Dolderer im Pech bei Ivanoff-Sieg

Von Martin Gödderz
Montag, 08.09.2014 | 01:22 Uhr
Nicolas Ivanoff (m.) gewinnt zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder ein Red Bull Air Race
© RBAR
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Das Rennen in Texas wirbelt das Gesamtklassement des Red Bull Air Race noch einmal kräftig durcheinander. Mit Hannes Arch und Paul Bonhomme verpassen die beiden Top-Piloten der Saison das Finale. Nutznießer ist Nigel Lamb. Matthias Dolderer fliegt die beste Zeit des Tages, wird beim Sieg von Nicolas Ivanoff aber trotzdem nur Vierter.

Es hat schon wieder nicht sollen sein. Wie schon beim letzten Rennen in Ascot präsentierte sich der Deutsche Matthias Dolderer in Texas das ganze Wochenende über stark, verlor aber im entscheidenden Moment wichtige Zehntelsekunden und musste beim sechsten Saisonrennen in Dallas/Fort Worth erneut mit dem undankbaren vierten Platz vorliebnehmen.

Bereits kurz nach dem Rennen blickte der Pilot aus Tannheim aber bereits nach vorne. "Ich bin klarerweise ein bisschen enttäuscht, aber die Formkurve geht steil nach oben. Jetzt ist natürlich die große Frage, warum hat es nicht geklappt in den Final 4 auch die schnellste Zeit zu fliegen, aber vielleicht gewinnen wir ja in Las Vegas", so Dolderer nach dem Rennen.

Ivanoff feiert ersten Saisonsieg

Den Sieg auf dem Texas Motor Speedway schnappte sich der Nicolas Ivanoff vor Nigel Lamb und Pete McLeod. Der erste Saisonsieg des Franzosen kommt durchaus überraschend, hatte man doch vor dem Wochenende andere Piloten weiter vorne gesehen, wie zum Beispiel den Australier Matt Hall, der im Training konstant starke Leistungen zeigte.

Doch nicht nur Hall, der am Ende auf den sechsten Platz flog, musste sich am Rennwochenende schon früh geschlagen geben, auch die beiden Top-Favoriten auf den Titel erwischten einen gebrauchten Tag. Der amtierende Weltmeister Paul Bonhomme verpasste als Fünfter ebenso das Finale wie der Österreicher Hannes Arch.

Bonhomme übernimmt Gesamtführung

Für Arch kam es sogar noch schlimmer. Weil er auf dem anspruchsvollen und dichten Rennkurs in Texas nur auf den achten Platz flog, musste er seine Gesamtführung an den Briten Bonhomme abgeben. Nach dem Rennen sprach er vor allen Dingen davon, dass er die technischen Probleme am Flugzeug bis zum nächsten Rennen in Las Vegas in den Griff bekommen müsse.

Am meisten profitierte allerdings Bonhommes britischer Landsmann Nigel Lamb von den Schwächen seiner Konkurrenz. Lamb flog in seiner markant gelben MXS-R auf den zweiten Platz, zog in der Gesamtwertung dank seines zweiten Platzes und nun 44 Punkten mit Arch gleich und ist nur noch einen Punkt hinter dem nun mit 45 Punkten Führenden Bonhomme.

Dreikampf um die Weltmeisterschaft

Zwei Rennen vor Schluss hat sich das Gerangel um die Weltmeisterschaft nun also definitiv zu einem Dreikampf entwickelt. Lamb gelang es im Finale auf den Punkt eine starke Leistung zu bringen. Die Konstanz des Briten geht seinen beiden Kontrahenten um den Titel derzeit ab.

Auch der Sieger von Dallas/Fort Worth, Nicolas Ivanoff, zeigte in dieser Saison bereits schwankende Leistungen, präsentierte sich in Texas aber mit Cowboyhut ganz oben auf dem Podium und feierte seinen zweiten Air Race Sieg seiner Karriere, nachdem er 2009, ebenfalls in den USA, das Rennen in San Diego gewonnen hatte.

Im Ziel äußerte sich der Franzose freudig: "Es war nicht einfach mit den wechselnden Winden und es gab die ganze Woche über viele Pylonentreffer. Als ich die Strecke das erste Mal geflogen bin, war ich mir nicht sicher, ob sie mir gefällt. Aber ich konnte mich stetig verbessern und jetzt fühle ich mich richtig, richtig glücklich."

Dolderer fliegt schnellste Zeit

Deutschlands Top-Pilot Dolderer bleibt der schwache Trost, die am Ende schnellste Zeit des Tages geflogen zu haben. Seine 0:53.538 aus den Top 12 unterbot im Laufe des Renntages niemand mehr, auch er selbst nicht.

Im Final 4 zeigte Dolderer dann allerdings eine Zeit jenseits der 55 Sekunden und hatte erstmals mit den Bedingungen zu kämpfen. An der Nervosität lag es jedenfalls nicht, wie Dolderer nach dem Rennen zugab.

"Nervosität war gar keine dabei. Die erste Schikane und die letzte Kurve waren ausschlaggebend, weil sehr viel mehr Wind geblasen hat als bei den zwei Runs zuvor. Hätte ich das gewusst, wäre ich eine leicht veränderte Linie geflogen. Aber das ist Racing! Wir sind auf einem guten Weg", so der 43-Jährige.

Widrige Wetterbedingungen machen Rennen schwer

Die waren am Renntag aber nicht so unberechenbar und schwierig wie die Tage zuvor. Am Samstag musste sogar das Qualifying wegen Unwetterwarnungen abgesagt werden, weswegen die Piloten mit ihren besten Trainingszeiten an den Start gingen.

Das Red Bull Air Race bleibt für das nächste Rennen in den USA. Am 11. und 12. Oktober gastiert die schnellste Rennserie der Welt auf dem Las Vegas Motor Speedway.

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