Kolumne: Rennbahnspion

Deutschland wählt - und keiner erfährt es!

Von Rennbahnspion
Dienstag, 08.02.2011 | 12:06 Uhr
Das waren noch Zeiten: Früher war der Pferdesport in der Sportschau prominent vertreten
© Getty
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Die traditionsreiche Wahl zum "Galopper des Jahres" ist in den letzten Jahren zu einer unbeachteten Schattenveranstaltung verkommen. Ein untragbarer Zustand, sagt der Rennbahnspion.

Früher lief ein normaler Samstagnachmittag für viele deutsche Männer so ab: Nach dem wöchentlichen Wannenbad setzte man sich vor das Radio und lauschte der Schlusskonferenz der Rundfunkanstalten aus den Fußball-Bundesliga-Stadien. Und spätestens ab 18 Uhr durfte man von seiner Ehefrau nicht gestört werden. Denn dann gab es in der Sportschau der "ARD" die ersten Bilder von der Bundesliga.

50 Jahre alt wurde diese Institution vor wenigen Wochen. Ein rund dreiviertelstündiger Beitrag lief im Ersten mit vielen Schmankerln aus der Vergangenheit. Und dort ging es längst nicht nur um König Fußball. Denn neben der Lieblingssportart der Deutschen wurde der Rennsport umfangreich behandelt.

Vor allem unter der Federführung des legendären und unvergessenen Addi Furler kamen die Fans der schnellen Pferde regelmäßig auf ihre Kosten.

Abgesehen von der aktuellen Berichterstattung über Großereignisse erreichte ein Ereignis stets ein Millionenpublikum: Die "Galopper des Jahres"-Wahl. Hunderttausende Postkarten gingen beim "Westdeutschen Rundfunk" ein. Der Sieger, wie Kondor, präsentierte sich sogar vor den Zuschauern im Studio - live und zum Greifen nahe.

Keine Ansage auf der Rennbahn, keine Infos für die Presse

Das ist lange her. Und über die Art der Durchführung dieser Wahl in den vergangenen Jahren wurde immer wieder kontrovers diskutiert. Es gab heftige Kritik. Auch an der Vorstellung der Kandidaten auf "WDR 3" wurde herumgemäkelt. Aber die Wahl war noch im Fernsehen oder dann in den vergangenen Jahren noch auf einem großen Internet-Portal.

Nun ist es schon sehr bedauerlich, dass wir Februar 2011 haben und bisher nirgendwo etwas über den "Galopper des Jahres 2010" zu hören oder sehen war. Doch am Sonntag geschah plötzlich ein mittleres Weltwunder.

Auf der Rennbahn in Dortmund lagen vereinzelt Postkarten aus mit drei Wahl-Vorschlägen. Man kann darauf sein Kreuzchen machen für Night Magic, Scalo oder Vanjura. Ausreichend frankiert sind diese Kärtchen an das Direktorium nach Köln zu schicken.

Ganz richtig: Ein paar Karten liegen auf dem Gelände in Wambel herum, ein paar zufällig dort vorbeikommende Aktive nehmen sie vielleicht mit.

Ein Hinweis darauf über Mikrofon? Fehlanzeige. Infos an die Presse? Warum auch? Eine Info dazu bei der Pressekonferenz am 27. Januar in Köln? Nicht nötig, offenbar. Ein Aufruf auf der German-Racing-Seite im Netz oder bei Facebook? Nothing...

Galopper-Wahl als Live-Stream im Angebot

"Wir haben jetzt einen Etat für Pressearbeit", hieß es kürzlich vom Dachverband. "Wir müssen wieder wahrgenommen werden", war der O-Ton. Aber völlig ohne Marketing in eigener Sache und mit einer derart unsäglichen Vorgehensweise bei einer solchen Traditionswahl, das soll klappen?

Kurz vor "Spionage-Schluss" sind wir dann doch - allerdings nur sehr zufällig - darauf gestoßen, dass sich auch in diesem Jahr das oben bereits erwähnte große Internet-Portal "bild.de" der Wahl des Galoppers des Jahres angenommen hat.

Den Link für die Online-Wahl, die mit einem Gewinnspiel verbunden ist, finden Sie mit etwas Geduld auf im Sport-Bereich von "bild.de".

Wir sagen, das geht so nicht! Aber Marketing und Publikumsbindung sind wohl immer noch Fremdworte im deutschen Galopprennsport.

Rennbahnspion - Traber-Edition: Deutschland einig Traberland

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