Motorsport

Vettel will ersten Einzelsieg

SID
Wie schon 2010 wird auch das diesjährige Race of Champons in Düsseldorf stattfinden
© Getty

In Düsseldorf steigt am Wochenende zum zweiten Mal das Race of Champions mit Stars wie Sebastian Vettel und Michael Schumacher. Am Montag fand in der Arena noch Zweitliga-Fußball statt - für die Organisatoren eine unglaubliche Herausforderung und ein Wettlauf gegen die Zeit.

Das Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga zwischen dem neuen Tabellenführer Fortuna Düsseldorf und der Spvgg. Greuther Fürth (2:1) war gerade zwei Stunden beendet, die Düsseldorfer Esprit-Arena endlich leer, da rückten auch schon die 50 Bauarbeiter zu ihrem Drei-Tages-Marathon an.

Ihr Auftrag: Die Multifunktionsarena, in der Lena beim Eurovision Song Contest im Mai ihren Titel verlor und in der die Fortuna jedes Spiel gewinnt, in allerkürzester Zeit in eine "Spielzeug-Rennbahn" zu verwandeln.

So nannte Michael Schumacher die Anlage, auf der er am Wochenende im deutschen Weltmeister-Duo mit Sebastian Vettel antreten wird, um zum fünften Mal in Folge den Nationen-Cup beim Race of Champions zu gewinnen.

Vettel peilt Einzelsieg an

Doch Vettel hat auch seinen ersten Einzelsieg im Visier. Der Nationen-Cup sei "ähnlich wie die Konstrukteurs-WM in der Formel 1, wo man gemeinsam für ein Ziel kämpft. Doch ich habe definitiv das Ziel, auch den Fahrer-Titel beim Race of Champions zu gewinnen", sagte der 24-Jährige.

"Ich kann es kaum noch abwarten, bis es endlich losgeht", sagte er: "Diese Veranstaltung ist etwas völlig anderes als das, was wir in der Formel 1, der Rallye-WM oder anderen Motorsportkategorien erleben. Ein großartiges Event, um den Motorsport - und das Gefühl von Wettkampf und Spaß - ganz nah an die Fans zu bringen."

Im Vorjahr hatten die Bauarbeiter noch fast zwei Wochen für den Aufbau gehabt, dieses Mal machte der Zweitliga-Spielplan die Arbeiten zu einem Wettlauf mit der Zeit. Der Abbau wird übrigens nicht weniger herausfordernd, schließlich tritt schon am 10. Dezember Box-Weltmeister Witali Klitschko in der Arena mit den bunten Sitzen zur Titelverteidigung gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck an.

Bauarbeiten unter Zeitdruck

Rund eine halbe Million Euro kostet allein der Umbau für das Race of Champions, bei dem die besten Motorsportler aller Klassen auf zwei Parallelbahnen zum Wettkampf antreten. Rund 200 LKW werden die 2500 Tonnen Material in den Innenraum bringen. Dann werden 10.000 Quadratmeter Aluminium-Platten, 160 Tonnen Asphalt und 400 Meter Betonschutzwand zur Streckenabgrenzung verwendet.

Höhepunkt der Rennstrecke ist eine Brücke, über die die äußere und die innere Strecke miteinander verbunden sind. Diese Überführung wurde extra aus England nach Düsseldorf geliefert. Auf sieben Tiefladern wurde sie durch den Eurotunnel unter dem Ärmelkanal transportiert.

Bevor die bis zu 500 PS starken Autos über die 600 Meter lange und 7,50 Meter breite Piste heizen können, muss zunächst der komplette Boden der Arena mit Aluminium-Platten ausgelegt werden. Die Asphaltarbeiten können erst beginnen, wenn die betreffenden 4500 Quadratmeter der Arena-Fläche mit einer 20 Zentimeter dicken Schotterschicht belegt sind. Allein das Asphaltieren dauert dann 16 Stunden.

Frankfurt musste absagen

Die Arena an sich, zwischen 2002 und 2004 für 218 Millionen Euro erbaut, hatte nicht den erhofften Zuschlag für die Fußball-WM 2006 bekommen. In jüngerer Vergangenheit war sie jedoch immer öfter Austragungsort großer internationaler Veranstaltungen. Madonna, Bruce Springsteen, die Rolling Stones, Depeche Mode und Herbert Grönemeyer gaben hier schon Konzerte. Die Krönung war der Eurovision Song Contest.

Dass Düsseldorf im Vorjahr erstmals den Zuschlag für das Race of Champions erhalten hatte, lag übrigens an dem 235 Meter langen und 201 m breiten Dach.

Im Gegensatz zum Vogelnest in Peking, wo die Stars der Vollgas-Branche 2009 bei Temperaturen von gerade mal vier Grad mächtig gezittert hatten, garantieren die zehn Kilometer Heizleitungen fast schon frühlingshafte Temperaturen um die 20 Grad.

Dennoch sollte in diesem Jahr eigentlich "Mainhattan" den Zuschlag erhalten. Ein Heimspiel des dortigen Zweitligisten Eintracht Frankfurt verhinderte das. Auch in Düsseldorf machte König Fußball den Arbeitern das Leben schwer - aufhalten konnte er sie aber nicht.

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