Donnerstag, 12.08.2010

Radsport

Klöden rechnet mit dem BDR ab

Andreas Klöden hat zwei Jahre nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft laute Kritik am Bund Deutscher Radfahrer geäußert. Namentlich nannte er unter anderem Vizepräsident Udo Sprenger.

Andreas Klöden fährt für das Team RadioShack
© Getty
Andreas Klöden fährt für das Team RadioShack

Zwei Jahre nach seinem bockigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft hat Andreas Klöden mit dem Bund Deutscher Radfahrer abgerechnet. "Der Verband ist ein Amateur. Keiner hat Ahnung von professionellem Radsport. Erst wenn die Herren in den Ruhestand gehen, wird es besser", schrieb Klöden bei Twitter.

Namentlich nannte der 35-Jährige BDR-Präsident Rudolf Scharping, Sportdirektor Burckhard Bremer und Vizepräsident Udo Sprenger.

Bei denen führen Klödens Worte, die er in mäßigem Englisch über den Kurznachrichtendienst verbreitete, allerdings nur zu Kopfschütteln. "Herr Klöden hat seine Probleme mit der BDR-Führung schon länger. Er äußert sich mal mehr und mal weniger qualifiziert", sagte Sprenger dem "sid".

Weltrangliste Auslöser für Rundumschlag?

Klöden, dessen Karriere in den vergangenen Jahren von Dopinganschuldigungen begleitet wurde, ist nicht wütend auf Deutschland oder auf die Fans, "sondern auf den deutschen Verband mit seinen inkompetenten Leuten".

Der momentan beste deutsche Rundfahrer hatte vor den Olympischen Spielen in Peking aus Frust über seine Nichtnominierung erklärt, nie wieder für Deutschland zu starten.

Auslöser für den Rundumschlag des Sachsen war offenbar, dass Deutschland in der Weltrangliste auf Platz zwölf zurückgefallen ist. Dadurch darf der BDR nur sechs statt neun Fahrer in das Straßenrennen der WM Ende September in Australien schicken.

Maßgeblich ist die Rangliste vom kommenden Montag, somit können die deutschen Fahrer bei den Cyclassics am Sonntag in Hamburg noch die nötigen Punkte sammeln, um einen Platz unter den besten Zehn zu erreichen.

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Klöden bringt Marcel Wüst ins Spiel

Für Klöden ist Hopfen und Malz dennoch verloren. Der Verband habe keine Nominierungskriterien und gebe keine professionelle Unterstützung. Die Fahrer sind ebenfalls für die Misere verantwortlich: "Es wäre besser, wenn ihr wenigstens ein paar Punkte hättet, statt darüber zu streiten, wer bei der WM fährt und wer nicht."

Bereits bei seinem Rücktritt hatte Klöden angeregt, WM- und Olympiateilnehmer nicht durch Funktionäre, sondern durch ehemalige Profis auswählen zu lassen. Nun brachte er auch einen konkreten Namen ins Spiel: "Marcel Wüst war einer mit Intelligenz und Kompetenz!"

Mit der heutigen deutschen Fahrer-Generation scheint Klöden dagegen wenig anfangen zu können: "Es ist doch lustig, dass die am lautesten nach einer Nominierung für die WM oder Olmypia schreien, die fast keine Punkte geholt haben. Das macht mich nachdenklich."

Nicht das erste Mal Aufruhr über Twitter

Klöden macht den BDR auch dafür verantwortlich, dass in Heinrich Haussler der beste deutsche Klassikerfahrer künftig für sein Geburtsland Australien startet: "Er hat es richtig gemacht. Er arbeitet jetzt mit Profis zusammen und nicht mit Amateuren."

Es ist nicht das erste Mal, dass Klöden durch seine Twitter-Nachrichten für Aufregung sorgt. Während der Tour de France hatte er einen Schnappschuss von zwei stählernen Hochbetten in seinem Hotelzimmer gemacht und suggeriert, dass er die Nacht auf der unbequemen Pritsche verbracht hatte.

Der gescholtene Hoteldirektor kochte vor Wut und sagte, dass Klöden sehr wohl in einem ordentlichen Bett geschlafen habe. Das Foto zeige nur ein Zusatzbett in dessen Zimmer.

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