Donnerstag, 08.04.2010

Die MotoGP-Gladiatoren 2010

Big Bang, coole Texaner und ein grüner Sponsor

An diesem Wochenende beginnt beim Nachtrennen in Katar die neue MotoGP-Saison 2010. SPOX stellt in einem Auszug aus dem neuen Motorsport-Magazin die Top-Favoriten, die Neulinge und die Überraschungskandidaten vor.

Während Aleix Espargaro (vorne) vor allem auf die Umwelt achtet, will Jorge Lorenzo den Titel
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Während Aleix Espargaro (vorne) vor allem auf die Umwelt achtet, will Jorge Lorenzo den Titel

Die Abräumer

Das Yamaha-Team räumte in der vergangenen Saison alles ab, was man so an Preisen erhaschen kann. Valentino Rossi holte den neunten WM-Titel, den 100. Grand-Prix-Sieg und lieferte sich die spannendsten Zweikämpfe mit dem eigenen Teamkollegen: Jorge Lorenzo.

Der wurde am Ende Vizeweltmeister und half Yamaha beim Gewinn der Teamweltmeisterschaft und des Konstrukteurstitels. Wie also will man diese Bilanz 2010 noch toppen? Eigentlich kann das Team nur verlieren.

Zumal auch in der Konkurrenz zwischen Rossi und Lorenzo ein rauer Wind weht. Für Rossi heißt es zu zeigen, wer der Herr im Yamaha-Haus ist, Lorenzo wird beweisen wollen, dass er auch ohne die Daten des Italieners schnell fahren kann.

Der Sprung nach vorn

Für das Repsol-Honda-Team heißt es in dieser Saison: endlich nach vorn aufschließen, Siege holen und eine ernsthafte Konkurrenz um den WM-Titel sein.

Dafür holte man über den Winter einige Techniker ins Boot, die vorher bei Yamaha ihr Geld verdienten. Doch die Tests zeigten noch keine großen Fortschritte. Vor allem Dani Pedrosa hatte zu kämpfen, die Elektronik mit der neuen Aufhängung unter einen Hut zu bringen.

Gerade diesen will man bei Honda halten. Dovizioso machte vor allem beim letzten Test einen besseren Eindruck und fuhr auf Rang drei. Der junge Italiener hat durch seinen Sieg in Donington 2009 Blut geleckt und will wieder ganz nach oben und das vor allem öfter.

Big Bang

Ducati startet 2010 nicht nur mit einer neuen Teamstruktur, sondern wichtiger: auch mit dem Big Bang Motor. Erklärtes Ziel der Italiener ist es, die Desmosedici für alle Fahrer fahrbarer zu machen, sodass nicht nur Casey Stoner die Spitze herausfordern kann.

Es scheint gelungen, denn Nicky Hayden fand sich während der letzten Tests in der Spitzengruppe wieder und Stoner zeigte sich begeistert von der Kurvenfahrt, dem Verhalten beim Anbremsen und Beschleunigen und erklärte, dass man damit durchaus einen Vorteil habe, trotz Leistungsverlusts des Motors.

Die richtigen Maßnahmen, um Yamaha und Honda Konkurrenz zu machen, scheinen also getroffen. Bleibt zu hoffen, dass die Gesundheit ebenso stimmt.

Valentino Rossi: Die besten Bilder des Motorrad-Champions
Da ist das Ding: Valentino Rossi sicherte sich in Malaysia seinen neunten Motorrad-WM-Titel
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Zurück zu den Anfängen: Von Anfang an war klar, dass "il dottore" mehr als nur ein Motorrad-Fahrer ist. Rossi ist ein Entertainer auf zwei Rädern...
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...und für jeden Spaß zu haben - auch außerhalb der Rennpiste.
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Bereits jetzt legendär: Rossis Feierlichkeiten nach seinen Siegen. Da durfte auch die Gummipuppe nicht fehlen
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Die zweite große Leidenschaft des Italieners: Der Ralley-Sport. Bereits mehrfach stieg Rossi in ein Ralleyauto und verkaufte sich auch da gut
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Rossis Lieblingspose: 103 WM-Siege hat der Strahlemann bereits auf seinem Konto
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Immer mit dabei: "Seine" Nummer 46. Selbst nach seinen ersten WM-Titeln blieb er bei der 46 und verzichtete auf die "1"
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Davon träumt ganz Italien: Rossi im F1-Ferrari. Zu Testfahrten saß er bereits in der Roten Göttin und tauschte sich mit Michael Schumacher aus
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Wo Rossi ist, ist immer was los. Der neunmalige Weltmeister ist Italiens beliebtester Sportler...
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...und bietet seinen Fans regelmäßig eine große Show. So wie bei seinem achten WM-Titel 2008
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Kein Motorrad-Fahrer steht nur annähernd so im Rampenlicht, wie Rossi
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Außerhalb der Piste zeigt er sich ähnlich locker wie bei den Rennen: Hier beim Laures-Award 2007 inmitten von Ilie Nastase (l.) und Cuba Gooding Jr.
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Rossi ist großer Fan von Inter Mailand und ein guter Kumpel von Marco Materazzi (r.). Hier ist auch Antonio Cassano (l.) am Start
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Rossi ist großer Fan von Inter Mailand und ein guter Kumpel von Marco Materazzi (r.). Hier ist auch Antonio Cassano (l.) am Start
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Noch verrückter als Rossi ist nur der Fanclub aus seinem Heimatort Tavullia, der ihn um die ganze Welt begleitet
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Noch verrückter als Rossi ist nur der Fanclub aus seinem Heimatort Tavullia, der ihn um die ganze Welt begleitet
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Coole Texaner

Egal, was die großen Werksteams in dieser Saison alles leisten, das Tech3-Satellitenteam dürfte ihnen des Öfteren die Show stehlen. Zu Recht, denn keine Truppe ist cooler als die um Teamchef Herve Poncharal sowie die Fahrer Colin Edwards und Ben Spies.

