Motorsport

Emotionaler Lamb-Sieg in Malaysia

Von Martin Gödderz
Der Brite Nigel Lamb gewann in Malaysia sein erstes Red Bull Air Race
© RBAR

An einem emotionalen und epischen Rennwochenende in Malaysia holt sich der Brite Nigel Lamb seinen ersten Karrieresieg überhaupt. Mit einer Zeit von 1:15,023 setzte er gleichzeitig einen neuen Streckenrekord in Putrajaya und stellt die WM-Topfavoriten kalt. Der Deutsche Matthias Dolderer wird Achter.

Nach 44 absolvierten Rennen beim Red Bull Air Race und insgesamt sechs Podiumsplatzierungen hat der Brite Nigel Lamb endlich den Sieg geholt, auf den er schon so lange gewartet hat. Er landete vor dem Österreicher Hannes Arch und Matt Hall aus Australien als Erster im Ziel.

"Ich bin noch zu aufgebracht, um etwas sagen zu können", meinte ein beschwingter Lamb, als er unmittelbar nach dem Rennen auf den Flugplatz zurückgekehrt war, um mit seinem Team zu feiern. Nachdem er sich etwas gefasst hatte, fand der Brite doch Worte für seinen historischen Erfolg.

"Ich muss wirklich sagen, dass ich überrascht bin. Ich hätte niemals gedacht, dass das so emotional wird. Ich habe einige Risiken auf mich genommen und hatte heute eine gute Strategie sowie den Glauben an mich und das Team", so der Sieger nach dem Rennen.

Bonhomme hat Probleme mit dem Flugzeug

Lamb wies Hannes Arch in die Schranken. Der Österreicher zeigte aber in einem sehr aufgeladenen Flug das Potenzial seines Fliegers in einer schnellen Rennstrecke.

Arch behält mit nun 30 Punkten seine Führung an der Spitze der Gesamtwertung und hat nach dem Rennen in Malaysia einen Vorsprung von fünf Punkten auf Lambs Landsmann Paul Bonhomme, der mit 25 Punkten an zweiter Stelle steht, in Putrajaya allerdings nicht das Final Four erreichte, nachdem sein Rennflugzeug, die Edge 540 V2, Probleme mit dem Energievermögen hatte.

Der britische Sieger, der in seiner bisherigen Rennkarriere schon fünfmal auf dem zweiten Platz des Podiums stand, war verständlicherweise sehr glücklich, endlich den ersten Sieg geholt zu haben. Der Pilot, der die Weltmeisterschaft 2010 auf dem dritten Platz im Gesamtklassement beendet hatte, glänzte mit einer grandiosen Leistungssteigerung. In der diesjährigen Gesamtwertung liegt er punktgleich mit dem Kanadier Pete McLeod mit 17 Punkten auf dem dritten Rang.

Die Leistung Lambs ist auch weiterer Antrieb für seinen langjährigen Techniker Nigel Huxtable, der für das umfangreiche Programm an aerodynamischen Modifikationen, denen Lambs revolutionäres MXS-R Rennflugzeug ausgesetzt war, verantwortlich ist.

Dolder unzufrieden nach Platz acht

Am Ende verlor Lamb auch noch ein Wort über das erste asiatische Red Bull Air Race. "In Malaysia zu fliegen, ist einfach atemberaubend. Die Menschen sind wundervoll und das Essen toll. Ich wusste von Anfang an, dass es hier großartig wird", so der Brite.

Der Deutsche Matthias Dolderer konnte dem nur bedingt beipflichten und haderte mit dem eigenen Rennwochenende, nachdem er zuvor als Lucky Loser in die Top 8 geflogen war, dort allerdings als Letztplatzierter ausschied und somit nur einen Punkt mitnimmt in die zweimonatige Pause bis zum nächsten Rennen im polnischen Gdynia am 27. Juli.

"Es war einfach nicht mein Wochenende. Noch zwei oder drei Läufe mehr hätten mir sehr gut getan, aber es ist nun so, wie es ist. Der achte Platz ist immerhin besser als der 12. Jetzt haben wir erst einmal zwei Monate Pause, die ich nutzen kann, um mental besser vorbereitet zu sein", so der deutsche Pilot.

Der WM-Stand im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung