Leichtathletik

Russlands Leichtathleten bleiben gesperrt

SID
Russlands Leichtathleten bleiben gesperrt

Russlands Skandal-Leichtathleten müssen nach ihrem Olympia-Aus auch um die Teilnahme an den Weltmeisterschaften im August in London bangen. Die Kriterien für eine internationale Rückkehr seien nach wie vor nicht gegeben, teilte IAAF-Präsident Sebastian Coe (60) nach einer Council-Sitzung des Weltverbandes am Montag mit.

Russland mache zwar Fortschritte, aber viele Entwicklungen verlaufen weiter "negativ", sagte Andersen. Allerdings verabschiedete das Council einen Fahrplan, wie Russland wieder in die IAAF aufgenommen werden könnte. Dazu müssten insgesamt sechs "Meilensteine" erfüllt werden, unter anderem Selbstverständlichkeiten wie Dopingkontrollen ohne "Vorfälle oder Schwierigkeiten".

Eine Voraussetzung könnte zum endgültigen WM-K.o. für das Riesenreich werden - die Wiederaufnahme der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA in die WADA. Dies werde wohl nicht vor November geschehen, sagte Andersen. Die Titelkämpfe finden im August in London statt.

"Unsere Priorität ist die Rückkehr sauberer Athleten in den Wettkampf, aber wir müssen alle Vertrauen in den Prozess haben", sagte Coe: "Saubere russische Athleten wurden durch ihr nationales System hängen gelassen. Wir müssen sicherstellen, dass sie geschützt werden und dass diese Schutzmaßnahmen dem Rest der Welt Vertrauen geben, dass Wettbewerbsgleichheit herrscht, wenn die Russen zurückkehren."

Coes klare Kante trifft in der deutschen Leichtathletik auf Zustimmung. DLV-Präsident Clemens Prokop hatte unlängst ein WM-Aus für die einstigen Seriensieger gefordert: "Ich gehe fest davon aus, dass Russland als Nation nicht an dieser Weltmeisterschaft teilnehmen wird." Russische Athleten, die jünger als 15 Jahre sind, dürfen ab sofort aber wieder an internationalen Wettkämpfen teilnehmen.

Nur unter neutraler Flagge

Die IAAF hatte Russlands Leichtathleten am 13. November 2015 nach den Enthüllungen über systematisches Doping von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Bei den Olympischen Spielen im vergangenen Sommer in Rio de Janeiro durfte lediglich Weitspringerin Darja Klischina mit einer Ausnahmegenehmigung an den Start gehen.

In London werden russische Athleten Stand jetzt nur unter neutraler Flagge teilnehmen können. Bisher haben 35 Athleten eine solche Sondergenehmigung beantragt. Zu ihnen gehören unter anderem Iwan Uchow, Hochsprung-Olympiasieger 2012 in London, und Sergej Schubenkow, amtierender Weltmeister über 110 m Hürden.

Beide peilen wie die anderen 33 Sportler schon die Teilnahme an der Hallen-EM am ersten März-Wochenende in Belgrad an. Dafür müssen sie unter anderem einen umfangreichen Fragenkatalog beantworten, um nachzuweisen, dass sie von dem laut McLaren-Report staatlich verordneten Doping in ihrer Heimat nicht betroffen waren.

Nationenwechsel gestoppt

Zudem beschloss die IAAF, den massenhaften Nationenwechsel ab sofort einzufrieren. Eine Arbeitsgruppe soll bis Ende des Jahres Vorschläge für neue Regeln treffen, um das Phänomen, dass besonders Athleten aus Afrika in finanzstärkere Länder wechseln, einzudämmen.

Die bisherigen Regeln seien "offen für Missbrauch", sagte Coe. Vor allem Mittel- und Langstreckler aus Ostafrika und dem Maghreb sowie Sprinter aus Nigeria, Jamaika oder Kuba wurden zuletzt zahlreich von reicheren Verbänden abgeworben, besonders Katar, Bahrain und die Türkei "kauften" reichlich ein.

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