Tour de France

Kobra Ricco lähmt Konkurrenz und nährt Zweifel

SID
Montag, 14.07.2008 | 12:15 Uhr
Tour de France, Radsport, Kobra, Ricco
© DPA
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
National Rugby League
FrLive
Tigers -
Titans
AEGON Classic Women Single
FrLive
WTA Birmingham: Viertelfinals
Mallorca Open Women Single
FrLive
WTA Mallorca: Viertelfinals
National Rugby League
Sa11:30
Roosters -
Storm
AEGON Classic Women Single
Sa12:30
WTA Birmingham: Halbfinals
Mallorca Open Women Single
Sa15:00
WTA Mallorca: Halbfinals
Rugby Union Internationals
Sa21:15
Argentinien -
Georgien
AEGON International Women Single
So12:00
WTA Eastbourne: Tag 1
AEGON Classic Women Single
So14:30
WTA Birmingham: Finale
Mallorca Open Women Single
So17:00
WTA Mallorca: Finale
AEGON International Women Single
Mo12:00
WTA Eastbourne: Tag 2
AEGON International Women Single
Di12:00
WTA Eastbourne: Tag 3
Boodles Challenge
Di13:30
The Boodles -
Tag 1
AEGON International Women Single
Mi12:00
WTA Eastbourne: Tag 4
Boodles Challenge
Mi13:30
The Boodles -
Tag 2
National Rugby League
Do11:50
Eels -
Bulldogs
AEGON International Women Single
Do12:00
WTA Eastbourne: Viertelfinals
Boodles Challenge
Do13:30
The Boodles -
Viertelfinals
National Rugby League
Fr11:50
Broncos -
Storm
AEGON International Women Single
Fr12:00
WTA Eastbourne: Halbfinals
Boodles Challenge
Fr13:30
The Boodles -
Halbfinals
AEGON International Women Single
Sa13:15
WTA Eastbourne: Finale
FIBA U19 World Cup
Sa15:15
Argentinien -
Frankreich
FIBA U19 World Cup
Sa17:30
Iran -
USA
FIBA U19 World Cup
Sa17:45
Deutschland -
Litauen
National Rugby League
So08:00
Rabbitohs -
Panthers
FIBA U19 World Cup
So15:30
Frankreich -
Neuseeland
FIBA U19 World Cup
So16:00
Spanien -
Kanada
FIBA U19 World Cup
So17:45
Puerto Rico -
Deutschland
FIBA U19 World Cup
Di13:45
Spanien -
Mali
FIBA U19 World Cup
Di16:00
Italien -
USA
Shanghai Darts Masters
Do13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 1

Hautacam - Misstrauen ist der ständige Begleiter von Riccardo Ricco. Die aggressive Fahrweise der Kobra bei der 95. Tour de France lähmt die Konkurrenz - und nährt Zweifel.

Seit dem Start musste das italienische Leichtgewicht (59 Kilogramm) schon sieben Doping-Kontrollen über sich ergehen lassen und Verdachtsmomente kommentieren. Die "L'Equipe" rechnete Ricco zu jenen fünf Fahrern, deren bisher ermittelte Werte erhebliche Auffälligkeiten aufwiesen.

"Mein Hämatokritwert liegt von Kindesbeinen an über der Norm, wie bei manch anderen Fahrern auch. Das hat genetische Ursachen und ist bei der UCI dokumentiert. Ich habe nichts zu befürchten", sagte der 24-jährige Italiener nach seinem zweiten Etappensieg in Bagneres-de- Bigorre, wo er sich über "ungerechtfertigte Polemiken" beschwerte.

Marco Pantani Vorbild

Auf seinem Triumphzug hatte Ricco im Stil seines großen Vorbildes Marco Pantani die Konkurrenz 28 Kilometer vor dem Ziel 3000 Meter vor dem Gipfel des Aspin wie Nachwuchsfahrer stehen lassen.

Zu seinen Opfern zählte auch Sebastian Lang, der auf der ersten Pyrenäen-Etappe fast 200 Kilometer allein an der Spitze gefahren war und dann 1000 Meter vor der Bergwertung des Aspin nur noch mit dem Kopf schütteln konnte, als ihn Ricco in rasendem Tempo überholte.

"Er war so schnell vorbei - keine Ahnung", waren die ersten Worte des ausgepumpten Erfurters im Ziel.

Wegmann sprachlos

"Solange keine Beweise auf dem Tisch liegen, muss für ihn die Unschuldsvermutung gelten. Aber mal sehen, was noch kommt", meinte Lang vieldeutig. Sein Arbeits-Kollege vom Team Gerolsteiner, Fabian Wegmann, kam atemlos ins Ziel und wollte Genaueres über den Vorsprung des Italieners wissen: "Wie viel hat er denn gehabt?"

Antwort von Bernhard Kohl: "1:17 Minuten". Ungläubige Reaktion des deutschen Doppelmeisters aus Freiburg: "Bei dem Gegenwind?" Sicherheitshalber nahm die französische Anti-Doping-Agentur AFLD auch eine Haarprobe von Ricco.

Unter Verdacht

Der diesjährige Giro-Zweite Ricco, dessen Stern im Vorjahr aufging, ist kein unbeschriebenes Blatt. Im Mai 2007 gehörte der potenzielle Pantani-Nachfolger bei der Italien-Rundfahrt zu jenen Fahrern um den Gesamtsieger Danilo di Luca, die bei einer überraschenden Kontrolle am Abend nach der Königsetappe Hormonwerte aufwiesen, wie sie zu einem Kleinkind gepasst hätten.

Die Disziplinar-Kommission des Italienischen Olympischen Komitees CONI, das auch bei den Etappen in Italien in der letzten Tourwoche Assistenz bei den Doping-Kontrollen leisten wird, ermittelte und forderte Sanktionen.

Doch der Weltverband UCI sah sportrechtlich keine Handhabe, zumal Mediziner-Gutachten nicht eindeutig waren.

"Ich bin beeindruckt von mir"

Im sportlichen Auftritt erinnert die Kobra an den Piraten Pantani, der 1998 vor Jan Ullrich die Tour als letzter Italiener gewann. Am 14. Februar 2004 starb er vereinsamt in einem Hotelzimmer in Rimini an einer Überdosis Kokain.

Der nicht gerade für vornehme Zurückhaltung bekannte Ricco ("Ich bin beeindruckt von mir") will sich bei der Tour "erst im nächsten Jahr um das Gesamtklassement kümmern". Als er das am Sonntag sagte, drehte er sich zu seinem Teamchef um und lachte lauthals.

Vielleicht plant Ricco, der bei der Sieger-Pressekonferenz gelangweilt SMS in sein Handy hackte, schon in diesem Jahr viel mehr als nur Etappensiege im Hochgebirge.

Im Schatten der Favoriten

"Der Biss der Kobra", titelte die "L'Equipe" am französischen Nationalfeiertag und umschrieb die Gefährlichkeit des jungen Mannes mit den dünnen Beinen und den Sommersprossen.

Auch Pantani wurde vor zehn Jahren als purer Bergfahrer von den Favoriten lange nicht ernst genommen und hatte sich dann durch überragende Gala-Vorstellungen im Gebirge an der Spitze des Gesamtklassements festgesetzt. Dort brachte ihn auch kein Zeitfahren mehr weg.

Die Causa Ricco verspricht - so oder so - weiter Spannung.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung