Die Tops und Flops der Leichtathletik-WM

Liebesgrüße an Samoa

Von Norbert Pangerl
Montag, 05.09.2011 | 12:22 Uhr
Auf den Spuren von Usain Bolt: Kugelstoßer Sogelau Tuvalu beißt über die 100 Meter
© Getty
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Die Leichtathletik-WM in Daegu ist zu Ende. Neben glanzvollen Gewinnern und ebenso glanzvollen Verlierer, gab's in Südkorea -wie nahezu bei jeder WM zuvor- sowohl eine Menge Kuriositäten als auch sportliche Höchstleistungen zu sehen. Auch die Athleten des DLV ließen sich nicht lumpen. Die Tops und Flops.

TOPS

SOGELAU TUVALU: Natürlich hätte man Sogelau Tuvalu auch zu den Flops der WM zählen können. Im Kugelstoßen bereits in der Qualifikation gescheitert, im 100-Meter-Lauf mit einer Zeit von 15,66 Sekunden fast so schnell wie Sarbi (siehe Flops).

Dennoch übernahm der "Eric der Aal" der Leichtathletik die Rolle des Fan-Lieblings in Daegu. Die Vorstellung des 120-Kilo-Kolosses über die 100 Meter wurde millionenfach im Internet bestaunt und die eingefleischtem Cineasten unter den Zuschauern fühlten sich an Jules Winnfield aus Pulp Fiction erinnert: "Was soll er machen, er ist Samoaner!"

DAVID STORL: Auf die Idee im 100-Meter-Lauf zu starten, wäre David Storl nie gekommen. Der Chemnitzer musste sich darüber auch keine Gedanken machen. Zu stark präsentierte sich der 21-Jährige im Kugelstoßen.

21,50 Meter in der Qualifikation, dann 21,60 Meter und schließlich 21,78 Meter im finalen Versuch. Sensationsgold und jüngster Kugelstoß-Weltmeister aller Zeiten. Nach ein paar Bier durfte er als Belohnung dafür bei brennendem Licht einschlafen.

MATTHIAS DE ZORDO: "Ich habe ehrlich gesagt nicht daran geglaubt, dass er hier gewinnt", erklärte Speerwurf-Bundestrainer Boris Henry nach der sensationellen Vorstellung seines Schützlings Matthias de Zordo.

Der 23-jährige Speerwerfer langte mit 86,27 Meter bereits im ersten Versuch mächtig hin und schockte damit die Konkurrenz. Macht der Linkshänder so weiter, ist er auch für London ein Titelanwärter.

BARBORA SPOTAKOVA und MARIA ABAKUMOVA: Auch die Damen wollten sich nicht lumpen lassen und legten in Daegu eines der wohl besten Speerwurf-Duelle der Leichtathletik-Geschichte auf den Rasen.

71,25 Meter hatte die Russin Abakumova vorgelegt, als Weldrekordhalterin Spotakova aus der Tschechischen Republik mit ihrem letzten Versuch auf 71,58 Meter stellte und jubelnd die Kurve beackerte. Abakumova - kalt wie Hundeschnauze - wuchtete den Speer allerdings im letzten Versuch des Wettkampfs auf 71,99 Meter und schnappte sich so die Goldmedaille.

DWIGHT PHILLIPS und BERNARD LAGAT: 33 Lenze zählt Weitspringer Dwight Phillips mittlerweile, hat aber immer noch nicht genug. Der Olympiasieger von Athen wurde in Daegu bereits zum vierten Mal Weltmeister und nimmt nun London 2012 ins Visier.

Dass Alter nicht vor Leistung schützt, bewies auch Altmeister Bernard Lagat. Der 36-jährige US-Kenianer lief über 5000 Meter zu Silber und grinste anschließend wie ein Honigkuchenpferd in die Kameras. London 2012? Mit Lagat, jede Wette.

USAIN BOLT und die JAMAIKANER: Schnell, sensationell, Weltrekord. 37,04 Sekunden brauchten die von Superstar Usain Bolt angeführten jamaikanischen Sprinter für die Stadionrunde in Daegu. 37,04 Stunden brauchten die Konkurrenten für dieselbe Strecke - so hatte man zumindest vor dem Fernseher den Eindruck.

Nach seinem Fehlstart über 100 Meter konterte Bolt über 200 Meter und in der Staffel seine Kritiker und demonstrierte wieder einmal, wieso er der derzeit größte Leichtathletikstar ist.

SALLY PEARSON: Die australische Hürdensprinterin stand kurz vor ihrem zweiten Geburtstag, als Jordanka Donkowa im August 1988 mit 12,21 Sekunden einen neuen Weltrekord über die 100 Meter Hürden aufstellte. In Daegu zeigte Pearson nun, dass der Uralt-Rekord in Zukunft wackeln könnte. 12,36 Sekunden im Halbfinale, 12,28 im Finale - so schnell war seit über einem Jahrzehnt keine Hürdensprinterin mehr.

DLV-YOUNGSTER: Für das Finale oder gar eine Medaille reichte es für Georg Fleischhauer und Cindy Roleder nicht. Dennoch geben die Leistungen der beiden Anlass zur Hoffnung. Fleischhauer lief über 400-Meter-Hürden mit 48,72 Sekunden persönliche Bestzeit. Seit über zehn Jahren war kein Deutscher mehr schneller.

Roleder schraubte im 100-Meter-Hürden-Halbfinale ihre persönliche Bestleistung auf 12,91 Sekunden. Ebenfalls nicht zu vergessen: Gesa Felicitas Krause. Über 3000-Meter-Hindernis wurde sie gute Neunte. Mit zarten 19 Jahren.

Seite 2: Die Flops der Leichtathletik-WM

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