Hambüchen rechnet ab

SID
Mittwoch, 30.09.2015 | 14:04 Uhr
Fabian Hambüchen übt harte Kritik
© getty
Advertisement
Shanghai Darts Masters
Shanghai Darts Masters: Tag 2
Rugby Union Internationals
Deutschland -
Samoa
World Championship Boxing
Manny Pacquiao vs Lucas Matthysse
IndyCar Series
Honda Indy Toronto
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 1
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 2
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 3
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Tag 4
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 4
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Viertelfinale
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Viertelfinale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Viertelfinale
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Viertelfinale
Glory Kickboxing
Glory Super Fight Series: New York
Glory Kickboxing
Glory 55: New York
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Halbfinale
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Halbfinale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Halbfinale
World Matchplay
World Matchplay: Tag 1
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Halbfinale
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Finale
World Matchplay
World Matchplay: Tag 2 -
Session 1
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Finale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Finale
World Matchplay
World Matchplay: Tag 2 -
Session 2
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Finale
World Matchplay
World Matchplay: Tag 3
World Matchplay
World Matchplay: Tag 4
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: 3. Tag
World Matchplay
World Matchplay: Tag 5
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Tag 4
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: 4. Tag
World Matchplay
World Matchplay: Tag 6
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Viertelfinale
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Viertelfinale
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Viertelfinale
World Matchplay
World Matchplay: Tag 7

Der frühere Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen hat den Deutschen Turner-Bund (DTB) scharf kritisiert und darüber hinaus dem gesamten deutschen Sport kein gutes Zeugnis ausgestellt.

"Es sind generell die alten verkrusteten Strukturen und Denkmuster, die dringend weg müssen - und das betrifft oft nicht nur den DTB, sondern das deutsche Sportsystem allgemein", sagte Hambüchen im Gespräch mit den Stuttgarter Nachrichten.

Die Problematik beginne bereits bei den Trainerjobs. "Die sind oft so miserabel bezahlt, dass sich kaum mehr geeignete Übungsleiter finden, vor allem in den kleineren Zentren", sagte Hambüchen.

Viele Trainer seien nicht hauptberuflich beschäftigt: "Sie unterrichten tagsüber an Schulen oder gehen anderen Jobs nach und machen dann abends das Training nebenher." Da müsse man sich dann "im Zweifel nicht wundern, wenn wie bei uns zurzeit im Turnen seit Jahren kaum noch hoffnungsvolle Talente nachkommen und wir Alten immer die Kohlen aus dem Feuer holen müssen".

Hambüchen fordert in dem Zusammenhang vor allem, den Trainerjob "finanziell attraktiver" zu gestalten: "Es bringt doch nichts, immer nur schöne neue Turnhallen hinzustellen und nur in Steine zu investieren. Das Hauptaugenmerk muss auf der Nachwuchsförderung und damit auch auf den Trainern für den Nachwuchs liegen. Die schönste Halle bringt nichts, wenn dort kein gescheites Training stattfindet."

"Dringend individuelle Lösungen"

Es müssten "dringend individuelle Lösungen her, um wieder hoffnungsvolle Talente hervorzubringen - im Turnen, und im deutschen Sport generell". Der Sport brauche "flexiblere Lösungen in der Talentförderung und nicht diese verkrusteten und starren Strukturen", forderte Hambüchen: "Aber dazu muss ich Talente sichten und dann konkret auf sie eingehen."

Im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation der deutschen Turner für die Spiele 2016 in Rio und die WM in diesem Jahr in Glasgow hofft Hambüchen darauf, "dass sich keiner verheizt - und jeder für sich individuell und ohne unnötigen Druck auf die WM hinarbeiten kann". Er habe in vergleichbaren Phasen "schon einige Trainer unnötig durchdrehen sehen. Die Nervosität wird sicher wieder um sich greifen in den nächsten Wochen, da wird wieder eine hochexplosive Stimmung in den Turnhallen herrschen. Und manchmal ist das einfach nicht nötig."

Hambüchen regt unter anderem an, die Turner nicht häufiger als nötig zusammenzuziehen. "Vor der WM-Qualifikation an diesem Wochenende in Stuttgart hat der DTB die potenziellen WM-Teilnehmer schon eine Woche ins Trainingslager nach Kienbaum gebeten. Nach der WM-Quali in Stuttgart geht es dann noch mal für zwei Wochen nach Kienbaum - und dieser Zeitraum hätte völlig ausgereicht." Er sei "generell ein Gegner davon, wenn wir Turner zu sehr aus unserem vertrauten Umfeld herausgerissen werden".

Zudem kritisiert Hambüchen in dem Gespräch noch einmal die Bedingungen bei den deutschen Meisterschaften vor zwei Wochen in Gießen. Für die VIPs sei dort "Raum ohne Ende geschaffen" worden, während die Turner "kaum noch Platz in der Halle" hatten. In den Pausen hätten die Aktiven "aufeinandergepfercht zusammengesessen, und uns wurde noch nicht mal Wasser oder ein bisschen Obst zur Verfügung gestellt. Wir Sportler werden in die Planungen nicht einbezogen und sind oft nur das fünfte Rad am Wagen. So kann es nicht weitergehen", sagte Hambüchen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung