Sonntag, 28.11.2010

Zweiter Platz in Shanghai genügt

Di Resta erstmals Tourenwagen-Meister

Mercedes-Pilot Paul di Resta hat zum ersten Mal den Titel in der DTM geholt. Dem 24-Jährigen reichte beim ersten DTM-Saisonfinale in Shanghai ein zweiter Platz zum Triumph.

Der Schotte, Paul di Resta, startet seit 2007 in der Tourenwagenserie DTM für Mercedes-Benz
© Getty
Der Schotte, Paul di Resta, startet seit 2007 in der Tourenwagenserie DTM für Mercedes-Benz

Erster DTM-Titel für Paul di Resta, Sieg für Gary Paffett: Das erste Saisonfinale der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft in Shanghai wurde zu einer Mercedes-Sternstunde. Nur der noch abgefangene Favorit Bruno Spengler stand bei der Jubelfeier seiner Teamkollegen ein wenig traurig daneben.

Dem Schotten di Resta reichte in Shanghai ein zweiter Platz hinter dem Briten Paffett zum bislang größten Erfolg seiner Karriere. "Das ist einfach riesig. Endlich habe ich es geschafft. Diese Nummer eins steht nächstes Jahr auf meinem Auto. Ich hatte nie Zweifel und habe mich sehr stark gefühlt. Man darf nie aufgeben", sagte di Resta überglücklich.

Damit fing der 24-Jährige den Kanadier Spengler im letzten Rennen noch ab. Der Mercedes-Favorit hatte bereits im Qualifying seine Titelchancen verspielt, als er nach einem Ausrutscher in die Betonmauer nur den 17. Startplatz belegt hatte. Der Kanadier wies alle Schuld von sich und zeigte sich als schlechter Verlierer: "Dies ist keine Rennstrecke für eine Meisterschafts-Entscheidung. Das war mehr eine Lotterie als alles andere."

"Sicher noch ein paar Bier trinken"

Auf dem engen 2,465km langen Stadtkurs blieb die große Aufholjagd Spenglers dann aus, der Kanadier ging auf Rang 13 leer aus. Im DTM-Schlussklassement fiel Spengler mit 66 Punkten sogar noch hinter di Resta (71) und Paffett (67) auf den dritten Platz zurück.

Norbert Haug versuchte, den enttäuschten Spengler zu trösten. "Bruno ist eine hervorragende Saison gefahren. Aber es kann nur einer Meister werden", sagte der Mercedes-Sportchef. Es sei ein harter Kampf gewesen, auch Paffett habe noch eine sehr gute Chance gehabt: "Jeder hatte den Titel verdient." Die Plätze eins, zwei und drei zu belegen, sei eine großartige Leistung, so Haug: "Besonders bei einem Gegner wie Audi."

Paffett, dem nur ein kleines Wunder zum Titelgewinn verholfen hätte, zog ein positives Fazit: "Ich habe in diesem Jahr drei Rennen gewonnen, das ist klasse. Es gab ein paar Rennen, in denen ich nicht das Optimale aus dem Auto rausgeholt habe, das hat dann am Ende den Ausschlag gegeben." Aber es gibt wohl niemanden, dem er den Titel mehr gönnt als di Resta. "Paul ist ein guter Freund von mir, es macht Spaß gegen ihn zu fahren", sagte Paffett. Und di Resta versprach: "Gary und ich werden heute sicher noch ein paar Bier trinken."

Entthronter Scheider wird Dritter

Dritter in Shanghai wurde Audi-Pilot Timo Scheider (Braubach), der nach den beiden Titelgewinnen 2008 und 2009 entthront wurde. Scheider gratulierte seinem Nachfolger aber sofort: "Paul hat es verdient, er hat eine sehr starke Saison gehabt." Er selbst habe früh gemerkt, dass es mit der Titelverteidiung nichts mehr wird, sagte der Audi-Pilot. Sein Sieg in Adria und der dritten Platz in Shanghai bescherten Scheider dann aber wenigstens ein versöhnliches Ende.

Der Schotte David Coulthard holte als Achter seinen ersten Punkt und gewann damit das Duell der einstigen Formel-1-Stars mit seinem Mercedes-Kollegen Ralf Schumacher, der auf Position zehn ins Ziel kam. Ob Schumacher ein viertes Jahr in der DTM bleibt, steht allerdings noch in den Sternen. "Die Zusammenarbeit macht beiden Seiten sehr viel Spaß. Ob daraus etwas wird, muss man abwarten. Aber wir arbeiten daran", sagte der 35-Jährige.

Das DTM-Finale in Shanghai, das auf eine Stunde angesetzt worden war, wurde nach einer leichten Kollision mehrerer Piloten sechs Minuten vor dem geplanten Ende abgebrochen und nicht mehr neu gestartet. Nach den vielen spektakulären Unfällen an den ersten beiden Tagen waren die ersten drei Runden des Rennens aus Sicherheitsgründen hinter dem Safety Car gefahren worden. Das Finale verlief nach den turbulenten Trainingstagen allerdings ohne ernsthafte Zwischenfälle.

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