Sonntag, 11.03.2012

DLV-Athleten sammeln zwei Medaillen

"Auf einem guten Weg Richtung Olympia"

Viereinhalb Monate vor den Olympischen Spielen in London sind die Leichtathleten zwar noch nicht reif für die Insel. Aber bei der Hallen-WM in Istanbul bewiesen sie mit zwei Weltrekorden im Mehrkampf, neun Jahresweltbestmarken und vielen hochklassigen Ergebnissen beachtliche Frühform.

Kugelstoßer David Storl und Björn Otto im Stabhochsprung wurden jeweils Vizeweltmeister
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Kugelstoßer David Storl und Björn Otto im Stabhochsprung wurden jeweils Vizeweltmeister

Kugelstoßer David Storl und Stabhochspringer Björn Otto wurden Vizeweltmeister, es waren die einzigen deutschen Medaillen. Erfolgreichste Nation mit neun Titeln und 17-mal Edelmetall waren die USA, die im Hinblick auf Olympia ein mächtiges Statement abgaben. Aber auch die Olympia-Gastgeber aus Großbritannien überzeugten mit neun Medaillen.

2010 hatten deutsche Athleten drei Plaketten aus Doha mitgebracht. Trotz der diesmal geringeren Ausbeute zog Günther Lohre, der Vizepräsident Leistungssport des DLV, ein zufriedenstellendes Fazit. "Die Hallen-WM bringt nicht unbedingt Erkenntnisse für den Sommer. Aber alle, die hier gestartet sind, haben im Hinblick auf die Olympiasaison wichtige Erfahrungen gesammelt. David Storl und Björn Otto haben sich etabliert und Selbstvertrauen gewonnen, für andere war es eine Fortbildungsmaßnahme." Cheftrainer Herbert Czingon assistierte: "Wir sind auf einem guten Weg Richtung Olympische Spiele in London." Nur 17 Deutsche waren am Start.

Für Storl war Istanbul eine wichtige Standortbestimmung. "Wer hätte geglaubt, dass man für die Goldmedaille weiter als 21,88 Meter stoßen muss", sagte der Weltmeister im Freien. Ryan Whiting wuchtete die Kugel auf 22 Meter. Storls Trainer Sven Lang lernte: "Die Weite muss man bringen, wenn man bei Olympia eine Medaille holen will."

Otto kann mit Silber gut leben

Storl, der nach seiner Bestleistung lange auf Goldkurs lag, fand letztlich doch Gefallen an der Silberware. Wie auch Otto. "Zweiter mit 5,80, da kann man mit leben", sagte der Stabhochspringer, nachdem er den Frust über die misslungenen Versuche über 5,90 Meter verwunden hatte. Zweimal hatte der 34-Jährige in diesem Winter 5,92 Meter gemeistert. "Es war eine super Hallensaison", sagte Otto nach dem Gewinn seiner ersten WM-Medaille. Nach dem späten Glück blickt er voll motiviert dem Olympiasommer entgegen: "Das gibt Auftrieb."

Ohne Motivationsschub müssen die Stabhochspringer Malte Mohr (5,75 Meter) und Silke Spiegelburg (4,65) nach ihren vierten Rängen, Kugelstoßerin Nadine Kleinert (19,29 Meter) nach Rang fünf und Hochspringer Raul Spank nach Rang neun (2,28 Meter) die Vorbereitung auf EM und Olympia aufnehmen. Der Tübinger Arne Gabius wurde über 3.000 Meter ehrbarer Achter (7:45,01 Minuten). Eine solche Platzierung war seit 19 Jahren keinem Deutschen mehr gelungen.

Siebenkämpfer Ashton Eaton aus den USA und Fünfkämpferin Natallia Dobrynska aus der Ukraine setzten Glanzlichter. Dobrynska sammelte als erste Frau 5.013 Punkte. Eaton sagte nach der Verbesserung seiner eigenen Bestmarke um 77 Zähler auf 6.645 Punkte: "Das war ein guter Start in die Saison." Das Augenmerk des Vize-Weltmeisters im Freien gilt nun den US-Trials, denn in Istanbul hat Eaton zwar Gold und 90.000 Dollar gewonnen, aber keinen Olympiastartplatz.

Isinbajewa scheitert am Weltrekord

Wie Eaton nutzten auch die anderen Medaillengewinner das Indoor-Intermezzo am Bosporus zum Formtest. "Ich habe es in der Türkei geschafft und ich weiß, dass ich es in London wiederholen kann", sagte 3.000-Meter-Sieger Bernard Lagat aus den USA.

Landsmann Justin Gatlin posaunte nach der Rückkehr auf den Spitzenplatz der Sprinter: "Ich habe jetzt eine Medaille um den Hals, nun nehme ich mir die nächste vor." Gatlin, von 2006 bis 2010 wegen Dopings gesperrt, sprach von einer "Wiedergeburt". 2003 war er mit der selben Zeit von 6,46 Sekunden bereits Weltmeister geworden.

Von herausragender Qualität waren auch die 7,73 Sekunden von Sally Pearson aus Australien über die 60 Meter Hürden, die 7,23 Meter von US-Weitspringerin Brittney Reese und die 5,95 Meter von Stabhochspringer Renaud Lavillenie aus Frankreich. Die Russin Jelena Isinbajewa versuchte sich dreimal vergeblich am Weltrekord von 5,02 Metern, gewann aber unangefochten mit 4,80.

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