Mittwoch, 10.09.2008

Mögliches Comeback

Veranstalter reißen sich um Armstrong

Lance Armstrong hatte sein spektakuläres Comeback kaum verkündet, da rissen sich die Renn-Veranstalter schon um die umstrittene Rad-Ikone und öffneten ihr Tür und Tor.

Armstrong, Tour de France
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Selbst die Organisatoren der Tour de France, die dem Astana-Team in diesem Jahr wegen seiner Doping-Vergangenheit den Start verwehrten, hofieren den siebenmaligen Tour-Gewinner Armstrong als potenziellen, "neuen" Werbeträger.

"Ich möchte nicht mehr in die Vergangenheit schauen", äußerte Tour-Direktor Christian Preudhomme in einem WDR-Interview. Der Franzose legte Wert auf die Feststellung, dass sich Armstrong dem selben Anti-Doping-Reglement wie alle anderen Fahrer unterwerfen müsse. "Er wird behandelt wie jeder andere Profi auch. Und unsere Regeln sind strikter als je zuvor", sagte Preudhomme.

Einladung aus Down Under

Auch vom fünften Kontinent erhielt Armstrong umgehend eine Einladung zur Down Under Tour. "Wenn Lance Armstrong in Australien starten würde, wäre das sensationell für unsere Tour", sagte Direktor Mike Turtur dem Radiosender ABC. Bisher war der Texaner, der 2005 seine Karriere eigentlich als beendet erklärt hatte, noch nie in Australien am Start.

Ob das Comeback des immer mit Doping-Gerüchten konfrontierten Armstrong dem derzeit um Glaubwürdigkeit kämpfenden Radsport tatsächlich ein besseres Image verleiht, darf bezweifelt werden.

Drei Jahre ohne Wettkampf

"Wenn man schon so viele Rennen in seiner Karriere gewonnen hat wie er, dann kann man nur verlieren", meinte Bjarne Riis, der Tour-Sieger von 1996. Der aktuelle Tour-Champion Carlos Sastre meinte: "Nach drei Jahren ohne Wettkampf wird es nicht einfach für ihn, aber das ist Armstrong".

Sein spanischer Landsmann Alejandro Valverde sieht das ähnlich: "Es wird sehr schwer für ihn, noch einmal die Tour zu gewinnen, aber mit ihm und Contador hätte Astana ein Super-Team."

Astana würde sich über Armstrong freuen

Ob Armstrong tatsächlich zum Rennstall von Andreas Klöden wechselt, wo sein früherer Teamchef Johan Bruyneel jetzt Manager ist, blieb weiter offen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich ein Team leite, das gegen Armstrong antreten muss", meinte Bruyneel.

"In den nächsten Tagen müssen wir offensichtlich viel besprechen", sagte der Belgier. Alberto Contador, der Tour-Sieger von 2007 und Giro-Champion von 2008, wäre jedenfalls glücklich über solch einen neuen Teamgefährten.

"Ich würde ihm sofort die Tür bei Astana öffnen. Ein Fahrer wie er hat nirgendwo anders seinen Platz als bei uns. Ich habe ihn immer bewundert und würde sehr gern neben ihm fahren", sagte der Spanier.

