Samstag, 06.02.2016

Hörmann zweifelt an Rechtmäßigkeit eines Ausschlusses russischer Leichtathleten

''Werden die Russen wohl doch sehen''

Alfons Hörmann glaubt an einem Olympia-Start russischer Leichtathleten bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro. "Ich vermute, dass wir die Russen in Rio dann wohl doch sehen werden", sagte er der Rheinischen Post. Außerdem bezieht er zur Flüchtlingssituation Stellung.

Am 7. Dezember 2013 wurde Alfons Hörmann auf der DOSB-Mitgliederversammlung gewählt
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Am 7. Dezember 2013 wurde Alfons Hörmann auf der DOSB-Mitgliederversammlung gewählt

Hörmann zweifelt an der Rechtmäßigkeit eines pauschalen Ausschlusses aller russischer Leichtathleten: "Ist es rein rechtlich überhaupt möglich, Athleten, die bislang nicht auffällig geworden sind, von den Spielen auszuschließen?"

Die betroffenen Athleten könnten ihre Teilnahme beim internationalen Sportgerichtshof CAS einklagen, bekräftigte Hörmann: "Ein anderer Weg würde sich öffnen, wenn sich in deren nationalem Verband vieles grundlegend ändert."

Mit Blick auf das deutsche Team freut sich der 55-Jährige insbesondere über den EM-Titel der Handballer und die damit verbundenen Olympia-Qualifikation. "Das ist gut für die Stimmung und für die Größe des Olympia-Teams", sagte Hörmann: "Wir werden mit einem schlagkräftigen Team antreten."

''Sporthallen keine dauerhafte Unterkunft für Flüchtlinge''

Der DOSB-Präsident hat außerdem Bedenken, Sporthallen als dauerhafte Unterkünfte für Flüchtlinge zu nutzen. "Der Sport kann sein großes Potenzial nur dann entfalten, wenn die Sportstätten zur Verfügung stehen, um gemeinsam aktiv Sport zu treiben", sagte er der Rheinischen Post

"Inakzeptabel wird es dort, wo man entweder leichtfertig den Weg des geringsten Widerstandes geht und einfach die Turnhallen belegt, oder wo man sich keine Gedanken darüber macht, was gesellschaftlich kaputtgehen kann."

"Wenn sich Menschen nicht mehr in der gewohnten Form bewegen können, wird der Punkt kommen, an dem die Stimmung in den Vereinen und damit auch in den Kommunen kippt", sagte Hörmann, schränkte aber ein: "Wo humanitäre Not keine andere Wahl zulässt, muss man die Hallen als Unterkünfte nutzen." Dies solle aber "zeitlich überschaubar" sein, betonte der 55-Jährige.

Nach Schätzungen des DOSB werden derzeit bundesweit rund 1000 Turnhallen als provisorische Unterkünfte für Flüchtlinge genutzt.


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