Leichtathletik

"Ich weiß einfach nicht, was los war"

SID
Gewonnen und trotzdem unzufrieden: Bolt kommt im Weltmeisterschaftsjahr nicht in Form
© getty

Nach seinem nächsten enttäuschenden Auftritt wirkte selbst der immer so gut gelaunte Sprint-Superstar Usain Bolt nachdenklich und ratlos. "Das war eines der schlechtesten Rennen meiner Karriere, die Kurve war definitiv die schlechteste", sagte der sechsmalige Olympiasieger aus Jamaika nach seinem schwachen 200-m-Rennen in New York: "Ich habe mich eigentlich gut gefühlt. Ich war glücklich, mein Trainer war glücklich - ich weiß einfach nicht, was los war. Ich würde es gerne erklären, aber ich kann es nicht."

In 20,29 Sekunden, mehr als eine Sekunde langsamer als bei seinem Weltrekord, gewann der 28 Jahre alte Superstar zwar das Diamond-League-Meeting im "Big Apple" - seine schwache Form gibt aber weiterhin Rätsel auf. In dieser Verfassung ist Bolt bei der WM in Peking Ende August nicht konkurrenzfähig, bei Olympia 2012 in London wäre er mit dieser Zeit lediglich auf Platz sieben gelandet.

Erste Spekulationen, er werde deshalb eventuell seine WM-Titel in der chinesischen Hauptstadt gar nicht erst verteidigen wollen, wies er allerdings zurück. "Es ist zu früh, als dass jetzt die Alarmglocken angehen", sagte Bolt, der sich bei Gegenwind nur knapp gegen seinen 19 Jahre alten Trainingspartner Zharel Hughes von der Antilleninsel Anguilla durchsetzen konnte.

"Es läuft nicht glatt"

Dem unumstrittenen Star der internationalen Leichtathletik droht allerdings ein weiteres verlorenes Jahr. In der vergangenen Saison kam er nach Verletzungen nie richtig in Tritt, dieses Jahr sollte alles besser werden. Bisher ohne Erfolg. "Es läuft nicht glatt", sagte Bolt.

Auch die Rückkehr an die Stätte seines ersten großen Erfolges änderte daran nichts. Am 31. Mai 2008 hatte Bolt in New York seinen ersten Weltrekord (9,72/100m) aufgestellt - wenig später stieg er bei Olympia in Peking mit seinem Dreifach-Gold zum Superstar auf.

"Party-Affäre" sorgt für Schlagzeilen

Zuletzt sorgte er in seiner Heimat vor allem mit einer "Party-Affäre" für Schlagzeilen - allerdings für negative. Seine Nachbarin Jodi Stewart-Henriques, Model und Ehefrau des Rappers Sean Paul, hatte sich medienwirksam über das nächtliche Treiben Bolts beschwert.

"Er ist der ultimative Party-Clown", hatte Stewart-Henriques erklärt. Wummernde Bässe, grölende Gäste und verstopfte Straßen hatten sie zur Weißglut gebracht. Wenig später entschuldigte sie sich allerdings für ihre Äußerungen.

Beruhigt dürfte dagegen Bolts größter Rivale Justin Gatlin dessen Auftritte auf und neben der Bahn zur Kenntnis genommen haben. Der zweimal wegen Dopings gesperrte US-Athlet läuft in einer anderen Liga und ist seit mittlerweile 21 Rennen ungeschlagen. Sowohl über 100m (9,74) als auch über 200m (19,68) ist Gatlin in diesem Jahr der schnellste Mensch der Welt. Und er scheint derzeit unschlagbar zu sein - im Gegensatz zu Bolt.

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