Pferdesport

Isabell Werth gewinnt auch die Kür

SID
Isabell Werth holte in Göteborg bereits Gold im Grand Prix und im Grand Prix Special
© getty

Isabell Werth hat bei der EM in Göteborg ihren Gold-Hattrick mit einem denkbar knappen Sieg perfekt gemacht. Mit ihrer Stute Weihegold gewann die erfolgreichste Reiterin der Geschichte nach Grand Prix und Grand Prix Spécial auch die abschließende Kür und fährt mit ihren EM-Medaillen Nummer 15, 16 und 17 zurück ins heimische Rheinberg am Niederrhein.

Sönke Rothenberger, ihr junger Teamkollege, hatte der Königin der Dressur allerdings alles abverlangt. Mit seinem "Flugzeug" Cosmo zauberte der 22-Jährige die Kür seines Lebens auf das Viereck und bekam dafür erstmals in seiner Karriere eine Wertung über 90 Prozent. Nach ihm war es an Werth als letzter Reiterin, den Ansturm der Jugend abzuwehren - und sie tat es mit all ihrem Können, ihrer Routine, ihrer unvergleichlichen Genialität im Sattel.

"Jetzt muss ich erstmal tief durchatmen", sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu nach dem langen Warten auf Werths Noten. Es reichte ganz knapp: 90,614 hatte Rothenberger vorgelegt, und als für sie selbst die 90,982 aufleuchteten, ballte Werth noch im Sattel ihrer Stute beide Fäuste. Bei der Siegerehrung standen ihr dann sogar die Tränen in den Augen - kein unbedingt gewohntes Bild.

"Weihe hat alles gegeben", sagte Werth, noch immer sichtlich unter dem Eindruck des elektrisierenden Duells mit Rothenberger: "Ich wusste, ich darf keinen Fehler machen, nicht den allerkleinsten Fehler." Das tat sie dann auch nicht, stattdessen gab sie ihrer ohnehin mit Höchstschwierigkeiten gespickten Kür noch einen kleinen Kick. "Die letzte Piaff-Pirouette war Dressur in Vollendung, das war Dressur zelebriert", sagte Theodorescu.

Rothenberger nahm die knappe Niederlage mit der Leichtigkeit der Jugend und in dem Wissen, dass ihm die Zukunft gehört. "Das ist Silber mit Goldrand", stellte er ganz richtig fest. Platz drei belegte mit 84,561 Punkten die Dänin Cathrine Dufour mit Cassidy - Welten von dem deutschen Traumduo entfernt.

Rührende Geschichte um Dorothee Schneider

Eine sehr rührende Geschichte ist die von Dorothee Schneider und ihrem "Grand-Prix-Baby" Sammy Davis jr., die sich als Kür-Elfte aus Göteborg verabschiedeten. Im Frühjahr 2015 übernahm die 48-Jährige den damals elf Jahre alten Rappwallach von dessen Entdeckerin Cornelia Herbert - nicht ahnend, dass diese todkrank war. "Conny hat mich gefragt, ob ich Sammy weiter ausbilden will, und ich habe voller Freude zugestemmt", erzählte Schneider.

Zwei Monate später habe sie dann die Nachricht von Cornelia Herberts Krebstod bekommen. "Das hat mir schon so ein bisschen den Boden unter den Füßen weggezogen", sagte Schneider mit leicht stockender Stimme. Sie sei aber sicher, "dass Conny heute da oben sitzt und sich wegen Sammy ein Loch in den Bauch freut. Sie war schon ganz früh von seinen Fähigkeiten überzeugt."

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