Leichtathletik-WM in Moskau - Tag 6 kompakt

Die weißen und schwarzen Tasten des Klaviers

Von Michael Stricz
Donnerstag, 15.08.2013 | 23:38 Uhr
Viel Taktiererei gab es beim 1500m Lauf der Frauen. Favoritin Abeba Aregawai freut sich
© getty
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Tag sechs bot jede Menge Aktion für die Zuschauer. Bei den Frauen wurde über 1500m erst lange gewartet und dann lange taktiert. Die Zuschauer bewiesen vor allem beim Hochsprung, dass man auch mit Stille eine ganze besondere Stimmung erzeugen kann.

Der sechste Tag der Leichtathletik-WM lieferte wieder jede Menge Geschichten. Auch ohne deutsche Medaillenchancen am Abend sahen die Zuschauer ein echtes Spektakel und sogar einen neuen WM-Rekord von Bohdan Bondarenko. Vor allem die Hochspringer lieferten sich einen Schlagabtausch auf höchstem Niveau, sowohl was das Sportliche als auch den Style angeht. Ob lange Stretchhosen oder lässige Sonnenbrillen - geht nicht, gibt's nicht!

Der ganze Tag zum Nachlesen im Ticker

Auch in den anderen Wettbewerben ging es heftig zu. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen und sogar Schubsereien gab es bei den 4 x 400m Vorläufen der Männer. Das Finale der Damen über 1500m wurde dagegen lange Zeit von Taktik dominiert, was den "Eurosport"-Kommentator zu einem interessanten Vergleich bewegte.

Am morgigen Freitag stehen unter anderm Medaillenentscheidungen im Hammerwurf (Frauen) und im Weitsprung (Herren) an. Im Kugelstoßen sehen wir David Storl wieder. Dazu gibt es noch Laufsport beim 5000m und dem 4 x 400m Finale der Männer, sowie dem 200m Finale der Frauen (ab 7.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Die Entscheidungen des Tages

WettbewerbEntscheidung
Hochsprung, Männer Bondarenko holt Gold mit WM-Rekord
Dreisprung, FrauenIbargüen schreibt Geschichte
3000m Hindernis, Männer Kemboi holt Triple-Gold
400m Hürden, Frauen Hejnova holt erste Medaille für Tschechien
400m Hürden, MännerGordon holt überraschend Gold
1500m, FrauenAregawi entthront Titelverteidigerin Simpson

Speerwurf:

Für die Deutschen gab es im Speerwurf gar nichts zu holen. Bernhard Seifert, Thomas Röhler und auch Lars Hamann hatten allesamt mit den vorderen Plätzen nichts zu tun. 82,50 Meter mussten für die direkte Quali her. Seifert schaffte knapp über 80 Meter, Hamann 77, Röhler sogar nur knapp über 70 Meter. Vítezslav Vesely warf dagegen über 90 Meter, trat aber dann über die Linie. Bitter für ihn! Keshorn Walcott, der Goldmedaillengewinner von London, verabschiedete sich sang- und klanglos.

Hochsprung:

Wenig Hoffnung hatten die deutschen Fans vor dem Hochsprung der Frauen. Ariane Friedrich hatte abgesagt und so lag es einzig an Marie-Laurence Jungfleisch, die deutsche Flagge hochzuhalten. Bei 1,92 Meter musste die Deutsche ordentlich zittern, erst im dritten und letzten Versuch gelang der Sprung. Gemeinsam mit 13 anderen Hochspringerinnen steht sie nun am Samstag um 16 Uhr im Finale.

800m:

Ohne deutsche Starter ging es in den Vorläufen der Frauen zur Sache. Die Favoritinnen gaben sich keine Blöße. Brenda Martinez triumphierte im ersten, sehr schnellen Durchgang vor Marilyn Okoro und Mariya Savinova, die damit direkt fürs Finale qualifiziert waren. Den zweiten Lauf gewann Alysia Johnson Montano ebenfalls in einer sehr guten Zeit. Die Läufe drei und vier waren vom Niveau dann deutlich schwächer.

Kugelstoßen:

Im Schatten des großen Favoriten Tomasz Majewski schaffte mit David Storl auch die deutsche Medaillenhoffnung den Sprung ins Finale. Bereits im ersten Versuch überzeugte Storl mit 20,29 Meter, die wohl gereicht hätten. Im dritten Anlauf legte der Deutsche dann noch einmal einen Wurf über 20,71m nach und qualifizierte sich so direkt über die Weite. Ein gutes Pferd und so weiter... Favorit Majewski schwächelte zu Beginn mit einem Wurf nur knapp über 20 Meter. Machte dann aber ebenfalls mit seinem dritten Wurf die direkte Quali klar.

