Sonntag, 06.06.2010

Motorsport

Italien nach Rossi-Beinbruch in Schockzustand

Der Beinbruch von Motorrad-Superstar Valentino Rossi hat in Italien für große Bestürzung gesorgt. Der 31-Jährige fällt monatelang aus und muss seinen zehnten Titel abschreiben.

Valentino Rossi bestritt auch schon Testfahren für das Formel-1-Team von Ferrari
© Getty
Valentino Rossi bestritt auch schon Testfahren für das Formel-1-Team von Ferrari

Der komplizierte Beinbruch von Superstar Valentino Rossi hat fast ganz Italien in einen Schockzustand versetzt. Durch den Sturz am Samstag im freien Training zum Großen Preis von Italien in Mugello verpasste der neunmalige Weltmeister nicht nur zum ersten Mal überhaupt in seiner erfolgreichen Karriere ein Rennen, noch dazu sein Heimspiel in Italien.

Insgesamt wird der "Doktor", der erstmals selbst Patient ist, sogar vier bis fünf Monate ausfallen und muss seinen zehnten Titel in diesem Jahr abschreiben.

"Ganz Italien bangt um Valentino. Ein Alptraum, Rossi muss dem WM-Titel adieu sagen", titelte am Sonntag die Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport", nachdem der 31 Jahre alte Yamaha-Pilot noch am Samstagabend in einer Spezialabteilung des Careggi-Hospitals in Florenz zweieinhalb Stunden operiert worden war.

Der Bruch des rechten Schienbeins wurde mit einem Nagel stabilisiert, die durchtrennte Haut blieb aber noch offen und soll erst in ein paar Tagen bei einer weiteren Operation genäht werden. Vor der Klinik hatten sich am Samstag zahlreiche Fans eingefunden, die ihrem Idol in der schwersten Stunde seiner Karriere nah sein wollten.

Rossis Vater "sehr besorgt"

Rossis erste Frage nach dem Aufwachen aus der Narkose war laut der "Gazzetta" angeblich: "Wer hat die Pole geholt?" Am Sonntag war er in einem Telefoninterview mit dem Fernsehsender "Mediaset" schon wieder zu Scherzen aufgelegt. "Es war ein böser Unfall, aber meine Moral ist gut, besonders weil ich gemerkt habe, dass es mir mit Morphium ziemlich gut geht", flachste er. Auf dem Motorrad sei der Abflug noch schlimmer gewesen als auf den Fernsehbildern.

Sein Vater nahm den ersten schweren Sturz in der Laufbahn seines Sohnes mit weniger Humor. "Wir sind sehr besorgt", sagte Graziano Rossi, zeigte aber auch gleich wieder ein bisschen Zuversicht: "Das ist eine Krise, die er überwinden kann. Aber vielleicht wechselt er jetzt ja doch in die Formel 1."

Bei Ferrari würde man ihn mit offenen Armen empfangen. "Ferrari ist bei Dir. Wenn Du Lust hast, auf vier Rädern zu trainieren, stehen die Türen in Maranello immer offen", schrieb Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo in einem Genesungsbrief an Rossi, der schon mehrfach Testfahrten für die Scuderia bestritten hat.

Zunächst ist Montezemolo aber von einem Comeback des Superstars auf zwei Rädern überzeugt. "Rossi wird stärker als je zuvor zurückkehren", sagte er.

"WM-Titel ohne Rossi weniger wert"

Auch Massimo Moratti, Präsident von Champions-League-Sieger Inter Mailand, schickte Rossi beste Genesungswünsche. Francesca Schiavone meinte kurz nach ihrem ersten Grand-Slam-Titel in Paris: "Ich hoffe, er wird sich bald erholen. Denn er hat micht gelehrt, nach Titeln zu jagen. Ich bin ein großer Fan von ihm."

Eine Woche bis zehn Tage muss Rossi nach Aussage von Chirurg Roberto Bozzi, der sich gemeinsam mit Streckenarzt Claudio Costa um den Italiener kümmerte, noch in der Klinik bleiben. Danach wird er sich rund sechs Wochen nur mit Krücken fortbewegen können.

Möglicherweise wird sich Rossi in der Reha-Zeit auch noch einer Operation an der rechten Schulter unterziehen, die ihm seit einem Sturz beim Moto-Cross-Fahren Mitte April Probleme bereitet. "Wichtig ist, dass ich wieder zu hundert Prozent zurückkehren kann", sagte Rossi.

Sein Yamaha-Team wird sich in den kommenden Tagen Gedanken über einen Vertreter machen müssen. Aus vertraglichen Gründen müsse das Motorrad besetzt werden, sagte Rennleiter Lin Jarvis, der Rossi alle Zeit für seine Genesung geben will. Teamkollege und WM-Spitzenreiter Jorge Lorenzo ist durch Rossis Ausfall zum großen Titelfavoriten aufgestiegen. "Ohne Rossi wäre der WM-Titel aber weniger wert", meinte der Spanier.

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