Donnerstag, 18.02.2016

"Bedenkliches Signal"

DBS kritisiert im Fall Rehm die IAAF

In der Diskussion um einen möglichen Olympiastart des Paralympicssiegers Markus Rehm hat der Deutsche Behindertensportverband (DBS) den Weltverband IAAF kritisiert.

Markus Rehm beschäftigt weiterhin die Sportwelt
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Markus Rehm beschäftigt weiterhin die Sportwelt

"Es ist für uns schwer begreiflich und ein weiteres bedenkliches Signal, dass so ein großer Verband wie die IAAF offensichtlich nicht in der Lage zu sein scheint, innerhalb von mehr als zehn Wochen eine Auskunft zu unserem Anliegen zu geben", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung des DBS-Präsidenten Friedhelm Julius Beucher und des Vizepräsidenten Karl Quade: "Das verstehen wir nicht als respektvollen Umgang miteinander."

Auch weniger als ein halbes Jahr vor dem Start der Sommerspiele wartet der unterschenkelamputierte Weitsprung-Weltrekordler immer noch auf Informationen der IAAF, wie er genau nachweisen kann, dass er durch seine Prothese keinen Vorteil gegenüber nichtbehinderten Sportlern hat. Nach Angaben des DBS hat der Verband die IAAF bereits zweimal zu einer Auskunft aufgefordert. Diese sei aber trotz einer Zusage bisher nicht erfolgt.

Keine Kommunikation bei Verbänden

"Leider wurde unser Gesprächsangebot nicht angenommen. Ich bedaure das sehr, da ich mich gerne mit Vertretern des IAAF an einen Tisch gesetzt hätte", sagte Rehm, der auch ohne die IAAF-Vorgaben ein umfassendes wissenschaftliches Gutachten anstrebt: "Sollte das Resultat sein, dass ich keinen Vorteil besitze, gehe ich davon aus, dass die IAAF dieses Ergebnis dann auch anerkennt. Im anderen Fall akzeptiere ich es natürlich ebenso, wenn ich einen Vorteil haben sollte."

Rehm hatte 2014 die deutsche Weitsprung-Meisterschaft der nichtbehinderten Sportler gewonnen und dadurch große Diskussionen ausgelöst. Für die Freiluft-EM war er später nicht nominiert worden, 2015 startete er bei den deutschen Meisterschaften in einer getrennten Wertung.

Im vergangenen August hatte die IAAF eine Regeländerung beschlossen, nach der nun die Sportler selbst nachweisen müssen, durch "mechanische Hilfen" keinen Vorteil zu haben. Dass die IAAF nun trotz eines Zeitraumes von über zehn Wochen keine inhaltlichen Antworten zu der von ihr aufgestellten Regel gebe, sei ein weiterer Rückschlag, hieß es in der DBS-Mitteilung weiter.


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