200m:

In den Vorläufen am Morgen gab es keine Überraschungen. Auch am Abend setzten sich die Favoritinnen um Shelly-Ann Fraser-Pryce, Murielle Ahoure und natürlich Allyson Felix in ihren Halbfinals souverän durch. Im Finale stehen außerdem Miller, Okagbare und Ryemyen. Die beiden Amerikanerinnen Tarmoh und Williams schafften die Qualifikation nur über ihre Zeit.

4 x 400m Staffel:

Die USA lieferten sich mit Trinidad & Tobago ein packendes Rennen um den Sieg im zweiten Lauf. Am Ende stand für die USA der Sieg und eine neue Jahresbestleistung zu Buche. Auch die Jamaikaner waren bei ihrem Sieg vor Großbritannien in Lauf eins Jahresbestleistung gelaufen. Im letzten Lauf ging es dann für die deutschen Läufer um alles. Doch trotz einer fantastischen Leistung musste sich das Team hinter Russland und Australien mit Platz drei zufrieden geben. 3:02:62 Minuten reichten am Ende nicht fürs Finale. David Gollnow, Eric Krüger, Thomas Schneider und Jonas Plass konnten jedoch mit ihrer Leistung gegen die starke Konkurrenz hochzufrieden sein.

Mann des Tages: Ivan Ukhov

Nicht immer müssen in dieser Kategorie sportliche Gründe den Aussschlag geben. Ivan Ukhov hat nicht nur ein coolen Namen, sondern auch verdammt viel Style. Bei läppischen 1,32 Meter zog er nicht einmal seine schlabbrige Jogginghose aus.

Deshalb ist er nicht nur der Gabor Kiraly des Hochsprungs, sondern auch völlig zu Recht der Mann des Tages. Wer braucht schließlich Medaillen, wenn er Jogginghosen und Style hat?

Frau des Tages: Anneisha McLaughlin

Trotz ihres suggestiven Nachnamens gab es für die Jamaikanerin wenig zu Lachen. Kurz vor dem Ziel ihres 200m Vorlaufes vertrat sie sich böse und zog sich vermutlich einen Muskelfaserriss zu.

Weil sie aber ein knallharter Mistkerl ist, schleppte sie sich die letzten Meter trotzdem noch ins Ziel. Da kann man als wehleidiger Fußballer nur den Hut vor ziehen.

Sprüche des Tages:

"Pssshhhh!" (Der Stadionsprecher konnte mit der Stimmung des heute durchaus lauten Publikums wenig anfangen)

"Manchmal glaube ich, dass Hannah England gar nicht weiß, wie gut sie ist und es zu spät zeigt. Sie hatte Glück, dass sie am Ende Vierte wurde, aber wenn sie ein bisschen mehr an sich geglaubt hätte, glaube ich, dass sie eine Medaille hätte schaffen können." (Paula Radcliffe, Marathon Weltrekord-Halterin)

"Es war superknapp." (Jehue Gordon mit dem Understatement des Jahres)

"Jetzt werden nicht nur die weißen, sondern auch die schwarzen Tasten auf dem Klavier bemüht." (Der "Eurosport"-Kommentator sieht die Dinge beim 1500m Lauf der Frauen ins Rollen kommen)

"Beim Hürdenlauf geht es nicht nur darum, schnell zu sein. Man muss seine Geschwindigkeit mit makelloser Technik und einem guten Rhythmus verbinden. Man muss in diesem Rennen genau alles richtig machen." (Colin Jackson, zweifacher Weltmeister und BBC-Experte)

Zahlen des Tages:

100.000 Euro lobte die IAAF vor der WM für neue Weltrekorde aus. DLV-Präsident Clemens Prokop hält das für Blödsinn. Er hält "Anreize und Belohnungen für Rekorde für den falschen Weg". Faszination sei der Wettkampf an sich.

2,45 Meter ist der alte und neue Weltrekord im Hochsprung der Männer von Javier Sotomayor aus dem Jahr 1993. Auch Bohdan Bondarenkos Topform konnte daran nichts ändern.

0,01 Sekunden trennten nach 400m Hürden Sieger Jehue Gordon und den Zweitplatzierten Michael Tinsley.

0 Dezibel. Exakt diese Lautstärke wollte Bogdan Bondarenko bei seinem Weltrekordversuch. Und das Publikum gehorchte. So still ist es sonst nur in der Allianz Arena.

Name des Tages: Borlee

Gleich dreimal war der Name Borlee in der 4 x 400m Staffel der Belgier vertreten. Jonathan, Dylan und Kevin hießen die drei. Wie sich der vierte Läufer Antoine Gillet bei der ganzen Geschichte fühlt, ist leider ebenso wenig aufzuklären wie die Frage, ob es mit einem vierten Borlee für Belgien zum Finale gereicht hätte.

Alle WM-Entscheidungen im Überblick

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