Montag, 08.12.2014

Weltverband will zweiten Teil der "ARD"-Dokumentation überprüfen

IAAF: Neue Doping-Erkenntnisse

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF will auch den zweiten Teil der "ARD"-Dokumentation "Geheimsache Doping" überprüfen und in die bereits laufende Untersuchung einfließen lassen. Das teilte die IAAF mit. Eine englische Abschrift der Sendung werde an die "unabhängige IAAF-Ethikkomission weitergeleitet" sowie alle beschuldigten Personen um Stellungnahmen gebeten.

Sergej Bubka zeigte sich angesichts der Erkenntnisse zutiefst schockiert
© getty
Sergej Bubka zeigte sich angesichts der Erkenntnisse zutiefst schockiert

Am Sonntagabend hatte auch das Stabhochsprung-Idol Sergej Bubka "zutiefst schockiert" auf die Erkenntnisse der ARD reagiert. Der Ukrainer gilt als einer der Kandidaten für die Wahl des neuen IAAF-Präsidenten im kommenden Jahr und ist zudem Vizepräsident im Internationalen Olympischen Komitee. "Wir alle müssen jetzt schnell und transparent handeln, um die Integrität unseres Sports zu schützen", sagte Bubka: "Ich befürworte eine Null-Toleranz-Politik beim Thema Doping, wir müssen beständig und konsequent gegen die größte Bedrohung des Sports im 21. Jahrhundert ankämpfen."

Im Sonntagabend ausgestrahlten zweiten Teil der Dokumentation hatte Walentin Balachnitschew, Präsident des russischen Verbandes, den Vorwurf eines staatlich unterstützten Doping- und Korruptionssystems in Russlands Sport zurückgewiesen. "Nach unseren Untersuchungen sind alle Anschuldigungen falsch", wurde Balachnitschew zitiert: "Ich habe mit den Athleten gesprochen. Alle Informationen entsprechen nicht der Wahrheit."

Schmiergeld-Skandal um Schobuchowa

Balachnitschew, Schatzmeister des IAAF, war zudem vorgeworfen worden, in einen Schmiergeld-Skandal um die derzeit gesperrte russische Marathon-Läuferin Lilia Schobuchowa verwickelt zu sein. Diese hatte vor laufender Kamera erklärt, dass sie sich durch eine Zahlung von umgerechnet 450.000 Euro ihren Start bei den Olympischen Spielen 2012 in London erkauft hatte.

Ein Teil dieses Geldes sei ihr über eine Firma aus Singapur zurückgezahlt worden. Nach neuen ARD-Informationen war der Sohn des mächtigen IAAF-Präsidenten Lamine Diack (Senegal), Papa Diack, eng mit dieser Firma verbunden.


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