Sprint-Showdown in Lausanne

SID
Mittwoch, 08.07.2015 | 13:35 Uhr
© getty
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Justin Gatlin gegen Tyson Gay gegen Asafa Powell: Auch ohne Usain Bolt wird der Sprint-Showdown beim Diamond-League-Meeting in Lausanne zur Mini-WM.

Usain Bolt lässt sich auch von seiner neuesten Rückenverletzung nicht stoppen. Mit Goldkettchen, weißer Kappe und einer hübschen Blondine im Arm feierte der Sprint-Superstar am Wochenende ausgelassen im Münchner Promi-Klub P1. Während der Partylöwe nur auf der Tanzfläche Vollgas gibt, rennen seine Rivalen Justin Gatlin, Tyson Gay und Asafa Powell um die Vorherrschaft über 100 m.

Auch ohne Bolt wird der Sprint-Showdown beim Diamond-League-Meeting in Lausanne am Donnerstag zur Mini-WM. Und während der König schwächelt, rütteln die Konkurrenten vor dem letzten großen Aufeinandertreffen auf dem Weg zu den Titelkämpfen in Peking (22. bis 30. August) frech an Bolts Thron. Es sei an der Zeit, "sich zu wehren", sagt Gatlin und die "amerikanische Flagge mit Ehre zu tragen".

Jagd auf Gatlin

Mit 9,74 Sekunden ist Gatlin, Olympiasieger von 2004, in diesem Jahr bisher die Nummer 1 der Welt über 100 m. Ex-Weltrekordler Powell aus Jamaika schaffte bereits 9,81 und Ex-Weltmeister Gay hat eine Zeit von 9,87 stehen. Alle drei Oldies laufen im fortgeschrittenen Alter jenseits der 30 nach ihren Dopingsperren auf so hohem Niveau wie nie. Ein Thema, bei dem sich Experten wundern und die starken Männer stets ganz still werden.

Wegen der Beschwerden von Bolt, der seine Blockade des Iliosakralgelenks im Becken derzeit von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München behandeln lässt, wittert das Trio in diesem Jahr allerdings seine Chance auf den ganz großen Coup in China. "Ich habe viel an meiner mentalen Stärke gearbeitet, um zu lernen, meinen Körper zu kontrollieren", sagt US-Mann Gay und kündigt für Lausanne an: "Die Weltjahresbestzeit dürfte fallen."

USA mit Titelsehnsucht

Seit 2007, als Gay bei der WM in Osaka triumphierte, haben die USA keinen großen Titel mehr über 100 m geholt. Immer wieder Bolt und 2011 sein Trainingskollege Yohan Blake hatten die stolze Sprinter-Nation gedemütigt. In diesem Jahr will das Imperium endlich zurückschlagen. "Ich glaube, dass viele US-Sprinter aufwachen", sagt Gatlin, "wir werden da rausgehen und wir werden bereit sein, wenn es um die Weltmeisterschaft geht."

Weil Bolt in diesem Jahr bisher überhaupt nicht in die Gänge kommt und ihm die Zeit in der Vorbereitung für Peking wegrennt, ruhen die Hoffnungen der Jamaikaner in dieser Saison auf Powell. Ob er in der Lage sei, Gatlin zu schlagen? "Warum nicht", sagt der 32-Jährige, der die Rolle des Underdogs genießt: "Ich kann jederzeit zuschlagen."

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