adidas überprüft Reformprozess

SID
Montag, 25.01.2016 | 10:33 Uhr
Der Weltverband bangt um seinen Sponsor
© getty
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Der krisengeplagte Weltverband IAAF bekommt ungeachtet der Berichte über einen bereits feststehenden Ausstieg des größten Sponsors adidas offenbar noch eine letzte Chance.

"Adidas hat eine klare Anti-Doping-Politik. Wir stehen in engem Kontakt mit der IAAF, um mehr über den Reformprozess zu erfahren", teilte ein adidas-Sprecher auf SID-Anfrage mit. Auch die IAAF erklärte, "in engem Kontakt" mit "allen Sponsoren und Partnern" zu stehen.

Am Sonntag hatte die BBC berichtet, dass adidas seinen bis 2019 laufenden Vertrag wegen des Doping- und Korruptionsskandals kündigen wolle und dies vor wenigen Tagen dem Verband mitgeteilt habe. Der Vertrag mit adidas war 2008 für die Dauer von elf Jahren abgeschlossen worden. Nach Angaben der BBC würde der Verlust für die IAAF bei einem sofortigen Ausstieg von adidas rund 27,7 Millionen Euro betragen.

In dem Bericht der BBC, der sich auf anonyme Quellen berief, hieß es, dass adidas die von der unabhängigen WADA-Kommission festgestellte Korruption und Dopingvertuschung innerhalb der IAAF als Vertragsbruch ansähe. Anwälte des Sportartikel-Herstellers würden sich auf eine mögliche gerichtliche Auseinandersetzung mit der IAAF vorbereiten.

Massive Dopingverfehlungen

Die WADA-Kommission hatte massive Dopingverfehlungen in der russischen Leichtathletik festgestellt. Daraufhin war der russische Verband ARAF aus der IAAF ausgeschlossen worden. Zudem suspendierte die WADA die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA und entzog dem Moskauer Anti-Doping-Labor die Akkreditierung.

Im zweiten Teil des Berichts war der IAAF ein Komplettversagen vorgeworfen und besonders Sebastian Coes Vorgänger als IAAF-Präsident, Lamine Diack, schwer belastet worden. Korruption sei "in der Organisation verwurzelt", hieß es in dem Report. Auch die Mitglieder des IAAF-Councils hätten von den verdächtigen Vorgängen rund um positive Dopingproben russischer Leichtathleten wissen müssen. Coe sitzt seit 2003 in der "Weltregierung" der Leichtathletik und war ab 2007 IAAF-Vizepräsident.

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