DTM-Boss bastelt an der Zukunft seiner Serie

Aufrechts Visionen: Hoffen auf Heidfeld

SID
Dienstag, 01.11.2011 | 12:43 Uhr
DTM-Boss Hans Werner Aufrecht will seine Serie noch attraktiver machen
© Getty
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Mehr Rennen, mehr Autos, mehr Stars: Kaum ist die Saison in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft beendet, da laufen die Vorbereitungen für die DTM der Zukunft bereits auf Hochtouren.

Deshalb verspürt DTM-Boss Hans Werner Aufrecht nach dem Ende der Ära mit nur zwei Autofirmen (Mercedes und Audi) auch keinen Abschiedsschmerz. Es überwiegt die Vorfreude auf den dritten Hersteller BMW, der 2012 in die DTM zurückkehrt.

"Wenn man so lange mit einem Reglement gefahren ist, das teilweise auf die Spitze getrieben wurde, dann ist es Zeit für etwas Neues. Und deshalb sind wir eher erwartungsfroh gestimmt", sagt Aufrecht im Interview der "dapd". Sechs Jahre haben Mercedes und Audi die DTM mit einem Zweikampf am Leben gehalten.

Respekt an alle Beteiligten

Dieser Mut verdient Respekt, wie Aufrecht sagt: "Ich muss allen Beteiligten, also den Herstellern, Sponsoren und den TV-Partnern ein großes Kompliment machen, dass sie in all den Jahren immer an die DTM geglaubt haben."

Trotz aller Schwierigkeiten sei es eine tolle Zeit gewesen, betont "HWA", wie der DTM-Boss genannt wird: "Für mich persönlich war es toll, zu erleben, dass die Plattform DTM erhalten geblieben ist." Doch ohne Aufrechts Visionen, seinen Enthusiasmus und Idealismus, wäre die Rennserie nicht da, wo sie heute steht: An der Spitze der europäischen Tourenwagenserien.

Gänsehaut beim neuen BMW

Dass es gelungen ist, BMW mit ins Boot zu holen, erfüllt Aufrecht mit Stolz. Seine Augen leuchten, wenn er von der DTM der Zukunft spricht. Ausruhen kennt Aufrecht nicht. Als er bei den gemeinsamen Demorunden beim Saisonfinale in Hockenheim den M3 gesehen habe, mit dem BMW die DTM ab kommendem Jahr aufmischen will, da habe er eine Gänsehaut bekommen, sagt Aufrecht: "BMW ist eine Marke, die im Tourenwagensport Geschichte geschrieben hat."

Etwas sentimental wird "Mister DTM" auch, wenn die Sprache auf den Überraschungs-Meister Martin Tomczyk kommt. Die Story, die der Audi-Pilot geschrieben hat, habe ihm in dieser Saison am besten gefallen. "Da kommt er daher und gewinnt den Titel in einem Jahreswagen. Das ist es, was die Zuschauer sehen wollen", sagt Aufrecht.

Tomczyk war bei Audi nicht mehr erste Wahl und musste mit einem A4 Baujahr 2008 über die Runden kommen, während seine prominenteren Markenkollegen wie Timo Scheider und Mattias Ekström Autos der aktuellen Serie fahren durften. "Das muss sicher eine große Genugtuung für ihn gewesen sein", sagt Aufrecht.

Aufrecht: Brauchen die Stars

Auf Aufrechts Wunschzettel steht aber ein anderer Fahrer zurzeit ganz oben: Nick Heidfeld. Der DTM-Boss will jedenfalls alles dafür tun, dass der in der Formel bei Renault ausgemusterte Mönchengladbacher künftig in seiner Rennserie fährt. "Wir brauchen die großen Namen. Wir sehen ja an Ralf Schumacher, was ein ehemaliger Formel-1-Fahrer in der DTM alles bewegen kann. Deshalb tut uns jeder dieser Stars gut", sagt Aufrecht.

Derzeit arbeitet Aufrecht bereits an der "neuen DTM", Winterpause gibt es für den Schwaben nicht. 18 Rennautos sind für die neue Saison vorgesehen, Aufrecht wünscht sich allerdings ein deutlich größeres Starterfeld.

Noch einige Probleme

Bislang hätten die Hersteller nur vereinbart, jeweils mindestens sechs Autos einzusetzen. Das letzte Wort sei daher noch nicht gesprochen. "Jetzt kommt es darauf an, wie die Testprogramme laufen", sagt Aufrecht.

Auch die Anzahl der Rennen ist ein Problem. Bei gerade mal zehn Starts und einem halben Jahr Winterpause kann die DTM schnell in Vergessenheit geraten. Weltmeister Sebastian Vettel muss in der Formel 1 gleich 20-mal ran. Aufrecht ist der Auffassung, dass es in der DTM eine deutliche Steigerung bei der Anzahl der Rennen geben muss: "Aber im Augenblick sind wir erst mal dabei, dass wir das, was wir haben, auf die richtige Bahn bringen."

Die DTM-Gesamtwertung

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