Edwards überzeugte 2009 mit Rang fünf in der Gesamtwertung, Spies wurde Superbike-Weltmeister in seiner Rookie-Saison und zeigte auch bei den Tests, dass er schon fleißig und erfolgreich an der MotoGP-Anpassung arbeitet. Die Fans und Macher dürfen sich also schon jetzt auf die texanische Mischung von "große ehrliche Klappe" trifft "Tiefstapler" freuen.

Marco hoch zwei

Das Gresini Honda Team will für 2010 mehr. Mehr Top-Ergebnisse, mehr Punkte, mehr positive Schlagzeilen, mehr Kämpfe um vordere Plätze und mehr Italienisch. Deshalb holte man Marco Melandri zurück ins Team und an seine Seite platzierte man den Rookie Marco Simoncelli.

Ob die Pläne des Satellitenteams aufgehen, muss sich erst noch zeigen, denn die Testfahrten überzeugten nicht und die Fahrer äußerten sich unzufrieden über die schwierige Arbeit mit der Honda. Beide Marcos hoffen nun, dass es mit den Rennen nach vorn geht.

Generationen-Clash

Das Suzuki-Team tritt 2010 mit einer außergewöhnlichen Fahrerkombination an: Loris Capirossi, der seinen 300. Grand Prix unter die Räder nehmen wird und seit 21 Jahren in der Weltmeisterschaft ist - und Alvaro Bautista, seines Zeichens MotoGP-Rookie, der von Capirossi lernen darf.

Zudem arbeiteten die Japaner akribisch an einem neuen Motor, der Elektronik und der Verbesserung am Gripniveau der Suzuki. Die Testfahrten belegten deutliche Fortschritte, nun müssen sie noch ins Rennen gebracht werden, denn man will endlich im Konzert der großen Werke mitspielen.

Die Grünen

Das Pramac-Racing-Team will sich in dieser Saison beweisen, man will ein erfolgreiches Jahr feiern und dafür hat man nicht nur das Lineup Mika Kallio und Aleix Espargaro gewählt. Nein, man schnappte sich auch einen neuen "grünen" Sponsor.

Ob dieser dafür sorgen kann, dass bessere Ergebnisse eingefahren werden ist natürlich fraglich, aber das Ducati-Satellitenteam will neben Top-8-Ergebnissen und dem ein oder anderen Podestplatz auch eine Botschaft verbreiten: werdet grün, achtet eure Umwelt, auch im Motorsport.

Ein Franzose

Randy de Puniet geht auch in dieser Saison für LCR Honda an den Start, und sollte der Franzose an seine guten Leistungen von 2009 anknüpfen können, dann steht eine gute Saison ins Haus. Zumindest was Top-10-Platzierungen und regelmäßige Punkte betrifft. Podestplätze sollten dagegen schwer werden, denn die Konkurrenz ist extrem stark.

Aber vielleicht gelingt die eine oder andere Überraschung bei turbulenten Witterungsbedingungen. Bringt de Puniet seine Leistung, liegt es an seiner Honda, wie weit es nach vorne gehen kann.

Die Neueinsteiger

In der Saison 2010 gibt es auch ein neues Team in der MotoGP, und wenn man die Erfolge von Jorge Martinez in den kleineren Klassen sieht, kann man davon ausgehen, dass Team Aspar alles daran setzen wird, sich zu etablieren.

Als Fahrer verpflichtete Teamchef Martinez Hector Barbera, auch weil sich Alvaro Bautista für Suzuki entschieden hatte, doch Barbera konnte sein neues Team bereits für sich einnehmen und bei den Testfahrten gute Zeiten hinlegen. Der 23-Jährige Spanier wird beweisen wollen, dass er für Aspar Ducati keineswegs die zweite Wahl ist.

Der Weltmeister

Hiroshi Aoyama konnte vor seinem Aufstieg in die MotoGP den letzten Titel der 250cc gewinnen. Kein Zufallsprodukt, die Chemie zwischen ihm und seiner Honda stimmte. 2010 heißt es, die neue Herausforderung Königsklasse mit dem Paddock-Team rund um Daniel Epp anzugehen.

Erster Konkurrent dürfte die Rookie-Truppe von Aspar sein, doch Aoyama ist ehrgeizig und will nicht nur den direkten Gegner hinter sich lassen. Bis auf einen kleinen Rückschlag bei den Tests in Katar konnte der Japaner bislang mit Team und Ergebnissen überzeugen und das ist wichtig: Denn ein gesamtes Land und Honda werden auf ihn hoffen.

Eine ausführliche Saisonvorschau zu allen Fahrern und Teams der MotoGP 2010 lesen Sie auf elf Seiten in der April-Ausgabe 4/10 des Motorsport-Magazins. Das Motorsport-Magazin ist seit dem 1. April im Handel erhältlich. Oder am besten gleich online zum Vorzugspreis abonnieren: Das Motorsport-Magazin im Vorzugs-Abo

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