Lance Armstrong - Der Absturz des Tourminators
Er verzückte Millionen. Und steht am Ende doch als Persona non grata da. Lance Armstrong hat eine bewegte Karriere hinter sich. SPOX blickt auf einen in jeder Hinsicht "einmaligen" Sportler zurück
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Der 17-jährige Lance beginnt, regelmäßig an Triathlons teilzunehmen
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Er ist ein Vorzeigeathlet
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Doch schnell wird klar, dass seine Stärke das Radfahren ist. Mit 22 Jahren gewinnt er als jüngster Radprofi die Straßen-WM in Oslo
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1995 fährt er zum ersten Mal die Tour de France zu Ende
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Nur ein Jahr später wird bei Armstrong Krebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert - er entscheidet sich gegen eine herkömmliche Chemotherapie
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Er trainiert härter als je zuvor - der Sport soll ihm helfen, die Krankheit zu besiegen
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Vom Krebs geheilt, startet Armstrong 1999 bei der Tour de France, gewinnt vier Etappen
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Vom Krebs geheilt, startet Armstrong 1999 bei der Tour de France, gewinnt vier Etappen
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Das "Comeback des Jahrhunderts" ist perfekt. Er gewinnt die Tour zum ersten Mal, das US Postal Team feiert ihn
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Zweiter wird Alex Zülle (l.) vor Fernando Escartin auf dem dritten Platz
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Tour de France 2000: Armstrong fährt schon wieder im Gelben Trikot
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Unvergessen bleiben dabei die Duelle mit dem mittlerweile verstorbenen Marco Pantani
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Armstrong gewinnt die Tour, Ullrich wird Zweiter, Zabel gewinnt die Sprint-Wertung. Doch das war erst der zweite Streich...
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...und der Dritte folgt sogleich. Für Jan Ullrich bleibt 2001 mal wieder nur der zweite Rang
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Die Tour 2002: In keinem Jahr wurde es Armstrong so leicht gemacht wie in diesem. Ullrich nahm wegen diverser Krisen gar nicht erst Teil
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Der vierte Tour-Sieg ist perfekt. Zweiter wird Joseba Beloki (l.), Dritter Raimondas Rumsas
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100 Jahre Tour de France. Die Tour startet und endet wie 1903 in Paris
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Mit Sicherheit die spannendste Tour der letzten Jahre, geprägt durch den Zweikampf zwischen Armstrong und Ullrich
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Mit Sicherheit die spannendste Tour der letzten Jahre, geprägt durch den Zweikampf zwischen Armstrong und Ullrich
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Faire Geste: Einen Sturz von Armstrong nutzt Ullrich nicht aus, sondern wartet, bis sein Kontrahent wieder zu ihm aufgeschlossen hat
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Für sein sportliches Verhalten bekommt Ullrich nicht nur den "Fair Play Preis" des deutsche Sportbundes, sondern auch noch den Bambi verliehen
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Ullrichs Sportsgeist bleibt am Ende unbelohnt. Er wird mit 1:01 Minute Rückstand zum fünften Mal Zweiter
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Armstrong hingegen stellt mit seinem fünften Tour-Triumph in Folge den Rekord von Miguel Indurain ein
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Und auch in der Liebe könnte es nicht besser laufen. Im Herbst 2003 geben er und Sängerin Sheryl Crow ihre Beziehung öffentlich bekannt
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Bei der Tour 2004 will Armstrong Geschichte schreiben und den alleinigen Rekord
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Die Anwesenheit von Freundin Sheryl und Töchterchen Grace scheinen ihn geradezu zu beflügeln
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Er düpiert die Konkurrenz, siegt als erster Mensch in der Geschichte zum sechsten Mal bei der Tour de France - und das auch noch in Folge
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Das Jahr 2005: Schon vor der Tour kündigt Armstrong seinen Rücktritt vom Radsport an. Es wird seine vermeintlich letzte Tour de France sein
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Somit ist es auch Jan Ullrichs letzte Chance, den US-Amerikaner zu schlagen
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Unerwartet kommt es aber zum erbitterten Dreikampf zwischen Ivan Basso, Jan Ullrich und Lance Armstrong
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Unerwartet kommt es aber zum erbitterten Dreikampf zwischen Ivan Basso, Jan Ullrich und Lance Armstrong
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Doch am Schluss triumphiert einmal mehr Lance Armstrong, Jan Ullrich wird nach einer vom Pech verfolgten ersten Woche in der Gesamtwertung Dritter
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Doch am Schluss triumphiert einmal mehr Lance Armstrong, Jan Ullrich wird nach einer vom Pech verfolgten ersten Woche in der Gesamtwertung Dritter
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Durch diesen Sieg verbessert er seine bereits historische Bestmarke auf sieben Siege in Folge
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Nach drei Jahren Pause gibt Armstrong 2009 sein Tour-Comeback beim Team Astana - und ist sofort Publikums- und Pressemagnet
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Der Prolog in Monaco lief mit Rang zehn noch ganz gut, doch als es in die Berge ging, hatte Armstrong...
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...gegen die junge Garde um Andy Schleck und Alberto Contador das Nachsehen. Dennoch reichte es für Platz drei in Paris
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2010 sollte mit dem eigenen Team RadioShack der ganz große Coup folgen: sein achter Sieg bei der Tour de France
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Doch daraus wurde nichts. Am Ende hieß es Rang 23 für einen chancenlos hinterherfahrenden Lance Armstrong
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Doch daraus wurde nichts. Am Ende hieß es Rang 23 für einen chancenlos hinterherfahrenden Lance Armstrong
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Doch das große Ende folgte 2012. Armstrong wollte sich nicht mehr gegen die Dopingvorwürfe wehren. Es folgte ein Abschlussbericht der US-Antidopingagentur USADA, der...
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...das System Armstrong schonungslos aufdeckte. Bestechungen, Drohnachrichten, Dopingprogramme - das Kartenhaus des Tourminators brach endgültig zusammen
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Am Ende bleibt ein Mann zurück, der mit Hilfe von Doping zu einer Legende wurde - aber wohl nur die Spitze des Eisbergs im verseuchten Radsport war
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Am Ende bleibt ein Mann zurück, der mit Hilfe von Doping zu einer Legende wurde - aber wohl nur die Spitze des Eisbergs im verseuchten Radsport war
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Paris-Nizza und Dauphine Libere auf dem Plan

