Leichtathletik

Lauf-Idol Mikitenko beendet Karriere

SID
Nach 25 jahren sagt Irina Mikitenko dem Leistungssport Servus
© getty

Die Bekanntgabe ihres Karriereendes nahm Irina Mikitenko sichtlich mit. "Es war nicht leicht, diese Entscheidung zu fällen. Jetzt brauche ich erstmal ein bisschen Abstand", sagte die beste deutsche Marathonläufern - und war dabei den Tränen nahe.

Nach 25 Jahren Leistungssport und unzähligen Highlights erklärte die deutsche Rekordhalterin über die Marathondistanz (2:19:19 Stunden) und über 5000 m (14:42,03 Minuten) am Rande des Berlin-Marathons ihren Abschied. Etwas überraschend, aber nach eigener Aussage wohldurchdacht.

"Ich habe mir Zeit gelassen. Ich mag es nicht, den Rücktritt anzukündigen und dann doch wieder zu starten", sagte die gebürtige Kasachin: "Aber mit 42 Jahren bin ich soweit zu sagen, Leistungssport war eine schöne Geschichte - aber ist jetzt beendet." Sie sei einfach nicht mehr in der Lage, ihre Leistung zu steigern, begründete Mikitenko ihren Schritt. Eine Realität, an die sie sich erst langsam gewöhnen musste.

Vor wenigen Jahren noch Szene bestimmt

Denn noch vor wenigen Jahren hatte die zweifache Mutter die internationale Marathon-Szene bestimmt. Zweimal (2008/2009) gewann sie den London-Marathon, 2008 holte sie mit deutschem Rekord auch in der deutschen Hauptstadt den Sieg. Zudem sicherte sie sich noch zweimal den Jackpot in der Laufserie World Marathon Majors - Erfolge, die sie zur Marathon-Millionärin machten. Im vergangenen Jahr hatte sie in Berlin noch den Masters-Weltrekord in der Altersklasse Ü40 auf 2:24:54 Stunden verbessert. Ein Abschiedsrennen wird es aber nicht geben: "Das wollte ich nicht."

Doch auch in Zukunft will sie dem Laufsport verbunden bleiben. Am liebsten als Trainerin. "Das würde ich sehr sehr gerne machen. Ich bin keine Hausfrau, das bin ich nie gewesen. Wenn man 25 Jahre lang immer sechs Monate im Jahr unterwegs ist, dann geht das nicht", sagte Mikitenko, die während ihrer Schwangerschaft schon die Trainerlizenz erwarb: "Ich mache derzeit viel mit Breitensportlern. Aber mein Herz schlägt für den Leistungssport."

Hahner mögliche Nachfolgerin

Ihre designierte Nachfolgerin sah sie womöglicherweise bereits am vergangenen Sonntag in Berlin. Die erst 24-jährige Anna Hahner verbesserte in der deutschen Hauptstadt ihre persönliche Bestleistung auf 2:26:44 Stunden. "Ich freue mich für sie und über ihre Art. Sie ist sehr offen und sehr diszipliniert. Die Hauptsache ist, sie hat Spaß an der Sache", betonte sie.

Hatte aber bereits auch einige Ratschläge für die vielleicht größte deutsche Lauf-Hoffnung, die in diesem Jahr überraschend den Wien-Marathon gewonnen hatte, parat. "Sie muss ein bisschen aufpassen, das habe ich ihr heute auch gesagt. Das Marathon-Leben dauert nicht sehr lange. Wenn sie sich über Jahre steigern will, sollte sie es in jungen Jahren nicht mit den Marathons übertreiben."

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