Freitag, 28.05.2010

Radsport

Greipel steigt nach Etappensieg beim Giro aus

Einen Tag nach seinem Etappensieg ist Radprofi Andre Greipel beim Giro d'Italia ausgestiegen. "Er hat den Fokus auf den Etappensieg gerichtet", sagte Columbia-Sportchef Rolf Aldag.

Nach seinem Etappensieg verlässt Andre Greipel den Giro-Tross
© sid
Nach seinem Etappensieg verlässt Andre Greipel den Giro-Tross

Dem Tagessieg folgte der Ausstieg: Der deutsche Topsprinter Andre Greipel vom US-Team HTC-Columbia ist bei der 19. Etappe des Giro d'Italia am Freitag nicht mehr an den Start gegangen.

"Er hatte am Donnerstag den Fokus auf den Etappensieg gerichtet. Jetzt geht es nur noch auf und ab, somit ist für ihn nichts mehr zu verdienen", sagte Columbia-Sportdirektor Rolf Aldag.

Am Donnerstag hatte sich Greipel nachhaltig für die Teilnahme an der Tour de France (3. bis 25. Juli) empfohlen und auf der letzten Giro-Flachetappe in eindrucksvoller Weise der Konkurrenz keine Chance gelassen.

Der 27 Jahre alte Rostocker feierte auf dem 18. Teilstück über 140 km von Levico Terme nach Brescia vor dem Neuseeländer Julian Dean und dem Italiener Tiziano Dall'Antonia seinen zwölften Saisonsieg.

"Arbeit hat sich ausgezahlt"

"Durch den Sieg hat sich die ganze Arbeit bezahlt gemacht. Es hat lange gedauert. Am Anfang der Rundfahrt war ich krank, aber ich habe durchgehalten.

Der Giro ist für mich so zu Ende gegangen, wie ich es mir gewünscht habe", sagte Greipel, der zugleich für den 21. deutschen Tageserfolg bei der Italien-Rundfahrt sorgte.

Vor allem in der ersten Woche hatte Greipel, der sich mit seinem britischen Teamkollegen Mark Cavendish einen erbitterten Zweikampf um das Tour-Ticket liefert, mehrere Chancen auf seinen zweiten Giro-Etappensieg nach 2008 liegen gelassen.

"Das war wieder der alte Andre Greipel, der mit seiner ganzen Power und Kraft so einen Sprint durchziehen kann. Das war fantastisch, eine perfekte Teamleistung", sagte Jan Schaffrath als Sportlicher Leiter des Columbia-Teams und ergänzte: "Wir haben zwei Etappen gewonnen. Damit können wir zufrieden sein, nachdem es am Anfang auch krankheitsbedingt nicht so gelaufen ist."

Eigenwerbung durch Etappensieg

Greipel konnte durch seinen Tagessieg zwar noch ein wenig Eigenwerbung betreiben, sowohl Schaffrath als auch Aldag hielten sich im Hinblick auf ein mögliches Tour-Ticket jedoch bedeckt. "Die Tür ist für alle noch offen. Wir werden noch einige Wochen abwarten, bis die Entscheidung fällt", sagte Schaffrath.

Das bestätigte auch Aldag: "Wir halten das wie im letzten Jahr, als wir erst spät nominiert haben. Wir werden uns Zeit lassen mit der Entscheidung, denn wir wollen die stärkste Mannschaft an den Start und so viele Fahrer wie möglich in Form bringen".

Valerio Piwa, der als Sportlicher Leiter Greipel beim Giro betreute, sieht einen Tourstart mit zwei Sprintern grundsätzlich problematisch: "Wenn Fahrer wie Cavendish und Greipel bei der Tour an den Start gehen, sollte man nicht erwarten, dass der eine für den anderen den Sprint eröffnet."

Columbia-Sprintexperte Erik Zabel hingegen "sähe es gern, wenn beide an den Start gehen. Das Vertrauen der beiden zueinander muss allerdings noch besser werden."

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