Radsport

Gerdemann weist Doping-Verdacht zurück

SID
Milram-Kapitän Linus Gerdemann konnte bei der Tour de France eine Etappe gewinnen
© Getty

Linus Gerdemann hat nach den jüngsten Doping-Verdächtigungen seine Unschuld beteuert. Der Kapitän des Milram-Teams betonte, er habe nichts zu verbergen.

Milram-Kapitän Linus Gerdemann hat nach den gegen ihn erhobenen Doping-Verdächtigungen seine Unschuld beteuert. "Von mir können alle Dopingproben der letzten Jahre geöffnet und unter neuen Methoden überprüft werden, es gibt nichts zu verbergen", sagte der 27-Jährige der Münsterländischen Volkszeitung und bekräftigte, dass er in seiner Karriere nie gedopt habe.

Am Sonntag hatte die "ARD" von auffälligen Blutwerten Gerdemanns und des 2007 zurückgetretenen Jan Ullrich in ihrer T-Mobile-Zeit berichtet, die aus einem von der Universität Hamburg erstellten und von der Freiburger Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenen Blutgutachten hervorgehen.

Dabei ist von Hämoglobinschwankungen zwischen 17,2g Prozent und 14,2g Prozent im Zeitraum von Januar bis Mai 2006 die Rede. Dies könnte ein Hinweis auf Doping sein, unter Experten gelten Schwankungen von bis zu 1g Prozent als normal.

Kein Schnellschuss von Gerdemann

"Bislang weiß ich gar nicht genau, was mir vorgeworfen wird, mir liegen mit Ausnahme der beiden veröffentlichten Werte keine weiteren Daten oder Fakten vor. Nochmals sage ich, dass ich nie über auffällige Werte informiert worden bin", sagte der Deutschland-Toursieger von 2008, der bislang noch keinen Rechtsbeistand eingeschaltet hat: "Es wird hierzu von mir keinen Schnellschuss geben."

Gerdemann, der am Wochenende eine für ihn enttäuschend verlaufene Saison beendet hatte, zeigte sich frustriert. "Es tut weh, wenn man so angegriffen wird. Das kostet Nerven, emotional lässt mich das nicht kalt. Ich bin ratlos", sagte der Tour-de-France-Etappensieger von 2007.

In der Tat dürfte es für den Anti-Doping-Vorkämpfer Gerdemann schwer werden, die Verdächtigungen zu entkräften. Bei den Blutwerten handelt es sich offenbar um von den damaligen Teamärzten erstellte Werte der T-Mobile-Profis. Diese lassen sich aber im Nachhinein vermutlich nicht mehr belegen, da das Blut wohl nicht mehr vorhanden ist.

Wohl kein juristisches Nachspiel für Gerdemann

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