Robert Harting mit DM-Titel nach Rio

SID
Sonntag, 19.06.2016 | 18:42 Uhr
Robert Harting ist bereits in Olympia-Form
© getty
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Robert Harting ist wieder der "King of the Ring": Mit einer grandiosen Vorstellung hat der Diskus-Olympiasieger bei der DM in Kassel seinen Bruder Christoph niedergerungen und sich mit seinem neunten Meistertitel das Ticket für die Olympischen Spiele gesichert.

"Das war echt geil", sagte der so lange verletzte Diskus-Riese. Sein Sieg in einem packenden Wettkampf war der Höhepunkt der Titelkämpfe, die ganz im Zeichen der Werfer standen.

Vor mehr als 15.000 Zuschauern schleuderte Harting die Scheibe im letzten Wurf der Konkurrenz auf exzellente 68,04 m, fing damit seinen bis dahin führenden Bruder noch ab und brüllte danach seine ganze Freude hinaus. "Vor dem letzten Durchgang habe ich immer Hummeln im Hintern, vor allem, wenn ich nicht vorne liege", sagte Harting, der erst seinen vierten Freiluft-Wettkampf nach seinem Kreuzbandriss im September 2014 bestritt.

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Titelverteidiger Christoph Harting hatte sich im letzten Durchgang mit 66,14 m an die Spitze gesetzt, dann steigerte sein Bruder aber seine bisherige Saisonbestmarke um mehr als zwei Meter. Für den 31-Jährigen, der in Kassel seinen Verzicht auf die EM in Amsterdam in drei Wochen erklärte ("Ich brauche Training, um für Olympia konkurrenzfähig zu sein") war es der neunte DM-Erfolg seit 2007. Christoph Harting, der mit 68,06 m knapp an der Spitze der deutschen Bestenliste blieb, darf ebenfalls für Rio planen.

Hussong schlägt Favoriten

Nicht nur wegen der Hartings standen in Kassel die Werfer im Mittelpunkt. Auch die ebenfalls lange verletzte Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz kommt rechtzeitig zu Olympia immer besser in Fahrt und siegte mit Saisonbestleistung von 19,49 m.

"Es hätte ein bisschen mehr sein können, aber ich bin noch nicht lange im Training", sagte die europäische Jahresbeste, die trotz dicker Kniebandage ihre Ehrenrunde im Lauftempo absolvierte.

Speerwurf-Talent Christin Hussong schnappte derweil den deutschen Top-Athletinnen um Weltmeisterin Katharina Molitor den DM-Titel weg. Die U23-Europameisterin siegte mit Jahresweltbestleistung von 66,41 m und sicherte sich damit das Olympia-Ticket. Platz zwei ging an Molitor (62,68) vor Ex-Europameisterin Linda Stahl (beide Leverkusen/61,44) und Ex-Weltmeisterin Christina Obergföll (Offenburg/59,93). Eine Werferin aus diesem prominenten Trio wird damit die Sommerspiele in Rio verpassen.

Bereits am Samstag hatte sich die frühere Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler in bester Olympia-Form präsentiert und mit starken 75,32 m ihren zehnten Meistertitel eingefahren. "Ich bin auf dem richtigen Weg", sagte die Weltmeisterin von 2007. Noch nicht rund läuft es für den zweimaligen Kugelstoß-Weltmeister David Storl, der zwar zum sechsten Mal Meister wurde, mit 20,75 m weiter der Form vor seiner Knie-OP hinterher läuft. "Es ist unrund, verkrampft", meinte der Sachse.

Rehm siegt ohne Wertung

Richtig Spaß machten in Kassel zwei Medaillengewinnerinnen der Weltmeisterschaften in Peking. Über 3000 m Hinderns stürmte Gesa Felicitas Krause im Alleingang zum Meisterschaftsrekord von 9:31,00 Minuten. Über 100 m Hürden hinterließ Vizeweltmeisterin Cindy Roleder bei ihrem Sieg in 12,86 Sekunden einen starken Eindruck. "Damit bin ich super zufrieden", meinte die Leipzigerin.

Gleiches gilt für Nadine Müller, die das Duell der besten deutschen Diskuswerferinnen gegen Julia Fischer klar gewann. Die WM-Dritte setzte sich mit Saisonbestleistung von 65,79 m durch und hat damit das Olympiaticket sicher. Fischer, mit 68,49 m Führende in der deutschen Bestenliste, kam als Zweite nicht über 63,94 m hinaus.

Die 100-m-Titel gingen bei starkem Gegenwind jenseits der 2,0 m/s an Julian Reus (Wattenscheid) und Tatjana Pinto (Münster). Während Reus in 10,30 Sekunden seinen deutschen Rekord (10,05) klar verfehlte, lief Pinto trotz der widrigen Bedingungen in exzellenten 11,22 Sekunden bis auf drei Hundertstel an ihre persönliche Bestleistung heran.

Prothesen-Springer Markus Rehm schlug in Kassel den besten nichtbehinderten Weitspringer. Rehm, der außer der Wertung angetreten war, sprang 7,95 m und damit drei Zentimeter weiter als der offizielle Sieger Alyn Camara.

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