IAAF verhängt lebenslange Sperren

SID
Donnerstag, 07.01.2016 | 16:55 Uhr
Der neue IAAF-Präsident Sebastian Coe reagierte zufrieden auf die verhängten Strafen
© getty
Advertisement
NBA
Live
Lakers @ Cavaliers
NHL
Penguins @ Golden Knights
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 2
European Rugby Champions Cup
Ulster -
Harlequins
NBA
Spurs @ Rockets
BSL
Besiktas -
Galatasaray
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 3 -
Session 1
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 3 -
Session 2
NHL
Canadiens @ Senators
NBA
Jazz @ Cavaliers
World Championship Boxing
Billy Joe Saunders vs David Lemieux
Liga ACB
Barcelona -
Gran Canaria
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 4 -
Session 1
European Rugby Champions Cup
Wasps -
La Rochelle
European Challenge Cup
Cardiff -
Sale
Liga ACB
Obradoiro -
Real Madrid
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 4 -
Session 2
NBA
Kings @ Raptors
NHL
Blues @ Jets
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 5
NHL
Kings @ Flyers
NBA
Warriors @ Lakers
Basketball Champions League
Ludwigsburg -
Teneriffa
Basketball Champions League
Bonn -
Zielona Gora
NHL
Hurricanes @ Maple Leafs
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 6
NBA
Cavaliers @ Bucks
Basketball Champions League
Oldenburg -
Sassari
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 7
Basketball Champions League
Straßburg -
Bayreuth
NBA
Lakers @ Rockets
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 8
NBA
Celtics @ Knicks
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 9 -
Session 1
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 9 -
Session 2
Premiership
Warriors -
London Irish
NBA
Lakers @ Warriors
BSL
Darüssafaka -
Trabzonspor
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 10 -
Session 1
NHL
Jets @ Islanders
Liga ACB
Fuenlabrada -
Teneriffa
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 10 -
Session 2
Pro14
Connacht -
Ulster
NHL
Maple Leafs @ Rangers
NBA
Mavericks @ Hawks
Premiership
Leicester -
Saracens
NBA
76ers @ Knicks
NBA
Cavaliers @ Warriors
NBA
Wizards @ Celtics
Spengler Cup
Schweiz -
Riga
Spengler Cup
Kanada -
Mountfield
NBA
Jazz @ Nuggets
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 11 -
Session 1
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 11 -
Session 2
NBA
Raptors @ Thunder
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 12 -
Session 1
Mubadala World Tennis Championship
Mubadala World Tennis Championship: Tag 1
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 12

Lebenslange Sperren, Geldstrafen und der Zorn des Präsidenten: Im Zuge des Korruptions- und Dopingskandals in der internationalen Leichtathletik hat die Ethikkommission des Weltverbandes IAAF harte Strafen verhängt.

Unter anderem werden der ehemalige IAAF-Schatzmeister Walentin Balachnitschew und der Sohn des ehemaligen IAAF-Präsidenten Lamine Diack für immer aus dem Verkehr gezogen. Auch Russlands Ex-Cheftrainer Alexej Melnikow wird lebenslang verbannt. Gabriel Dollé, ehemaliger Direktor des Anti-Doping-Programms der IAAF, wird für fünf Jahre gesperrt.

"Diese vier Personen, die schuldig befunden und sanktioniert worden sind, sind nicht mehr mit der IAAF in irgendeiner Weise verbunden", teilte der Verband mit. Der neue IAAF-Präsident Sebastian Coe reagierte zufrieden auf die verhängten Strafen.

"Ich möchte der unabhängigen IAAF-Ethikkommission für ihre sorgfältige und detaillierte Untersuchung danken. Die lebenslangen Sperren, die heute bekannt gegeben wurden, könnten keine stärkere Botschaft senden, als dass diejenigen, die versuchen, zu korrumpieren oder die Leichtathletik zu untergraben, zur Rechenschaft gezogen werden", sagte der Brite und ließ mitteilen, die IAAF sei verärgert, dass sich "Einzelne verschworen haben, um zu erpressen".