Laut Fachmagazin "VeloNews" möchte der Texaner neben der Tour auch Paris-Nizza, die Dauphine Libere, die Georgia-Rundfahrt und im Februar die Kalifornien- Radrundfahrt bestreiten.

In der Video-Botschaft auf seiner Homepage hatte Armstrong seine Rückkehr in den internationalen Profi-Radsport bestätigt. "Ich bin froh, hier verkünden zu können, dass ich nach Gesprächen mit meinen Kindern, meiner Familie und engsten Freunden in den Profiradsport zurückkehre, um auf die Krebskrankheit aufmerksam zu machen", sagte Armstrong, der am 18. September sein 37. Lebensjahr vollendet.

Krebs-Problem in den globalen Fokus rücken

"Dieses Jahr sterben allein fast acht Million Leute weltweit an Krebs. Es ist jetzt an der Zeit, das Krebs-Problem stärker in den globalen Fokus zu rücken", fügte er hinzu. Vor zwölf Jahren war Armstrong selbst an Hodenkrebs erkrankt. Mediziner gaben ihm nur eine 50-prozentige Überlebenschance, doch er wurde geheilt und bekam zugleich für alle Rennen eine Erlaubnis zur Nutzung spezieller Medikamente.

Amerikaner strebt Tour-Sieg an

Keinen Zweifel ließ der Amerikaner daran, dass er seinen achten Sieg bei der Tour de France anstrebt. Da es für Astana bisher keine Tour-Garantien für 2009 gibt, plant Armstrong bei eventuellem Gegenwind, sich direkt an Frankreichs Staatspräsident Nikolas Sarkozy zu wenden.

"Ich bin bereit, ihn dann direkt anzusprechen", erklärte Armstrong der Zeitschrift "Vanity Fair". Letzter Auslöser für sein Comeback war das 160 Kilometer-Mountainbike-Rennen in den Colorado Rockies im August. "Dieses obskure Bike-Rennen hat meinen inneren Motor zum Kick-Start gebracht", führte Armstrong aus.


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