Radsport

Fothen und Spitz kritisieren Blutwerte im Internet

SID
Kritische Worte von Markus Fothen zur Veröffentlichung der Blutwerte im Internet
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Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz und der deutsche Radprofi Markus Fothen haben die Veröffentlichung von Blutwerten im Internet durch einige Kollegen kritisiert.

Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz und Milram-Radprofi Markus Fothen haben die Veröffentlichung von Blutwerten im Internet kritisiert.

"Die Frage ist, wie reell diese Werte sind. Das müsste garantiert sein von unabhängiger Stelle, sonst ist das nur Show", sagte Spitz dem Internetdienst "T-Online". Fothen meinte: "In meinen Augen ist das einfach nur ein bisschen Show für die Öffentlichkeit."

Der siebenmalige Tour-Sieger Lance Armstrong sowie der geständige Dopingsünder Patrik Sinkewitz haben ihre Blutwerte auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

Sinkewitz kann die Kritik von Fothen nicht nachvollziehen. "Grundsätzlich interessiert mich nicht, was Markus Fothen sagt. Meine Lage ist bekannt, es wird immer Zweifel geben", sagte der PSK-Profi aus Künzell.

Sinkewitz: "Es war ein Zeichen von mir"

Sein Schritt sei ein Versuch, sagte Sinkewitz, etwas mehr von sich preiszugeben. "Es war ein Zeichen von mir. Ich verlange das ja nicht von anderen", sagte Sinkewitz.

Fothen meinte, dass alle ins Netz gestellten Blutwerte bereits vorher mehrfach geprüft wurden: "Und wenn die Werte stark von der Norm abweichen, wird sie auch sicher keiner online stellen."

Sowohl Spitz als auch Fothen hätten kein Problem damit, ihre eigenen Werte im Internet zu veröffentlichen. Ihnen erschließe sich lediglich der Nutzen einer solchen Aktion nicht, da der Weltverband UCI, die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sowie die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) stets auf die Werte Zugriff haben.

Soziologe Bette: "Das ist reine Symbolpolitik"

In die gleiche Kerbe schlägt der Soziologe Karl-Heinz Bette von der TU Darmstadt, der sich mit Doping im Leistungssport beschäftigt.

"Das ist reine Symbolpolitik", sagte Bette. Die damit gezeigte strategische Offenheit sei ungefähr so, als würde die Pharma-Industrie über sich selbst und ihre Errungenschaften berichten.

Sinnvoller sei es laut Bette, den Gesundheitspass mit den dort vermerkten Ausnahmegenehmigungen der Sportler zu veröffentlichen.

Eine solche Maßnahme würde die Grauzone erhellen, in der über Ausnahmegenehmigungen viel Raum für Manipulationen geschaffen werde. In diesem Punkt sind auch Fothen und Sinkewitz einer Meinung, beide haben keine Sondergenehmigung für ein Medikament und unterstützen die Veröffentlichung der Gesundheitspässe.

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