Audi triumphiert bei 24-Stunden-Rennen

SID
Sonntag, 13.06.2010 | 15:44 Uhr
Mike Rockenfeller fährt seit der Saison 2007 für Audi
© Getty
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Einen dreifachen Triumph hat Audi beim legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans gefeiert. Mike Rockenfeller, Timo Bernhard und Romain Dumas konnten sich den Sieg sichern.

Audi hat beim berühmten 24-Stunden-Rennen von Le Mans einen dreifachen Triumph gefeiert. Den Sieg sicherten sich Mike Rockenfeller (Neuwied), Timo Bernhard (Dittweiler) und Romain Dumas (Frankreich), für die es der erste Erfolg überhaupt in Le Mans war.

Das Audi-Trio, das in der 17. Stunde zum ersten Mal die Führung übernommen hatte, lag im Diesel-Sportwagen R15 plus schließlich nur knapp vor dem Schwesterauto mit Marcel Fässler (Schweiz), Andre Lotterer (Duisburg) und Benoit Treluyer (Frankreich).

Für den totalen Triumph der Ingolstädter, die bei der insgesamt 78. Auflage des Langstreckenklassikers nicht das schnellste, dafür aber das zuverlässigste Auto ins Rennen schickten, sorgten vor weit mehr als 200.000 Zuschauern Rinaldo Capello (Italien), Allan McNish (Großbritannien) und Rekordgewinner Tom Kristensen (Dänemark) auf Rang drei.

"Der wertvollste Sieg in der Unternehmensgeschichte"

"Das war eines der spannendsten Le-Mans-Rennen überhaupt. Dieser Dreifach-Sieg ist für Audi zweifellos der wertvollste und am härtesten erkämpfte in unserer Unternehmensgeschichte. Ich danke der gesamten Mannschaft, alle haben eine unglaubliche und fehlerfreie Leistung vollbracht", sagte Audi-Vorstand Rupert Stadler.

Der Audi-Erzrivale Peugeot, der das "Heimspiel" im Vorjahr gewonnen hatte, erlebte eine Pleite auf der ganzen Linie. Alle vier Werks-Autos 908 HDi FAP der Franzosen fielen dem hohen Tempo zum Opfer und schieden aus. Da hatte sogar Audi-Boss Stadler Mitleid: "Peugeot war ein großer Gegner, der uns alles abverlangt hat."

Neun von Elf für Audi

Für Audi war es der neunte Gesamtsieg in den letzten elf Rennen in Le Mans. Dieses Kunststück hat bisher nur Rekordsieger Porsche (16 Siege) von 1976 bis 1986 geschafft. In der ewigen Bestenliste zog Audi auf Platz zwei mit Ferrari (jeweils neun Siege) gleich.

Kristensen verfehlte seinen neunten Erfolg, weil er in der fünften Stunde in einem Kiesbett strandete, nachdem er vergeblich versucht hatte, dem dreimaligen Tourenwagen-Weltmeister Andy Priaulx (Großbritannien) in dessen BMW-Art-Car auszuweichen. Der Brite war wegen eines Reifenschadens in langsamer Fahrt unterwegs gewesen.

Letztes Peugeot-Auto fällt kurz vor Schluss aus

Zu den ersten Gratulanten der siegreichen Mannschaft gehörten der Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piech, der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn sowie Audi-Chef Stadler, die alle das gesamte Rennen live vor Ort verfolgten.

Fassungslosigkeit herrschte dagegen bei Peugeot. Die Franzosen standen trotz Millionenaufwandes und einer akribischen Vorbereitung am Ende mit leeren Händen da. Als 75 Minuten vor Rennende auch das vierte Auto mit Motorschaden ausgefallen war, hatten sich endgültig alle Hoffnungen von Peugeot-Sportdirektor Olivier Quesnel in Rauch aufgelöst.

Vater-Sohn-Team scheidet früh aus

Zu den prominenten Ausfallopfern zählte neben den sieben ehemaligen Formel-1-Piloten im neunköpfigen Peugeot-Werkskader auch Ex-Formel-1-Weltmeister Nigel Mansell.

Der 56-jährige Brite, der mit seinen Söhnen Leo und Greg das erste Vater-Sohn-Team in der Historie des Rennens bildete, war nach einem Reifenschaden an seinem Ginetta-Zytek-Prototyp noch mit hoher Geschwindigkeit in eine Leitplanke einschlagen.

Für Mansell, der dabei unverletzt blieb, war der Familienausflug an die Sarthe bereits nach 18 Minuten auf Rang 17 liegend beendet.

Mansell will mit Kundenauto starten

Für die Zukunft plant der "Oldie" offenbar einen Coup. Nach eigenen Angaben will Mansell 2011 in einem konkurrenzfähigen Kundenauto in Le Mans an den Start gehen. Erste Gespräche mit Wunschpartner Peugeot fanden bereits statt.

In der GT-Kategorie feierte Porsche als weiterer deutscher Premiumhersteller einen Klassensieg, den Wolf Henzler (Nürtigen), Marc Lieb (Ludwigsburg) und Richard Lietz (Österreich) im 911 GT3-RSR sicherten.

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