Sonntag, 12.02.2012

Hallenmeeting in Karlsruhe

Nytra mit starkem Comeback und Roter Karte

Die deutschen Leichtathleten haben bei den Hallenwettkämpfen des Wochenendes einige Ausrufezeichen gesetzt. Zwei Wochen vor den deutschen Titelkämpfen in der Karlsruher Europahalle reichte es beim Internationalen Meeting an gleicher Stelle trotzdem nur zu einem Heimsieg durch Stabhochspringerin Silke Spiegelburg.

Carolin Nytra feierte beim Hallenmeeting in Karlsruhe eine starkes Comeback
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Carolin Nytra feierte beim Hallenmeeting in Karlsruhe eine starkes Comeback

Zweite wurden Hochspringerin Ariane Friedrich und Kugelstoßer David Storl. Hürdensprinterin Carolin Nytra feierte ein Comeback mit viel Licht und viel Schatten über 60 Meter Hürden.

Die Hallen-Europameisterin lief im Vorlauf fulminante 7,97 Sekunden, wurde wegen eines Fehlstarts im Finale dann aber disqualifiziert. Hochspringerin Ariane Friedrich überquerte 1,90 Meter.

"Ich bin wieder eine Hochspringerin"

"Ich bin wieder eine Hochspringerin", jubilierte die Frankfurterin nach ihrem zweiten Platz. Im dritten Wettkampf nach ihrer mehr als einjährigen Verletzungspause wegen eines Achillessehnenrisses hatte sie erstmals wieder die 1,90 Meter gemeistert.

"Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen", sagte Friedrich, die bislang nur 1,86 Meter zu Buche stehen hatte. "Heute habe ich mich richtig getraut, es war nicht mehr so zaghaft", sagte die 28-Jährige. An 1,93 Metern, der Sieghöhe der Russin Irina Gordejewa, scheiterte Friedrich.

Kugelstoß-Weltmeister David Storl aus Chemnitz musste sich nur Olympiasieger Tomasz Majewski aus Polen geschlagen geben. Während Storl die Kugel auf 21,03 Meter wuchtete, war Majewski mit 21,27 Metern nicht zu bezwingen.

Dritter mit 20,68 Metern wurde Hallen-Weltmeister Christian Cantwell aus den USA, der am Freitag in Düsseldorf vor Majewski und Storl gewonnen hatte.

"Habe mir fast in die Hose gemacht"

Erst gefeiert, dann gefeuert: Sprachlos und kopfschüttelnd verließ Carolin Nytra die Europahalle, nachdem sie wegen eines Fehlstarts im Endlauf die Rote Karte erhalten hatte.

Nach der Zeit von 7,97 Sekunden im Vorlauf, mit der sie sich an Rang vier der Weltjahresbestenliste hievte, hatte die Mannheimerin noch frohlockt: "Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Ich war beim Aufwärmen so nervös und habe mir fast in die Hose gemacht."

Es war ihr erstes Rennen seit dem Sieg bei der Hallen-EM vergangenen März in Paris. Wegen einer hartnäckigen Rücken- und Oberschenkelverletzung hatte Nytra auf die gesamte Freiluftsaison verzichtet.

Jahresweltbestzeiten über 1.500 Meter liefen der Kenianer Bethwel Birgen (3:34,64 Minuten) und die Äthiopierin Genzebe Dibaba (4:00,13 Minuten). Auch über die doppelte Distanz lief noch kein anderer Mann in diesem Winter schneller als der Kenianer Augustine Kiprono Choge (7:29,94 Minuten). Der Tübinger Arne Gabius wurde in der starken Zeit von 7:38,13 Minuten Fünfter.

Björn Otto überquert 5,82 Meter

Am Samstag hatte Stabhochspringer Björn Otto seine gute Frühform auch beim Meeting in Donezk in der Ukraine nachgewiesen.

Der 34-Jährige von der LAV Bayer Uerdingen/Dormagen meisterte 5,82 Meter und musste sich mit seiner besten Leistung seit fünf Jahren nur dem höhengleichen Europameister Renaud Lavillenie aus Frankreich geschlagen geben. Der Münchner Hallen-Vizeweltmeister Malte Mohr wurde bei dem von Weltrekordler Sergej Bubka organisierten Sportfest mit 5,72 Metern Dritter.

In Lafayette in den USA steigerte die ehemalige Weitsprung-Weltmeisterin Tianna Madison die Weltjahresbestzeit über 60 Meter auf 7,02 Sekunden.

Leichtathletik-WM in Daegu: Die besten Sprüche
"Ich kann nicht mein ganzes Leben nach dem Werfen umstellen. Mal einen Abend mit Freunden rumhängen, in eine Bar gehen, sich danebenbenehmen, die Bedienung bequatschen, das Lokal zerlegen und dann wieder gehen." (Robert Harting vor der WM)
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"Gold würde mich überraschen, alles andere ist möglich" (Weitspringer Christian Reif landete auf Platz sieben. Überraschend)
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"Gold würde mich überraschen, alles andere ist möglich" (Weitspringer Christian Reif landete auf Platz sieben. Überraschend)
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"Beim Einwerfer habe ich mich noch sensationell gefühlt. Aber schon mein erster Wurf war beschissen. Und dann wurde mir nach dem zweiten Versuch der Stecker gezogen." (Christina Obergföll nach ihrem enttäuschenden vierten Platz)
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"Um vier war ich im Bett und musste im Hellen schlafen. Es gab Probleme mit dem Lichtschalter" (Kugelstoß-Weltmeister David Storl mit Technikproblemen)
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"Danke an alle, die mir gestern einen Arschtritt verpasst haben. Das waren einige. Ich habe es aber auch gebraucht." (Siebenkämpferin Jennifer Oeser gewinnt nach schlechtem ersten Tag noch Bronze mit besonderen Motivationshilfen)
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"Es ist zwar sehr schön hier mit dem Meer, aber im Prinzip langweile ich mich den ganzen Tag zu Tode. Und dann wird man noch eingelullt von der Musik den ganzen Tag..." (Stabhochspringer Malte Mohr "genoss" das Vorbereitungstrainingslager in Jeju)
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"Ich freue mich so auf mein erstes Bier. Aber sowas von." (Umgesetzte Trainingslehre von Martina Strutz nach dem Gewinn der WM-Silbermedaille)
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"Es war nur eine kleine Feier im kleinen Kreis. Ich war um vier Uhr im Bett." (Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo hat ganz eigene Maßstäbe)
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"Wenn man den Absprung richtig trifft, dann spürt man so ein Kribbeln im Bauch. Andere würden sagen, das ist wie ein Orgasmus." (Raul Spank erklärt, wie sich Hochsprung anfühlt, wenn es gut klappt)
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"Ich bin so glücklich, bester Deutscher zu sein" (Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch demonstriert Teamgeist)
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