Radsport: Nach positiver Dopingprobe bei Tour de France

Contador droht der Sturz vom Radsport-Thron

SID
Montag, 08.11.2010 | 21:32 Uhr
Dem dreifachen Toursieger Alberto Contador wurde das Dopingmittel Clenbuterol nachgewiesen
© Getty
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Toursieger Alberto Contador droht der Sturz vom Radsport-Thron. Der Weltverband UCI schenkt der Verteidigungsstrategie des Spaniers im Zuge der positiven Dopingprobe während der Tour de France offenbar keinen Glauben und fordert die Einleitung eines Disziplinarverfahrens. Damit drohen Contador eine zweijährige Sperre und die Aberkennung des Toursieges.

UpdateDer 27-Jährige war am zweiten Ruhetag der Tour (21. Juli) positiv auf Clenbuterol getestet worden. Der Spanier hatte die positive Probe, die nur geringe Spuren der verbotenen Substanz aufgewiesen hatte, mit verunreinigtem Fleisch zu erklären versucht.

Die UCI, die zunächst noch Partei für den Kletterkönig ergriffen hatte, sprach daraufhin eine vorläufige Sperre gegen Contador aus und reichte den Fall in Absprache mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zur genaueren Untersuchung an die wissenschaftliche Abteilung weiter.

Und die Experten haben die Version Contadors offenbar widerlegt. "Am Ende einer langen und sorgfältigen Untersuchung, die von hochqualifizierten WADA-Experten durchgeführt wurde, und unter Berücksichtigung aller Informationen, ist die UCI zu dem Schluss gekommen, dass ein Disziplinarverfahren gegen Contador eröffnet werden sollte", hieß es in einer UCI-Pressemitteilung: "Die UCI hat heute den spanischen Radsport-Verband dazu aufgefordert, der in diesem Fall die Zuständigkeit hat. Es liegt nun in der Verantwortung des Verbandes zu entscheiden, ob Alberto Contador gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen hat."

Spanischer Verband entscheidet über Strafmaß

Ausgerechnet der spanische Verband, der die Dopingproblematik bislang nur halbherzig bis gar nicht verfolgt und sich - wie im Fall Alejandro Valverde geschehen - häufig auf die Seite ihrer Fahrer geschlagen hatte, soll nun über ein Verfahren und ein mögliches Strafmaß entscheiden. Sollte die RFEC den Fall zu den Akten legen, könnten die UCI oder die WADA allerdings vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch einlegen.

Denn etliche Experten hatten als Erklärung für den positiven Test eine möglicherweise kurz vorher durchgeführte Eigenbluttransfusion ins Spiel gebracht. So soll in einer von Contadors Proben ein zehnfach erhöhter Wert von Blutweichmachern festgestellt worden sein, was oftmals als Indiz für eine Bluttransfusion aus einem Plastikbeutel sprechen soll.

So war auch die WADA dem Spanier, der jüngst schon mit einem Rücktritt kokettiert hatte, mit Skepsis entgegen getreten. "Diese Version haben wir schon in vielen Fällen gehört, das ist nichts Neues", sagte der WADA-Generaldirektor David Howman: "Die Frage ist: Kann Contador diese Behauptung beweisen? Ich fürchte, das wird ziemlich schwierig."

Andy Schleck möglicher neuer Tour-Sieger

Mit der Pressemitteilung hat die UCI jedenfalls eine Kehrtwende in ihrer bislang viel kritisierten Vorgehensweise vollzogen. Obwohl die B-Probe Contadors bereits am 26. August ausgewertet war, kam der Fall erst gut einen Monat später ans Tageslicht.

Währenddessen hatte der Weltverband laut Contadors Darstellung sogar selbst eine mögliche Nahrungsmittelverunreinigung ins Spiel gebracht. In der Folgezeit war sogar von einer geheimen Absprache und einer Einigung auf eine dreimonatige Sperre die Rede.

Sollte Contador nun tatsächlich gesperrt werden, würde der Luxemburger Andy Schleck wohl den Toursieg zugesprochen bekommen. Es wäre das zweite Mal nach Floyd Landis im Jahr 2006, dass einem Toursieger nachträglich der Titel aberkannt wird.

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