Markenwertung geht an BMW

Glock holt ersten DTM-Sieg

SID
Sonntag, 20.10.2013 | 15:45 Uhr
Timo Glock verhalf BMW mit seinem Erfolg zum Sieg in der Markenwertung
© getty
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Timo Glock hat am Ende eines schwierigen Premierenjahres völlig überraschend seinen ersten Sieg in der DTM gefeiert. In Hockenheim verteidigte BMW zudem erfolgreich den Herstellertitel.

Timo Glock kletterte auf seinen gelben BMW M3, er ballte vor vollen Tribünen in Hockenheim beide Fäuste - und alle Rückschläge der vergangenen Monate schienen vergessen.

Der frühere Formel-1-Pilot hatte im letzten Rennen seiner Premierensaison in der DTM völlig überraschend den ersten Sieg gefeiert. "Ich habe zuletzt gehört, dass ich zu langsam bin, dass ich es hier nicht schaffe", sagte der 31-Jährige lächelnd: "Da habe ich nur gedacht: Solche Bemerkungen machen mich schneller, wartet mal ab."

In acht von neun Rennen war er zuvor nicht in den Punkten gelandet, im zehnten Versuch gelang nun doch das, was prominente Vorgänger wie Ralf Schumacher oder David Coulthard nie schafften: Ein Sieg nach dem Umstieg von der Königsklasse in den Tourenwagen.

"Heute abend reißen wir die Hospitality ab"

"Ich bin sehr, sehr glücklich, dass wir es so beenden konnten. Heute abend reißen wir erstmal die Hospitality ab", sagte Glock, für den es der erste Rennerfolg überhaupt seit 2007 war, als er in Valencia ein GP2-Rennen gewonnen hatte.

Mit Blick auf das kommende DTM-Jahr, das am ersten Maiwochenende in Hockenheim beginnt, hofft man nun nicht nur bei BMW auf dauerhaften Erfolg des Aushängeschilds Glock. "Wir haben in der schwierigen Zeit immer an ihn geglaubt", sagte BMW-Motorsportchef Jens Marquardt: "Und ich denke, mit Timo ist in der kommenden Saison zu rechnen."

Dessen Sieg verhalf den Bayern zudem zur erfolgreichen Titelverteidigung in der Markenwertung vor Audi.

Beim Regenrennen auf der Traditionsstrecke feierte der junge Mercedes-Pilot Roberto Merhi (Spanien) trotz Startplatz 21 und einer Durchfahrtstrafe mit Rang zwei seinen bemerkenswerten ersten Podestplatz in der DTM. Der entthronte Titelverteidiger Bruno Spengler (Kanada) beendete die Saison mit einem versöhnlichen dritten Platz.

Rockenfeller mit stumpfen Waffen unterwegs

Champion Mike Rockenfeller (Neuwied) fuhr im Audi dagegen nur auf den 16. Rang und holte erstmals in diesem Jahr keine Punkte. "Das ist ein bescheidenes Ergebnis für uns, das hatte ich mir natürlich anders vorgestellt. Wir waren heute mit stumpfen Waffen unterwegs", sagte der 29-Jährige.

Den ganzen Vormittag über hatte es in Hockenheim geregnet, entsprechend turbulent fiel bereits der Start des Rennens aus. Während Spengler die seine Spitzenposition souverän hielt, machten sich dahinter seine BMW-Kollegen das Leben zunächst gegenseitig schwer.

Der Meisterschaftszweite Augusto Farfus (Brasilien) legte den besten Start des gesamten Feldes hin, schoss von Position zehn auf den dritten Platz vor - doch Glock touchierte den Brasilianer noch in der ersten Runde und provozierte einen Dreher des Markenkollegen.

Glock widmet Sieg de Villota und Edwards

Die grenzwertige Aktion blieb ohne Folgen für Glock, der in der Folge auch dem Führenden Spengler immer näher kam. Als der Kanadier wenig später erstmals an die Box ging, sammelte Glock Führungskilometer.

Der Wersauer war in dieser Phase schneller unterwegs als Spengler, blieb daher länger draußen und baute den Vorsprung überraschend deutlich aus. "Timo, du kämpfst jetzt um den Sieg", funkte Glocks Renningenieur in den Helm seines Piloten.

In der Folge musste er den Erfolg vor allem gegen Merhi verteidigen, er tat dies souverän und mit der Erfahrung von 91 Rennen in de Königsklasse. Seinen Erfolg widmete Glock anschließend zwei kürzlich verstorbenen Rennfahrer-Kollegen: Seine Gedanken seien bei Maria de Villota und Sean Edwards.

"Natürlich fühlt sich ein Sieg immer gut an, heute hatte ich jedoch gemischte Gefühle. Meine Gedanken waren bei Maria de Villota und Sean Edwards, ich kannte beide sehr gut. Sie waren wunderbare Menschen. Ich widme den beiden meinen ersten DTM-Sieg, die heute hoffentlich von oben zugeschaut haben. Auf die Champagnerdusche haben wir aus Respekt vor den beiden, ihren Familien und Freunden heute verzichtet", so Glock nach dem Rennen.

Der Stand in der DTM

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