Samstag, 15.05.2010

Motorsport

Routinier Stuck greift noch einmal an

Der 59 Jahre alte Routinier Hans-Joachim Stuck geht 40 Jahre nach seinem ersten Sieg bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring noch einmal im Audi R8 LMS an den Start.

Hans-Joachim Stuck gewann unter anderem zweimal das 24-Stunden-Rennen von Le Mans
© sid
Hans-Joachim Stuck gewann unter anderem zweimal das 24-Stunden-Rennen von Le Mans

Der "alte Mann" will es noch einmal wissen: 40 Jahre nach dem ersten seiner bislang drei Siege bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring will Hans-Joachim Stuck noch einmal den Eifel-Marathon gewinnen.

Dabei will der frühere Formel-1-Pilot und heutige VW-Repräsentant, der nach 1970 noch 1998 und 2004 jeweils mit BMW gewann, erstmals Audi im Premium-Duell mit Porsche und BMW zum Gesamtsieg auf der berühmten Nordschleife führen.

"Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich gesundheitlich noch topfit und damit der großen Herausforderung dieses Rennens auf einer der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt gewachsen bin. Zudem freue ich mich sehr darüber, mit dem Audi R8 LMS ein Fahrzeug fahren zu dürfen, das eine Chance auf den Gesamtsieg hat", sagte der 59 Jahre alte Stuck, dessen Sohn Johannes ebenso wie der Rennfahrer-Nachwuchs Luca Ludwig und Kenneth Heyer ebenfalls in einem Audi am Start ist.

200 Teams aus 30 Nationen am Start

Insgesamt treten mehr als 200 Teams mit fast 800 Fahrern aus 30 Nationen am Samstag (15 Uhr) beim Saison-Höhepunkt an, der auch in seiner 38. Auflage über den Grand-Prix-Kurs und die berühmte Nordschleife führt.

Autos von insgesamt 24 Herstellern, davon zehn mit Werkseinsätzen, sind auf der 25,378 Kilometer langen Strecke dabei. Mehr als 100.000 Fans werden wieder ein Volksfest feiern, bei dem sich die Gerüche von Bratwurst und Benzin unnachahmlich vermischen.

Stuck, für den der Eifel-Marathon neben den 500 Meilen von Indianapolis, dem Formel-1-GP in Monte Carlo und den 24 Stunden von Le Mans zu den bedeutendsten Rennen der Welt zählt, wird mit den Nordschleifen-Spezialisten Marc Basseng, Mike Rockenfeller und Frank Stippler einen von drei R8 des DTM-Teams Phoenix fahren. Zwei weitere R8, in denen unter anderem die DTM-Champions Timo Scheider und Mattias Ekström sitzen, bringt das DTM-Team Abt Sportsline an den Start.

BMW will an frühere Erfolge anknüpfen

Auch BMW will nach der kürzlich verkündeten Rückkehr in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft beim 24-Stunden-Rennen an frühere Erfolge (8 Doppelsiege/122 Klassensiege) anknüpfen und setzt werksseitig mit dem Schnitzer-Team zwei BMW M3 GT2 ein, in denen unter anderem Jörg Müller, der ehemalige Tourenwagen-Weltmeister Andy Priaulx aus Großbritannien und der frühere Formel-1-Pilot Pedro Lamy aus Portugal sitzen, der schon viermal in der Eifel gewann.

Rekordsieger ist allerdings der ehemalige DTM-Pilot Marcel Tiemann mit fünf Erfolgen, der in den letzten vier Jahren jeweils in einem Porsche triumphierte.

Den Porsche 911 GT3-R des Manthey-Teams teilt er sich wie im Vorjahr mit Timo Bernhard und den Werkspiloten Marc Lieb und Romain Dumas (Frankreich). Porsche, seit 2006 ungeschlagen, setzt zudem einen 911 mit einem vom Formel-1-Team Williams entwickelten Hybrid-Antrieb ein, der wegen seiner Effizienz für eine Überraschung sorgen könnte.

VW setzt auf Erdgasbetrieb

Innovativ ist auch wieder VW.

Die Wolfsburger setzen erstmals drei Scirocco mit dem Erdgasantrieb ein und peilen damit den Klassensieg an. Am Steuer sitzt unter anderem der Rallye-Werksfahrer und Dakar-Zweite Nasser Al-Attiyah aus Katar.

Einen Abstecher auf die Rundstrecke macht sechs Tage nach seinem Sieg bei der WM-Rallye in Neuseeland auch der finnische Ford-Werkspilot Jari-Matti Latvala in einem Focus RS.

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