Leichtathletik

Drei Weltmeister positiv nachgetestet

SID
Hammerwerfer Wadim Dewjatowski ist einer von sechs Athleten die positiv getestet worden sind
© getty

Die Leichtathletik wird erneut von einem gewaltigen Dopingskandal erschüttert. Wie der Weltverband IAAF am Freitag bekannt gab, sind bei Nachtests von Proben der WM 2005 in Helsinki sechs positive Fälle entdeckt worden.

Darunter befinden sich drei Goldmedaillengewinner: Hammerwerferin Olga Kusenkowa (Russland), Kugelstoßerin Nadeschda Ostaptschuk und Hammerwerfer Iwan Tichon (beide Weißrussland).

Dazu kommen die WM-Zweiten Wadim Dewjatowski (Weißrussland/Hammer) und Tatjana Kotowa (Russland/Weit) sowie der Kugel-Sechste Andrej Michnewitsch (Weißrussland). Die IAAF wird nach Abschluss der Untersuchungen über mögliche Sperren entscheiden.

"Kein Platz mehr zum Verstecken"

"Unsere Botschaft an die Betrüger ist eindeutig, dass es durch die verbesserten Nachweisverfahren keinen Platz mehr zum Verstecken gibt", sagte IAAF-Präsident Lamine Diack. Diese Nachtests seien das letzte Beispiel dafür, dass die IAAF fest entschlossen sei, Betrug aus der Leichtathletik zu verbannen.

"Die IAAF wird alles in ihrer Macht Stehende tun, die Glaubwürdigkeit der Wettkämpfe zu sichern. Wenn Regeln gebrochen wurden, werden wir die Betrüger systematisch aufdecken", so Diack weiter.

Silbermedaille für Esser?

Sollten sich die positiven Tests bestätigen, könnte Hammerwerfer Markus Esser vielleicht doch noch zu einer WM-Medaille kommen. Der Leverkusener war in Helsinki mit 19 Zentimeter Rückstand auf Platz drei undankbarer Vierter geworden. Ihm winkt bei einem Ausschluss von Tichon und Dewjatowski nun die Silbermedaille hinter dem in Helsinki drittplatzierten Polen Szymon Ziólkowski.

"Das würde mir schon Genugtuung verschaffen. Aber es ersetzt nicht das emotionale Erlebnis, nach gewonnenem Silber eine Ehrenrunde im Stadion zu drehen und anschließend auch auf dem Podest zu stehen", sagte Esser.

Ehrenrunde in Rio 2016

Auch möglicherweise entgangene Sponsoren-Gelder kamen Esser in den Sinn: "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde: nein." Wichtig ist dem 33-Jährigen aber vor allem eines: "Ich weiß, dass ich super gearbeitet habe."

Eine Runde mit der Fahne möchte Esser übrigens noch drehen: "Ich will bei Olympia in Rio starten. Und dann werde ich das nachholen. Denn das wird mein letzter großer Wettkampf sein."

Tichon und Dewjatowski waren schon früher in Dopingfälle verwickelt, so hatte Tichon bereits Olympia-Silber von Athen 2004 verloren. Auch Ostaptschuk hatte diesbezüglich für Schlagzeilen gesorgt. Nach ihrem Olympiasieg in London wurde sie bei zwei Proben positiv auf das anabole Steroid Methenolon getestet. Das Internationale Olympische Komitee erkannte ihr Gold wieder ab. Dieses ging wie schon 2008 in Peking an die Neuseeländerin Valerie Adams.

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