Auch Geldstrafen wurden ausgesprochen

Der ehemalige russische Verbandspräsident und IAAF-Schatzmeister Balachnitschew sowie Melnikow sollen zusammen mit Papa Massata Diack ein Korruptionssystem installiert haben, um positive Doping-Proben russischer Athleten gegen Zahlung von Schmiergeldern zu vertuschen. Papa Massata Diack war unter seinem Vater Lamine Diack Marketing-Berater der IAAF. Gegen beide läuft in Frankreich ein Ermittlungsverfahren. Lamine Diack soll für sein Schweigen mehr als eine Million Euro kassiert haben.

"Walentin Balachnitschew, Alexej Melnikow und Papa Massata Diack sollten lebenslang für jegliche Beteiligung in der Leichtathletik gesperrt werden", hieß es in einer Mitteilung der Ethikkommission: "Jede geringere Sanktion würde der Schwere ihrer Vergehen nicht entsprechen." Die Beschuldigten wurden zudem zu Geldstrafen von bis zu 23.000 Euro verurteilt, können vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS aber noch gegen die Entscheidung vorgehen.

"Radikale Entscheidung treffen"

DLV-Präsident Clemens Prokop zeigte sich ebenfalls zufrieden. "Es ist ein wichtiger Schritt, dass die Ethikkomission klare Konsequenzen zieht", sagte Prokop dem SID: "Sollte es weitere Anhaltspunkte geben, müssen die Untersuchungen fortgesetzt werden."

Balachnitschew bezeichnete die Entscheidung der Ethikkommission "eindeutig politisch motiviert. Bestimmte Kräfte versuchen, den Druck auf den russischen Sport zu erhöhen, indem sie eine solch radikale Entscheidung treffen", sagte er der Nachrichtenagentur TASS und kündigte an, vor den CAS ziehen zu wollen. Russlands Sportminister Witali Mutko betonte allerdings, dass die Strafen "erwartet wurden" und eine Berufung "keinen Sinn" mache.

Zehn-Punkte-Plan soll Vertrauen schaffen

Für Coe, der zuletzt immer stärker unter Druck geraten war, hätte der Zeitpunkt der Entscheidungen nicht besser sein können. Der Brite muss dringend Erfolge im Anti-Doping-Kampf vorweisen, damit die Glaubwürdigkeit der Leichtathletik nicht noch mehr Schaden nimmt.

Die unabhängige Untersuchungskommission der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA will nächste Woche in München den zweiten Teil ihres Berichts zum Doping-Sumpf in der olympischen Kernsportart vorstellen. Da präsentiert sich Coe gerne als Reformer. "Wir werden weiterhin mit den französischen Behörden und der unabhängigen Kommission der WADA zusammenarbeiten", sagte der 59-Jährige.

Die WADA reagierte zurückhaltend. Die Entscheidung nehme die Organisation "zufrieden" zur Kenntnis, hieß es in einem Statement am Donnerstag. Weitere öffentliche Kommentare werde es erst bei der PK nächste Woche geben.

Bereits am Mittwoch hatte Coe einen Zehn-Punkte-Plan zur Wiederherstellung des Vertrauens in die Leichtathletik veröffentlicht. Neben der angekündigten Verdopplung des IAAF-Budgets für den Anti-Doping-Kampf auf acht Millionen Dollar (rund 7,4 Millionen Euro) fanden sich darin aber vor allem Allgemeinplätze.

Wegen massiver Doping-Verfehlungen wurde der russische Leichtathletik-Verband ARAF inzwischen aus dem Weltverband ausgeschlossen. Das Anti-Doping-Labor in Moskau verlor seine Akkreditierung, die nationale Anti-Doping-Agentur RUSADA wurde von der WADA suspendiert. Ohne weitreichende Reformen dürfen Russlands Leichtathleten nicht an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung