Raelert gewinnt Ironman in Frankfurt

SID
Sonntag, 04.07.2010 | 15:54 Uhr
2008 gewann Andreas Raelert den Ironman in Arizona
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Der Rostocker Andreas Raelert hat erstmals den Ironman-Triathlon in Frankfurt/Main gewonnen. In 8:05:18 Stunden verwies er Titelverteidiger Timo Bracht auf Rang zwei.

Andreas Raelert hat die Hitzeschlacht von Frankfurt gewonnen und erstmals Europas Ironman-Thron bestiegen. Der frühere Kurzstreckenspezialist aus Rostock bewahrte bei schwülwarmen Temperaturen von 31,5 Grad Celsius kühlen Kopf und entthronte Titelverteidiger Timo Bracht in 8:05:18 Stunden.

Shootingstar Raelert lief mit einer Deutschland-Flagge um den Hals Richtung Ziel und ließ sich schon Sekunden vor dem großen Triumph feiern. "Das war ein perfekter Tag, das Rennen meines Lebens. Das sind die Momente, von denen ein Sportler träumt", sagte Raelert: "Vielleicht sah es souverän aus, aber ich war komplett am Limit."

Favorit Bracht benötigte als Zweiter 8:10:21 Stunden für 3,8km Schwimmen, 185 km Radfahren und den abschließenden Marathon über 42,195km. Der Australier Chris McCormack (8:14:43) wurde bei einer Luftfeuchtigkeit von 66 Prozent Dritter.

Raelert auf dem Rad stark

Der zweimalige Olympia-Teilnehmer Realert stellte die Weichen bei seiner erst vierten Ironman-Teilnahme auf der Radstrecke auf Sieg. Der 33-Jährige, der bei seinem Eisenmann-Debüt in Frankfurt 2009 gleich Vierter geworden war, war als zweiter Athlet hinter Christian Ritter nach gut 47 Minuten aus dem Langener Waldsee gekommen. Wegen der Wassertemperatur (26 Grad Celsius) mussten die 2360 Starter ohne Neoprenanzug schwimmen.

Raelert übernahm bei der zweiten Disziplin der EM schnell die Führung und schaffte auf seiner schwarz-rot-goldenen Hightech-Maschine einen neuen Radstreckenrekord (4:20:35). Als Erster wechselte er mit einem großen Vorsprung von elf Minuten vor seinem ärgsten Verfolger Bracht auf die Laufstrecke am Mainufer. Dort ließ sich Raelert auch von den immer weiter steigenden Temperaturen in der "Waschküche" Frankfurt nicht bremsen, büßte zwar über die Hälfte seines Vorsprungs ein, verteidigte aber letztlich seine Führung souverän.

Pech hatte der zweimalige Europameister und Streckenrekordhalter Bracht (7:59:01). Der 34-Jährige musste wegen eines Defekts sein hinteres Scheibenrad gegen ein Speichenrad umtauschen und verlor auf der wegen einer Baustelle um fünf Kilometer verlängerten Radstrecke rund eine Minute. Zudem schrammte Bracht am "Heartbreak Hill" von Bad Vilbel nur haarscharf an einem Sturz vorbei. "Raelert hat ein super Rennen gezeigt. Ich war vielleicht etwas zu schockiert von seiner Leistung auf dem Rad", sagte Bracht.

"Die Ergebnisse lassen noch Luft nach oben

Raelert ist in der Ironman-Szene ein Rookie. Als Kurzstrecken-Athlet hatte er bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 und Sydney 2000 Platz sechs beziehungsweise zwölf belegt. Nach seinem Umstieg auf die Langdistanz hatte er gleich herausragende Erfolge gefeiert. Nach seinem vierten Rang vor einem Jahr am Main belegte Raelert wenige Monate später im Ironman-Mekka Hawaii als bester Deutscher einen überraschenden dritten Rang. "Das war schon phänomenal. Aber die Ergebnisse lassen noch Luft nach oben", meinte der Rostocker.

Raelert profitiert auch vom Training mit seinem Bruder Michael, dem amtierenden Weltmeister auf der Ironman-Halbdistanz. "Unser Verhältnis ist sehr innig", erklärte Andreas Raelert, der sich mit Michael beim Trainingslager auf Fuerteventura für die Frankfurter Quälerei in drei Akten wappnete.

Veranstaltung der Superlative

Auch diesmal war der Frankfurter Ironman eine Veranstaltung der Superlative: Während des Wettkampfs wurden insgesamt 60.000 Liter Getränke, 18.000 Brötchen, 15.000 Energieriegel, 10.000 Bananen, 7000 Frankfurter Würstchen, 8000 Stück Kuchen und 250 kg Melonen gereicht. Geschätzte 500.000 Zuschauer säumten die Strecke beim zweitbedeutendsten Ironman der Welt. Insgesamt wurden 120 Qualifikationsplätze für die WM auf Hawaii am 9. Oktober vergeben.

Das Ziel auf dem Römerberg hat diesmal allerdings nur bis 22.00 statt bis 23.00 Uhr geöffnet. Der Grund für die Neuerung: Anwohner hatten sich über den Lärm rund um das Spektakel beschwert, das noch bis mindestens 2016 in Frankfurt stattfindet.

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