Sonntag, 17.11.2013

Jamaikaner unglücklich über Doping-Diskussion

Bolt befürchtet finanzielle Einbußen

Die Doping-Diskussion um sein Heimatland Jamaika geht Leichtathletik-Superstar Usain Bolt offenbar ans Portemonnaie.

Selbst wenn sich seine Einnahmen verringern, sollte Usain Bolt nicht in finanzielle Schwulitäten kommen
© getty
Selbst wenn sich seine Einnahmen verringern, sollte Usain Bolt nicht in finanzielle Schwulitäten kommen

"Das kostet mich Geld, darüber bin ich nicht glücklich", sagte der sechsmalige Olympiasieger am Rande der IAAF-Gala in Monte Carlo, wo Bolt zum fünften Mal seit 2008 als Welt-Leichtathlet des Jahres ausgezeichnet wurde. Bei den Frauen fiel die Wahl erstmals auf seine Landsfrau und Dreifach-Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce.

Bolt berichtete von konkreten Problemen. "Eine Agentur hat einem meiner Sponsoren geraten, nicht mehr mit mir zusammenzuarbeiten", erklärte Bolt. Es würden einige Dinge mit Dopingmitteln passieren, "das muss korrigiert und geklärt werden, weil das unserem Sport Probleme beschert".

Einem Streik, wie von Fraser-Price in Johannesburg angedroht, würde sich Usain Bolt nicht anschließen. "Das ist mein Beruf, da kann ich nicht streiken. Shelly-Ann, damit stehst Du alleine da", sagte der achtmalige Weltmeister. Die 26-Jährige hatte mit einem Boykott großer Wettbewerbe gedroht, falls sich der jamaikanische Verband nach den jüngsten Dopingfällen nicht unmissverständlich hinter seine Athleten stellen sollte.

Mehrere Athleten überführt

In diesem Jahr waren mehrere Athleten bei Jamaikas Meisterschaften überführt worden, darunter der ehemalige 100-m-Weltrekordler Asafa Powell sowie die Weltklassesprinterinnen Sherone Simpson und Veronica Campbell-Brown.

Ungeachtet der eindeutigen Faktenlage äußerte sich der Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF erbost über die Dopingvorwürfe gegen Jamaika und Kenia. "Das sind die Länder mit den meisten Dopingtests. Das ist lächerlich. Das sieht nach einer Kampagne der WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur, Anm. d.R.) aus", sagte Lamine Diack (Senegal). In den vergangenen zwölf Monaten hatte es in Kenia 17 Dopingfälle gegeben.


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