Montag, 06.02.2012

Andy Schleck nachträglich Toursieger

CAS sperrt Contador für zwei Jahre

Der spanische Radprofi Alberto Contador ist nach Angaben des spanischen Radsportverbandes (RFEC) vom Internationalen Sportgerichtshof CAS zu einer Doping-Sperre von zwei Jahren verurteilt worden.

Alberto Contador hatte in den Jahren 2007, 2009 und 2010 die Tour de France gewonnen
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Alberto Contador hatte in den Jahren 2007, 2009 und 2010 die Tour de France gewonnen

Nach einem wahren Marathon-Prozess hat der Internationale Sportgerichtshof CAS die 4000 Seiten umfassende Akte Contador geschlossen und den Spanier mit voller Härte bestraft.

Contador wird wegen seines positiven Dopingtests auf Clenbuterol rückwirkend von 2010 an bis zum 6. August 2012 gesperrt. Damit werden dem 29-Jährigen nachträglich alle Resultate seit dem positiven Befund gestrichen.

So wird dessen dritter Toursieg im Jahr 2010 dem Luxemburger Andy Schleck zugesprochen. Contadors Giro-Sieg 2011 geht an den Italiener Michele Scarponi über.

Contador droht hohe Geldstrafe

Und auch bei der diesjährigen Tour wird Contador nicht am Start stehen, genauso wie bei den olympischen Sommerspielen in London. Erst bei der Spanien-Rundfahrt im August könnte der kleine Madrilene wieder in den Sattel steigen.

Und es könnte noch härter kommen für Contador, der CAS will zu einem späteren Zeitpunkt noch über eine Geldstrafe in Höhe von 2,485 Millionen Euro entscheiden. Der Spanier nahm die CAS-Entscheidung in seinem Heimatort Pinto nahe Madrid zur Kenntnis, nachdem er am Sonntag noch auf Mallorca bei der Trofeo Palma gestartet war.

Bis zuletzt hatte der Pistolero ("Ich bin ein Vorbild an Sauberkeit") an einen Freispruch geglaubt und immer wieder seine Unschuld beteuert. Er könnte noch das Schweizer Bundesgericht anrufen, doch die Chancen sind dort aus Erfahrung eher gering.

Abenteuerliche Geschichte von Contador

Die abenteuerlich anmutende Geschichte vom verunreinigtem Stück Fleisch aus Spanien ging dem CAS dann wohl doch zu weit. Er habe am Abend vor dem zweiten Tour-Ruhetag am 21. Juli 2010 in Pau ein aus Spanien stammendes Filetsteak in der Bordküche des Astana-Teambusses gegessen.

Dieses sei mit dem auch in der Kälbermast eingesetzten Präparat Clenbuterol verunreinigt gewesen. Wie der CAS in seinem Urteilsspruch begründete, habe es dafür aber keine Anhaltspunkte.

Im Gegensatz zu anderen Ländern habe Spanien diesbezüglich kein nachgewiesenes Problem. Wohl wahr, in 14.179 EU-Kontrollen gab es 2010 nicht einen einzigen positiven Clenbuterol-Fall in Spanien.

CAS revidiert RFEC-Urteil

"Es wurde das Reglement angewendet. Es war eine klare Entscheidung, basierend auf einem positiven Test. Es gab keinen Grund, den Athleten freizusprechen", sagte CAS-Generalsekretär Matthieu Reeb.

Das hatte das Wettkampfkomitee des spanischen Verbandes RFEC im Februar 2011 noch anders gesehen und den kleinen Volkshelden freigesprochen. Gegen dieses Urteil legten die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der Radsport-Weltverband UCI Einspruch vor dem CAS ein - mit Erfolg.

