Giro d'Italia wird dennoch fortgesetzt

Wouter Weylandt tödlich verunglückt

SID
Montag, 09.05.2011 | 21:16 Uhr
Der Belgier Wouter Weylandt ist auf der dritten Giro-Etappe tödlich verunglückt
© Getty
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Der Belgier Wouter Weylandt ist auf der dritten Etappe des Giro d'Italia tödlich verunglückt. Der 26-Jährige kam in einer Abfahrt zu Fall und erlag seinen beim Sturz erlittenen Verletzungen. Der Giro wird dennoch fortgesetzt.

Die Radsport-Welt steht unter Schock: Der belgische Profi Wouter Weylandt hat einen fürchterlichen Sturz auf der dritten Etappe des 94. Giro d'Italia mit dem Leben bezahlt. Der 26 Jahre alte Kollege von Fabian Wegmann und Dominic Klemme beim Team Leopard verlor auf der Abfahrt vom Bocco-Pass 25 Kilometer vor dem Ziel in Rapallo bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Rad und prallte mit dem Kopf auf den Asphalt.

Noch auf der Straße kämpften die Rennärzte mit Herzmassagen um Weylandts Leben. Letztlich vergeblich: Weylandt erlag an der Unfallstelle einem Schädelbasisbruch und schweren Gesichtsverletzungen. Um 18.01 Uhr bestätigte sein Team den Tod: "Wir haben einen Freund verloren. Das gesamte Team steht unter Schock." Francesco Brancaccio, stellvertretender Staatsanwalt von Chiavari, ordnete nach Freigabe des Leichnams eine Autopsie im Krankenhaus von Lavagna und eine genaue Untersuchung des Unfallhergangs an.

Weylandt ist das vierte Todesopfer in der 102-jährigen Geschichte des Giro nach den Italienern Orfeo Ponsin (1952) und Emilio Ravasio (1986) sowie dem Spanier Juan Manuel Santisteban (1976). Weylandts Freundin Sophie ist schwanger, sie erwartet im Herbst das gemeinsame Kind.

"Das ist ein äußerst trauriger Tag für den Radsport, eine schlimme Nachricht für den Giro. Ich habe am Bildschirm gesehen, was passiert ist", sagte Renndirektor Angelo Zomegnan. Die Ehrungen für den spanischen Etappensieger Angel Vicioso wurden sofort abgesagt. Trotz des Unfalls wird die Italien-Rundfahrt am Dienstag fortgesetzt. "Wir überlassen allen Fahrern die Entscheidung, ob sie weitermachen oder nicht", sagte Zomegnan. Pat McQuaid, Präsident des Radsport-Weltverbands UCI, äußerte in einer Pressemitteilung, "dass alle Fahrer ihre Trauer überwinden müssen, um das Rennen fortzusetzen."

Im Fahrerlager herrschte derweil tiefe Betroffenheit: "Auch wenn wir für verschiedene Teams fahren, sind wir alle am gleichen Ort. Dies ist ein extrem schwieriger Tag für die Welt des Radsports", sagte der spanische Giro-Favorit Alberto Contador. Der Schotte David Millar, der mit Platz zwei auf der dritten Etappe das Rosa Trikot des Gesamtführenden eroberte, erklärte: "Der Erfolg bedeutet mir nichts mehr. Unter dem Strich ist unser Sport einer, der an jedem einzelnen Tag seine Risiken hat." Englands Sprint-Ass Mark Cavendish, der am Montag Rosa verlor, twitterte: "Solche Dinge sollten nicht geschehen. Mir ist total übel." Der siebenmalige Tour-Sieger Lance Armstrong war in seiner Heimat Austin "geschockt und betroffen", wie er bei Twitter schrieb.

Nach Informationen des TV-Senders "Eurosport" soll sich das linke Pedal des Rades von Weylandt an einer Steinmauer verhakt haben, wodurch der Belgier rund 20 Meter durch die Luft geschleudert wurde. "Wir waren schnell bei ihm und haben rund 40 Minuten um ihn gekämpft - aber es war nichts zu machen", sagte Einsatzleiter Giovanni Tredici bei Eurosport.

An der Unfallstelle spielten sich dramatische Szenen ab. Nach seinem Sturz hatte Weylandt sofort das Bewusstsein verloren, sein Gesicht war blutüberströmt. Die medizinischen Kräfte der Italien-Rundfahrt waren zwar binnen weniger Minuten beim schwer verletzten Belgier. Doch nach Angaben italienischer Medien herrschte an der Unglücksstelle kein Mobilfunk-Empfang. Per TV-Appell wurde ein Notfall-Hubschrauber angefordert, doch dieser fand im bergigen Gelände lange keinen geeigneten Landeplatz.

Dabei hatte Weylandt ursprünglich keinen Start bei der Italien-Rundfahrt geplant: "Der Giro war nicht in meinem Programm, sondern als einzige große Rundfahrt die Vuelta in Spanien. Aber das Team wollte mit Daniele Bennati auf Sprintsiege gehen, ich sollte Lokomotive sein. Nach Bennatis Verletzung werde ich jetzt wohl in Ausreißergruppen mitgehen", hatte Weylandt noch am Samstag in einem Interview mit dem belgischen Internet-Portal "huma.be" gesagt. Bennati hatte sich Ende April bei der Tour de Romandie das Schlüsselbein und vier Rippen gebrochen und musste deswegen beim Giro passen.

Weylandt hatte 2004 beim Team Quickstep bei den Profis debütiert und war nach der vergangenen Saison zum Team Leopard um Olympiasieger Fabian Cancellara (Schweiz) und die Luxemburger Schleck-Brüder gewechselt. Vor Jahresfrist hatte Weylandt seinen größten Sieg gefeiert: Ausgerechnet auf der dritten Etappe des Giro.

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