Auch Pferde haben einen Glamour-Faktor

Von Der Rennbahnspion
Montag, 18.04.2011 | 17:29 Uhr
Seinen Namen haben die meisten Menschen wahrscheinlich noch nie gehört: Andrasch Starke
© Getty
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Der Saisonauftakt auf der Berliner Hauptstadtrennbahn hatte einiges zu bieten. Zum Beispiel Overdose. Ein Pferd, das sich großer Bekanntheit erfreut. Der Rennbahnspion über den Glamour-Faktor bei Pferden.

"Von einer völlig außergewöhnlichen Stimmung" war die Rede. Über 9.000 Zuschauer pilgerten am Sonntag nach Hoppegarten. Auf der Berliner Hauptstadtrennbahn stand zwar der Saisonauftakt 2011 auf dem Programm, aber Gruppe- oder Listenrennen gab es noch nicht. Auf dem Papier also eigentlich eine eher harmlose Angelegenheit.

Aber dem war nicht so. Denn es präsentierte sich mit Overdose ein Pferd, das auch abseits vom üblichen Fan-Zirkel viele kennen.

Ein Star-Galopper, wie es ihn früher zu Zeiten eines Acatenango immer wieder einmal gab. Ein Pferd, dass die Massen mobilisiert und interessiert. In Deutschland gibt es das kaum noch. Die Besten laufen in erster Linie jenseits unserer Landesgrenzen.

Niemand kennt Scalo oder Night Magic

Im Ausland gibt es deutlich mehr Geld zu verdienen, da orientieren sich die Quartiere längst anders. Selbst einen Scalo, immerhin Galopper des Jahres, oder eine Stuten-Königin wie Night Magic nehmen Außenstehende kaum wahr. Leider.

Das gilt auch für unsere Jockeys. Fragen Sie einen Taxifahrer im Ruhrgebiet, Düsseldorf oder Köln, ob er mit den Namen Andrasch Starke, Eduardo Pedroza oder Andreas Suborics etwas anfangen kann. Er wird Sie wahrscheinlich staunend angucken und mit den Achseln zucken. Keine Ahnung, ich war noch nie auf der Rennbahn, sind das Springreiter aus Aachen? So oder ähnlich könnten die Antworten lauten.

Das schnellste Pferd der Welt

Daher sind Stars so wichtig, auch die vierbeinigen wie Overdose. Hoppegarten hat das ganz clever gemacht und im Vorfeld vom schnellsten Pferd der Welt gesprochen. Richtig so, denn damit rührt man die Werbetrommel richtig. Wer gesehen hat, wieviele neue Besucher sich allein von der S-Bahn-Station Hoppegarten auf den Weg zur Bahn machten, der kann das nur bestätigen.

Oder denken Sie an Frankel, das am meisten gehypte Pferd Englands, aber vielleicht auch eines der allerbesten dreijährigen Rennpferde überhaupt in 2011. So viele Leute wie am Samstag in Newbury schauen sich sonst selten ein Gruppe III-Rennen an.

Die Leute wollen ein Event haben, mit Top-Stars aus den Reihen der Pferde oder Promis mit Glamour-Faktor. Bleibt zu hoffen, dass wir in dieser Saison noch viele solcher Momente wie in Berlin genießen dürfen.

SPOX in action: Ein Redakteur geht reiten

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