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"Ich bin die Nummer eins!" Tony Martin ist am Gipfel angekommen. Bei der WM 2011 in Kopenhagen holte er sich den Sieg im Zeitfahren. Ein langer, harter Weg liegt hinter ihm
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Tony Martins Profi-Karriere begann 2008 beim Team Columbia. Sein Abitur machte der gebürtige Cottbuser 2004 auf der Sportschule in Erfurt
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Teamchef Bob Stapleton (M.) hält viel vom ausgebildeten Polizeimeister. Bei der Tour 2009 unterstützte Martin Kapitän Michael Rogers (l.)
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Bei seiner Tour-Premiere sorgte Martin für Aufsehen. Auf der 3. Etappe übernahm er die Führung in der Nachwuchswertung
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Zwölf Tage lang fuhr er im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers durch Frankreich - zumeist im Kreis seiner Teamkollegen
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Und für das Team Columbia gab es noch mehr zu feiern: Der Brite Mark Cavendish (r.) gewann sechs Etappen und führte zwischenzeitlich die Sprintwertung an
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Erst kurz vor Paris musste Martin das Weiße Trikot wieder abgegen. Nach der 15. Etappe war Andy Schleck in der Gesamtwertung besser. Der Luxemburger wurde am Ende Zweiter
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Der persönliche Höhepunkt für Martin sollte aber noch folgen. Am vorletzten Tag kam er auf dem Mont Ventoux als Zweiter an - deutlich vor Lance Armstrong und Alberto Contador
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Die größte Stärke von Martin ist der Kampf gegen die Uhr. Bei der WM 2009 im schweizerischen Mendrisio gewann er im Zeitfahren die Bronzemedaille
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Während der Tour 2010 blieb immer mal wieder Zeit für einen Plausch mit Landsmännern wie dem Milram-Kapitän Linus Gerdemann (r.)
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Mark Cavendish (r.) weiß, bei wem er sich nach seinen Tour-Etappensiegen zu bedanken hat. Denn Martin gehört auch zu den Anfahrern für den Briten mit den schnellen Beinen
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Auch bei der Tour de France 2011 ein starkes Team: Mark Cavendish (l.) sicherte sich durch die Hilfe von Tony Martin das Grüne Trikot
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Der Deutsche war bei der Tour 2011 ebenfalls erfolgreich. Er gewann das Einzelzeitfahren. Später konnte er diesen Erfolg bei der Vuelta 2011 wiederholen
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"Das ist ein trauriger Tag für unseren Sport. Einige mögen denken, dass es ein Sieg ist, aber das ist nicht der Fall. Beim Thema Doping gibt es keine Gewinner. Jeder Fall ist immer ein Fall zuviel", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid. Trotzdem begrüßte die UCI das Ende einer lang andauernden Affäre, die schmerzhaft für den Radsport gewesen sei. Die Position der UCI sei bestätigt worden.

Eigenbluttransfusion-Theorie ebenfalls abgewiesen

UCI und WADA hatten für die positive Probe auch eine mögliche Eigenbluttransfusion als Erklärung in Betracht gezogen. Dies wiesen die drei CAS Richter Ephraim Barak (Israel), Quentin Byrne (Schweiz) und Ulrich Haas (Deutschland) aber genauso wie eine mögliche Lebensmittelverunreinigung ab.

Diesbezüglich hatte es bereits während des CAS-Prozesses im November großen Ärger gegeben. So war Anti-Doping-Experte Michael Ashenden, einer der Hauptzeugen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), von den CAS-Richtern abgewiesen worden.

Contador doch noch erwischt

Ashenden sollte die These von einer möglichen Bluttransfusion des Spaniers stützen, durfte aber nicht. Daraufhin hatte es Spekulationen über eine mögliche Befangenheit Baraks gegeben.

So hat es Contador doch noch erwischt, nachdem er 2006 aus der Operacion Puerto noch galant herausgekommen war. Damals waren seine Initialien wie von Geisterhand aus der Kundenliste des Dopingarztes Eufemiano Fuentes verschwunden.

Kein Freude bei Schleck

Beim Luxemburger Andy Schleck hat sich die Freude über den nachträglich am "grünen Tisch" erhaltenen Toursieg 2010 in Grenzen gehalten.

"Es gibt keinen Grund, glücklich zu sein", kommentierte Schleck die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS vom Montag, Radprofi Alberto Contador wegen Dopings für zwei Jahre zu sperren und dem Spanier nachträglich dessen Sieg bei der Tour de France 2010 abzuerkennen.

"Zu allererst trauere ich mit Alberto", fügte der Luxemburger hinzu. "Ich habe immer an seine Unschuld geglaubt. Heute ist ein sehr trauriger Tag für den Radsport. Das einzig Positive ist, dass nach Tagen der Unsicherheit nun ein Urteil gesprochen wurde."

Dass er nun zum Toursieger 2010 erklärt worden sei, mache ihn nicht glücklich, sagte Schleck. "Mein Ziel ist es, die Tour de France auf sportlichem Wege zu gewinnen, indem ich der beste aller Fahrer bin, und nicht vor Gericht."

Die Reaktion zum Fall Alberto Contador


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Alberto Contador ist nach Angaben des spanischen Radsportverbandes (RFEC) vom Internationalen Sportgerichtshof CAS zu einer Doping-Sperre von zwei Jahren verurteilt worden.

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