Mittwoch, 13.01.2016

Reformen nach IAAF-Skandal benötigt

Digel fordert "Hilfe von außen"

Im Zuge des Doping- und Korruptionsskandals hat Helmut Digel weitreichende Reformen beim Weltverband IAAF gefordert. "Was die IAAF ganz dringend braucht, ist eine Strukturreform. Die Präsidenten haben in den jetzigen Systemen der Sportverbände einfach zu viel Macht", sagte Digel dem SID.

Helmut Digel saß von 2007 bis 2015 im IAAF-Council
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Helmut Digel saß von 2007 bis 2015 im IAAF-Council

"Vielleicht muss man sich auch Hilfe von außen holen, unbelastete Leute, die Veränderungen anstoßen und schauen, dass die erforderlichen Reformen in die richtige Richtung gehen", fügte Digel hinzu

Laut Svein Arne Hansen, Präsident des europäischen Verbandes, muss die IAAF den Reset-Knopf drücken. Die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit in die Leichtathletik sei wohl die "größte Aufgabe, die wir je bewältigen mussten. Symbolische und kosmetische Aktionen werden nicht ausreichen", sagte der Norweger: "Diese schwerwiegende Situation ruft nach fundamentalen Reformen."

Die Leichtathletik wird derzeit von der schwersten Krise ihrer Geschichte erschüttert. Die frühere IAAF-Führung um Ex-Präsident Lamine Diack hat offenbar positive Dopingproben gegen Bezahlung vertuscht und so vor allem russische Athleten vor einer Sperre bewahrt.

"Skandal ungeheuerlichen Ausmaßes"

"Ein Präsident, weitere Funktionäre und Mitarbeiter konnten sich mit der Erpressung von gedopten Athleten bereichern. Das ist ein Skandal ungeheuerlichen Ausmaßes, die Schuldigen müssen ihrer gerechten Strafe zugeführt werden", sagte Digel, der von 2007 bis 2015 im IAAF-Council saß: "Ich stehe nach wie vor in der Verantwortung. Ich frage mich, wie es möglich war, dass ein Präsident mit einer kleinen Clique so ein Betrugssystem installieren konnte?"

Am Donnerstag will die unabhängige Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in München den zweiten Teil ihres Berichts zum Doping- und Korruptionsskandal in der internationalen Leichtathletik veröffentlichen.


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