Montag, 18.06.2012

EM in Helsinki

Diskus-Hüne Harting führt 94-köpfiges Team an

Der Deutsche Leichtathletik-Verband schickt 94 Läufer, Springer und Werfer zu den Europameisterschaften vom 27. Juni bis 1. Juli in Helsinki. Das Großaufgebot von 48 Männern und 46 Frauen wird angeführt von Diskus-Weltmeister Robert Harting, der ebenso wie seine Disziplinkollegin Nadine Müller, die Sprintstaffel der Männer und Stabhochspringerin Silke Spiegelburg mit der besten Vorleistung in Europa zu den Titelkämpfen in der finnischen Hauptstadt reist.

Robert Harting, flankiert von Hochspringerin Ariane Friedrich (l.) und Sprinterin Verena Sailer
© Getty
Robert Harting, flankiert von Hochspringerin Ariane Friedrich (l.) und Sprinterin Verena Sailer

Die größte deutsche Mannschaft seit zehn Jahren soll bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Helsinki die Basis legen für Erfolge bei den Sommerspielen in London.

"Bei der Generalprobe für Olympia erhoffen wir uns einen positiven psychologischen Effekt", sagte Herbert Czingon, der Cheftrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV), nach der Nominierung des 94-köpfigen Aufgebots für die kontinentalen Titelkämpfe vom 27. Juni bis 1. Juli.

Harting führt das Team an

DLV-Präsident Clemens Prokop wertete im Gespräch mit der dapd die Europameisterschaft als "wichtige Standortbestimmung mit der Chance für die Athleten auf einen Motivationsschub."

Das Team aus 48 Männern und 46 Frauen wird angeführt von Diskus-Weltmeister Robert Harting, der ebenso wie seine Disziplinkollegin Nadine Müller, die Sprintstaffel der Männer und Stabhochspringerin Silke Spiegelburg mit der besten Vorleistung in Europa zu den Titelkämpfen reist.

Nur der 800-Meter-Lauf der Frauen findet ohne deutsche Beteiligung statt. An der EM 2010 in Barcelona hatten 74 deutsche Athleten teilgenommen und 16 Medaillen (4/6/6) gewonnen.

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Reif fehlt verletzt

Von den vier Goldmedaillengewinnern sind Verena Sailer über 100 Meter, Linda Stahl im Speerwerfen und Betty Heidler im Hammerwerfen am Start. Weitspringer Christian Reif muss verletzungsbedingt auf die Titelverteidigung verzichten.

Die Größe des Teams sei "Ausdruck des hervorragenden Saisoneinstiegs der DLV-Nationalmannschaft und der Ergebnisse bei den Deutschen Meisterschaften. Mit diesem leistungsstarken und selbstbewussten Team wollen wir auf der europäischen Ebene einen weiteren wichtigen Schritt zu einer erfolgreichen Olympiasaison vollziehen", sagte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen.

Dass die Mannschaft diesmal wieder fast so groß ist wie 2002 bei der EM in München, als 95 deutsche Läufer, Springer und Werfer antraten, bezeichnete Prokop als Beweis dafür, dass sich "das Leistungsniveau in fast allen Disziplinen wieder deutlich erhöht hat". Mehr Medaillen als vor zwei Jahren bedeute das Plus an Nominierten aber nicht automatisch.

Otto erhält vor Dilla den Vorzug

Wie vor fast jedem internationalen Großereignis hatte der DLV bei den Stabhochspringern wieder die Qual der Wahl. Obwohl Björn Otto bei den Deutschen Meisterschaften am Sonntag in Wattenscheid als Vierter höhengleich mit 4,72 Metern hinter seinem Uerdinger Vereinskollegen Karsten Dilla platziert war, entschied sich der DLV für den Hallen-Vizeweltmeister und gegen Dilla.

Otto hat in dieser Saison bereits 5,82 überquert, womit er zusammen mit dem Deutschen Meister Malte Mohr auf Rang zwei in der europäischen Rangliste liegt. Im vergangenen Jahr hatte Dilla für die WM den Vorzug vor Otto erhalten. Eine Vorentscheidung für Olympia sei damit aber noch nicht gefallen, sagte Czingon. Für das London-Ticket müsse laut Nominierungskriterien das DM-Ergebnis stärker gewichtet werden.

Im Hürdensprint begleitet Gregor Traber seine Kollegen Alexander John und Matthias Bühler nach Helsinki. Der 19-Jährige war bei der DM in Führung liegend an der letzten Hürde gestürzt. Wie 57 andere Athleten hat das Trio auch bereits die Olymianorm erfüllt und kann in Helsinki für London proben.


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