Pferdesport

Eckermann wie ein Stehaufmännchen

SID
Nach ihrem Sturz meldete sich Katrin Eckermann beim Chio eindrucksvoll zurück
© getty

Welch ein Kraftakt! Nur 20 Stunden nach ihrem schweren Sturz im Nationenpreis der Springreiter jagte "Stehaufmännchen" Katrin Eckermann beim CHIO in Aachen schon wieder durch den Parcours und zum Sieg im Preis von NRW. In der mit 130.000 Euro dotierten Hauptprüfung brauchte die Münsteranerin im Stechen nur 45,11 Sekunden für ihre Nullrunde und meldete sich eindrucksvoll zurück.

"Ein Wahnsinn nach dem Sturz. Aber so ist der Sport", sagte Eckermann und bedankte sich bei ihrem Vater: "Er hat die ganze Woche auf mein Pferd aufgepasst." Dass sie so schnell nach dem Sturz wieder auf den Beinen war, wunderte sie nicht. "Ich habe nicht viel darüber nachgedacht. Neuer Tag, neuer Start. Wir haben den Schrecken gut überstanden."

"Eine starke Vorstellung. Das spricht für ihre großartige Verfassung", lobte Bundestrainer Otto Becker sein "Küken" im Team. "Ich habe ihr gesagt, sie soll nach dem Sturz weiter nach vorne reiten." Hinter Eckermann kam Doda de Miranda (Brasilien) mit Nouvelle Europe (0/46,14) auf Platz zwei, der deutsche Meister Daniel Deußer (Wolvertem/Belgien) wurde in 47,44 Sekunden ohne Fehler Dritter.

Schnellste Zeit im Umlauf

Am Abend zuvor im Nationenpreis hatte Eckermann noch für eine Schrecksekunde gesorgt. Die Debütantin stürzte mit dem Hengst Firth of Lorne am Wassergraben schwer und schied aus. Deutschland wurde nur Vierter. Eckermann zog sich nur ein paar blaue Flecke zu, konnte ihre Position im Kampf um die WM-Tickets für die Normandie allerdings nicht verbessern.

Umso höher ist ihre Leistung im NRW-Preis einzustufen. Schon im Umlauf legte Eckermann die schnellste Zeit hin und startete im Stechen mit 14 Paaren von der undankbaren ersten Position. Dennoch legte sie mit 45,11 Sekunden eine Super-Zeit vor, an der sich die Konkurrenz die Zähne ausbiss. "Mir war klar, dass ich von Anfang an hohes Tempo gehen musste. Das ist Aachen, und da muss man alles riskieren", sagte die Profi-Reiterin.

"Einfach nur happy"

Lange Zeit konnte Eckermann nicht an ihren Sieg glauben. Nach ihrem Ritt im Stechen versteckte sie sich im Stall, um ihre Nervosität zu bekämpfen. "Als dann der letzte Reiter im Parcours war, habe ich mich langsam zum Stadion gewagt", berichtete die Amazone, "und als der Sieg feststand, war ich einfach nur happy."

Die weiteren deutschen Reiter fielen zurück. Marcus Ehning (Borken) kam mit Cornado auf Rang sieben. Die früheren Europameister Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) und Marco Kutscher (Bad Essen) verpassten wegen Zeitfehler das Stechen und landeten auf den Plätzen 15 und 16. Der fünfmalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) kam mit Chaman auf Rang 25.

Die deutsche Vielseitigkeits-Equipe steuerte indes im Nationenpreis nach der Dressur auf Siegkurs. Das Team von Bundestrainer Hans Melzer setzte sich nach der ersten von drei Disziplinen mit 116,40 Punkten vor Großbritannien (124,40) und Frankreich (126,40) an die Spitze.

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