Tour de France

Spanier Valverde erster Fahrer in Gelb

SID
Samstag, 05.07.2008 | 17:41 Uhr
tour de france, radsport, frankreich
© DPA
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Plumelec - Alejandro Valverde, einer der Topfavoriten der 95. Tour de France, hat nicht lange gefackelt und sich gleich zum Auftakt das Gelbe Trikot gesichert.

Der 28-jährige Spanier, der auch im Verdacht steht, mit dem Doping-Kartell Fuentes zusammengearbeitet zu haben, gewann die 1. Etappe von Brest nach Plumelec in der Bretagne über 197,5 Kilometer im Sprint und unterstrich damit unmissverständlich seine Ambitionen.

Valverde will die Nachfolge seines Landsmannes Alberto Contador antreten, der in diesem Jahr mit seinem Astana-Team keine Startzulassung erhielt.

Valverde will in Gelb nach Paris

"Es ist unglaublich: Die erste Etappe und das erste Gelbe Trikot. Mein Ziel ist, auch in Paris Gelb zu tragen. Jetzt genieße ich erstmal meine Position", waren Valverdes erste Worte, nachdem ihm zum ersten Mal in seiner Karriere das "Maillot Jaune" übergestreift wurde.

Zu den Fuentes-Verdächtigungen wollte er sich nicht äußern. Zum ersten Mal seit 1966 wurde die Tour nicht mit einem Prolog eröffnet und es gibt weder im Ziel noch bei den Zwischensprints Zeitgutschriften.

Gerolsteiner-Zukunft weiter unsicher

1000 Meter vor dem Ziel hatte der WM-Dritte Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner attackiert. Der Schwabe aus Nürtingen kam aber nicht entscheidend weg - kurz vor dem Ziel flog Valverde, im Frühjahr Gewinner des belgischen Klassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich, förmlich an ihm vorbei.

Zweiter wurde der Belgier Philippe Gilbert, der am Samstag seinen 26. Geburtstag feierte. Schumacher belegte als bester der 16 deutschen Tour-Starter Rang 20. "Ich musste es früh probieren. Es hat nicht gereicht, aber die Form ist da", sagte Schumacher, dessen sportliche Zukunft ab 2009 ungewiss ist, nachdem sein Teamchef Hans-Michael Holczer noch keinen Nachfolge-Sponsor gefunden hat.

Sprinter gehen leer aus

Zum ersten Mal seit 1966 wurde die Tour nicht mit einem Prolog eröffnet und es gibt weder im Ziel noch in den Zwischensprints Zeitgutschriften. Die mit großen Ambitionen gestarteten Gerald Ciolek (Pulheim/Columbia), Fabian Wegmann (Freiburg/Gerolsteiner) und Erik Zabel (Unna/Milram) hatten mit der Entscheidung nichts zu tun.

Zabel, der seine 14. und womöglich letzte Tour de France bestreitet, hatte gute Erinnerungen an Plumelec. 1997 gewann er dort im Grünen Trikot die fünfte seiner 12 Etappen. Von diesem Erfolgserlebnis war er weit entfernt

Ausreißer machen Werbung

Die Zielanfahrt war identisch mit der Streckenführung von vor elf Jahren: Die letzten 1,7 Kilometer wiesen eine durchschnittliche Steigung von bis zu 6,2 Prozent auf.

Das Finale ähnelte dem Profil des Frühjahrs-Klassikers Amstel Golde Race, den der frühere Giro-Sieger Damiano Cunego im April gewonnen hatte. Der Italiener spielte im Ziel der 1. Etappe in der Bretagne, der Heimat des fünffachen Toursiegers Bernard Hinault, allerdings keine Rolle.

Der Berliner Björn Schröder hatte zu den Frühaufstehern gezählt und war in der achtköpfigen Ausreißergruppe vertreten, die sich bereits einen Kilometer nach dem Start zusammengefunden hatte.

Schröder sammelt Bergpunkte

Die Fahrer harmonierten perfekt und erarbeiteten sich einen Vorsprung von bis zu sieben Minuten. Seine privilegierte Position in der Spitzengruppe nutzte Schröder zum Sammeln wertvoller Bergpunkte.

Zusammen mit dem ehemaligen Träger des Gelben Trikots, Thomas Voeckler (Frankreich), kam er auf acht Zähler, so dass die Tagesplatzierung im Ziel über den Träger des Bergtrikots entschied.

Die letzten zwei Fahrer der Fluchtgruppe, unter ihnen in seiner Heimat der Bretone Lilian Jégou, wurden sieben Kilometer vor dem Ziel gestellt. Vor allem die größten Teams CSC, Caisse d'Epargne, Milram und Columbia hatten für den Zusammenschluss gesorgt.

Schockmoment für Gerolsteiner

Eine Schrecksekunde erlebte das Team Gerolsteiner. Der frisch gebackene deutsche Meister Fabian Wegmann aus Freiburg stürzte 52 Kilometer vor dem Ziel, konnte aber offensichtlich unverletzt gleich weiter fahren. Er gehörte zu denjenigen, die sich für den Tour- Auftakt einiges ausgerechnet und Attacken angekündigt hatten.

96 Kilometer vor dem Ziel war die erste Tour de France für den Franzosen Herve Duclos-Lasalle dagegen bereits beendet. Der Sohn des zweifachen Paris-Roubaix-Gewinners Gilbert Duclos-Lasalle stürzte und verletzte sich an der Hand.

Zunächst fuhr er mit geschienter Hand weiter, dann musste er als erster der 180 Starter aufgeben.

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