Gold für de Zordo - 19,40 für Bolt!

Von SPOX
Samstag, 03.09.2011 | 16:29 Uhr
Volle Kraft voraus! Matthias de Zordo sicherte sich trotz Verletzung die Goldmedaille im Speerwurf
© Getty
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Matthias de Zordo holt das nächste Gold für den DLV. Leichtathletik-Superstar Usain Bolt rockt das 200-Meter-Finale und im Hochsprung der Frauen hieß das Duell wie erwartet Vlasic gegen Tschitscherowa. Die Russin behielt dabei die Oberhand. Außerdem: Kenianisches Doppelgold über 1500 Meter und Sally Pearson liefert über 100-Meter-Hürden eine Wahnsinns-Vorstellung.

Mit dem Killerinstinkt von Kugelstoßer David Storl hat Speerwerfer Matthias de Zordo am vorletzten WM-Tag von Daegu das dritte Gold für Deutschlands Leichtathleten geholt.

"Ich bin ein Typ wie David: Eine große Meisterschaft, loslaufen, draufhauen, fertig", meinte der Mann, der als zweiter Deutscher nach dem Berliner Detlef Michel 1983 in Helsinki WM-Gold mit dem Speer gewann. Drei deutsche WM-Triumphe der Männer hatte es letztmals noch vor der Vereinigung 1987 in Rom gegeben.

"Geil. Der Matthias hat es drauf", meinte ein strahlender David Storl auf der Tribüne und blickte schon voller Vorfreude dem Finaltag entgegen. "Wir haben mit Kugel, Diskus und Speer gesiegt, fehlt nur noch Betty Heidler mit dem Hammer. Dann ist die Gold-Sammlung der Werfer komplett."

De Zordo: "Ich wollte Thorkildsen schlagen"

Als das Zittern nach dem weiten Wurf von 86,27 m im ersten Versuch endlich vorbei war, riss Matthias de Zordo die Arme empor, rannte an die Bande zu Boris Henry und weinte bei der Umarmung mit dem Trainer Freudentränen.

"Ich wollte ihm natürlich auch eine Freude machen, nachdem es am Vortag mit seiner Freundin Christina Obergföll im Frauen-Finale so böse daneben gegangen war. Aber vor allem wollte ich Andreas Thorkildsen auf hohem Niveau schlagen, doch Gold ist Gold", sagte der 23 Jahre alte Saarbrücker, nachdem er den größten Speerwerfer der Gegenwart vom Sockel gestoßen hatte.

Dominator Thorkildsen wird nur Zweiter

Thorkildsen, der nach zweimal Olympia- und EM-Gold auch zum zweiten Mal Weltmeister werden wollte, musste nach 84,78 m mit Silber zufrieden sein, Bronze gab es mit 84,30 m für den Kubaner Guillermo Martinez. Der Norweger hatte de Zordo noch 2010 in Barcelona besiegt, als der deutsche Aufsteiger mit Linkswerfer-Weltrekord von 87,81 m Silber gewann.

Dem großen Wurf zum Auftakt war das Fragezeichen in der dritten Runde gefolgt. Matthias de Zordo, der schon vor dem zweiten Wurf gehumpelt hatte, musste kurz die Arena verlassen.

"Nichts Schlimmes. Das Problem mit den Bändern am Fuß hat er schon das ganze Jahr. Damit hat er auch in der Diamond League gewonnen", meinte Boris Henry, als sein Schützling den Innenraum verließ, um mit neuem Tape und schmerzbetäubendem Pflaster zurück zu kommen.

Usain Bolt setzt Highlight

Highlight war das 200-m-Gold von Usain Bolt sechs Tage nach dem Fehlstart-Desaster im 100-m-Finale. In 19,40 Sekunden trommelte der Weltrekordler (19,19), Olympiasieger und Titelverteidiger zu Jamaikas drittem Daegu-Gold über die blaue Bahn.

Nur Bolt selbst bei seinen Weltrekorden mit 19,30 und 19,19 sowie US-Olympiasieger Michael Johnson (19,32) waren jemals schneller. Walter Dix (USA) rannte in 19,70 zu Silber, Europameister Christophe Lemaitre in 19,80 zu Bronze. Nur 0,08 Sekunden fehlen dem Franzosen am Europarekord von Pietro Mennea (Italien), der 1979 Weltrekord bedeutet hatte.

Den Sieg kommentierte Bolt, als wäre es nichts gewesen. "Es war nur ein kleiner Schritt auf dem Weg, eine Legende zu werden. Ich fühle mich großartig. Ich bin immer noch der Beste", sagte der Superstar, der vor dem Start wie gewohnt eine große Show abgezogen hatte.

Sally Pearson siegt mit Weltklassezeit

Das zehnte USA-Gold gewann die 4x400-m-Staffel mit der zuvor zweimal in Einzelrennen geschlagenen Allyson Felix in 3:18,09 Minuten. Jahresweltbestzeit bedeuteten auch die weltrekordnahen 12,28 Sekunden von Sally Pearson bei Australiens erstem Daegu-Gold über 100 m Hürden.

Im Halbfinale war Cindy Roleder (Leipzig) mit Einstellung ihrer Bestzeit von 12,91 als Fünfte gescheitert. Ebenfalls im Finale stand neben de Zordo ansonsten nur der Rostocker Mark Frank, mit 81,81 m zum dritten Mal WM-Achter im Speerwurf wurde.

Niederlage für Blanka Vlasic

Das Hochsprung-Finale endete mit der Niederlage von Titelverteidigerin Blanka Vlasic, die in ihrem 100. Zwei-Meter-Wettkampf mit 2,03 m gegen die höhengleiche, aber schon im ersten Anlauf erfolgreiche Anna Tschitscherowa unterlag.

Die Jahresweltbeste gewann die siebte Goldmedaille für Russland, das zum Auftakt des Tages beim Doppelsieg im 50-km-Gehen durch Sergej Bakulin triumphiert hatte. Das sechste Gold für Kenia lief Olympiasieger Asbel Kiprop über die 1500 m in 3:35,69 Minuten nach Hause.

Seite 2: Tag 8 zum Nachlesen

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