Hernik-Tod: "Jeder ist einer zu viel"

SID
Mittwoch, 07.01.2015 | 11:17 Uhr
Michal Hernik verstarb bei der Rallye Dakar aus noch ungeklärten Gründen
© getty
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Es sollte das Abenteuer seines Lebens werden, doch nach nur drei Tagen fand die Rallye Dakar für den polnischen Motorrad-Fahrer Michal Hernik ein tragisches Ende. Der 39-Jährige ist am Dienstag aus bislang ungeklärter Ursache gestorben. Ein Rettungshelikopter fand Herniks leblosen Körper um 16.03 Uhr Ortszeit rund 300 m von der Strecke entfernt. Seinen Helm trug er nicht mehr, die Maschine war unversehrt.

"Das ist traurig und sollte nicht passieren. Jeder Tote ist einer zu viel", sagte Teamchef Sven Quandt von der deutschen Mini-Riege dem "SID" und drückte seine Anteilnahme aus. Das berühmt wie berüchtigte Motorsport-Event ist um eine bedauernswerte Episode reicher. Insgesamt ist Hernik der 66. Tote der Rallye Dakar.

Über den genauen Hergang der Tragödie ließ sich kurz nach dem Vorfall nur spekulieren. Bekannt war, dass sich der Vorfall bei Kilometer 206 der dritten Etappe von San Juan nach Chilecito ereignete. Über das Irritrack, eine Art Peilsender, das im Sekundenabstand Signale an eine zentrale Überwachungsstelle sendet, wurde das Fehlen Herniks im Ziel bemerkt.

Obduktion soll Aufschluss bringen

Um 15.23 Uhr stieg ein Helikopter in die Luft und begab sich auf die Suche und wurde 40 Minuten später fündig. Sanitäter konnten nur noch den Tod des KTM-Piloten feststellen. Eine Obduktion soll nun Aufschluss über die Todesursache geben.

Die Rallye Dakar bleibt noch immer ein riskantes Wagnis, obwohl die Organisatoren in den vergangenen Jahren viel in die Sicherheit investiert haben. So weisen im Notfall zwei GPS-Sender in den Fahrzeugen Signale zur genauen Ortung von Vermissten - im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten, als eine technische Panne im Nirgendwo von Afrika lebensgefährlich sein konnte, ein Quantensprung.

Dakar-Debütant Hernik, der mit der Startnummer 82 unterwegs gewesen war, wurde möglicherweise die Hitze zum Verhängnis. Der Sommer im Westen Argentiniens ist extrem heiß, die Sonne und Temperaturen um die 40 Grad haben ihre Spuren hinterlassen.

"Schwachsinn hoch drei"

Der Boden ist staubig, Flussbetten sind ausgetrocknet. Auf der zweiten Etappe am Montag verkürzten die Veranstalter die Etappe für die Motorrad-Piloten durch Neutralisation eines Streckenabschnitts. Das technisch anspruchsvolle Teilstück hatte im Anschluss für Unmut gesorgt. "Das war Schwachsinn hoch drei, den zweiten Tag so schwer zu machen", sagte Quandt.

Hernik war in Südamerika mit seinem Freund Pawel Stasiaczek an den Start gegangen. "Wir haben uns zwei Jahre lang auf Dakar vorbereitet. Wir wissen nicht genau, was uns während dieser Rallye erwartet", wird Hernik auf seinem Profil auf der offiziellen Dakar-Homepage zitiert.

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