicht vorher die Chance ergriffen hat, um von sich aus Klarheit zu schaffen. Wir hoffen auch in seinem eigenen Interesse, dass er zumindest jetzt einsichtig ist und sich entsprechend erklärt. Dieses Urteil hat gerade im Zusammenhang mit der Contador-Entscheidung abschreckende Signalwirkung", sagte Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

CAS verurteilt zwei Toursieger in vier Tagen

Damit hat der CAS innerhalb von vier Tagen das Denkmal eines weiteren Toursiegers sportjuristisch zum Einsturz gebracht. Erst am Montag war der Spanier Alberto Contador wegen seines positiven Dopingtests auf Clenbuterol bei der Tour 2010 für zwei Jahre gesperrt. Ihm wurden außerdem der Toursieg 2010 und der Giro-Erfolg 2011 aberkannt.

Ullrich will sich zeitnah zu der CAS-Entscheidung äußern. Bereits am Mittwoch hatte der frühere deutsche Radstar gesagt, dass das Urteil so oder so ein "Glückstag" für ihn sei. Dann könne er endlich mit der Vergangenheit abschließen. In den sechs Jahren habe er viel leiden müssen, bis hin zum Burnout.

Blutbeutel und Geldzahlungen an Fuentes

Der CAS sah in seinem Urteil die Verwicklung von Ullrich in den Skandal um Dopingarzt Eufemiano Fuentes als erwiesen an. 2006 waren beim spanischen Arzt unter anderem Blutbeutel sichergestellt worden, die per DNA-Abgleich Ullrich zugeordnet wurden. Das Bundeskriminalamt hatte außerdem wegen Geldzahlungen in Höhe von 80.000 Euro ermittelt. Im zivilrechtlichen Verfahren hatte Ullrich mit der Staatsanwaltschaft Bonn gegen Zahlung von 250.000 Euro eine Einstellung der Ermittlungen erwirkt.

Sportjuristisch war es nie zu einem Urteil gekommen, nachdem die Disziplinarkammer des Olympischen Komitees der Schweiz die Angelegenheit wegen fehlender Zuständigkeit im Februar 2010 zu den Akten gelegt hatte. Der Radsport-Weltverband UCI und Antidoping Schweiz schalteten daraufhin den CAS ein.

Beim Einspruch von Antidoping Schweiz erklärte sich der CAS für nicht zuständig, wohl aber bei dem der UCI. Insgesamt war das Urteil durch den Sportgerichtshof dreimal aufgeschoben worden.

BDR: Sperre gilt auch für Jedermann-Rennen

Damit ist Ullrich bereits zum zweiten Mal wegen eines Dopingvergehens verurteilt worden. 2002 war er während der Reha-Phase nach einer Knieoperation positiv auf Amphetamine getestet. Ullrich hatte den positiven Test mit der Einnahme einer Pille in einer Diskothek erklärt. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) sperrt ihn wegen Medikamentenmissbrauchs für sechs Monate.

Allzu groß dürfte Ullrich das Urteil nicht groß stören. Seine Karriere hat er längst beendet. Ein Zurück in die Branche, egal in welcher Position, soll es nicht mehr geben. Das hatte Ullrich klargestellt. Vielmehr will der Olympiasieger von 2000 seinem Hobby in Jedermann-Veranstaltungen nachkommen, was für Ullrich auch ein Weg aus der Isolation ist.

Doch auch da droht ihm Ungemach. Laut BDR Anti-Doping-Code gilt die Sperre auch für Jedermann-Veranstaltungen. Im Ullrich-Lager sieht man die Entwicklung dagegen gelassen. Sein Berater Falk Nier erklärte auf dapd-Anfrage: "Da gibt es keine konkreten Regeln. Das liegt meistens im Ermessen des Veranstalters. Bei dieser Regelung geht es in erster Linie um die offizielle Zeitmessung und das ist gar nicht das Ziel von Jan."

Ullrich: "Ich habe nie betrogen"

Nachdem sein Name im Zuge des Fuentes-Skandal 2006 gefallen war, hatte seine so ruhmreiche Karriere - neben dem Toursieg stand er sechs weitere Male in Paris auf dem Podium - von heute auf morgen ein jähes Ende gefunden. Unmittelbar vor dem Startschuss der Tour 2006 hatte das Team Telekom Ullrich aus dem Aufgebot gestrichen und suspendiert.

"Ich habe nie betrogen", wiederholte Ullrich stets, was wohl eher darauf abzielte, dass die gesamte Weltelite gedopt sei. Fortan hatte sich Ullrich in seine Schweizer Wahlheimat zurückgezogen. Kaum noch Sport, sein Pensum im Leistungssport von "35.000 Kilometer" jährlich schrumpfte auf "1000", dann das Erschöpfungssyndrom, das sicherlich auch in den juristischen Konfrontationen seine Ursache hatte.

"Mir ging es gesundheitlich schlecht", sagte er am Mittwoch. Nun hat er das dunkle Kapitel seiner Vergangenheit hinter sich gelassen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung