Vier Viertel und viele Pausen

"Eishockey immer ähnlicher"

SID
Freitag, 21.03.2014 | 13:18 Uhr
Leandro Negre sieht positive Auswirkungen durch die Änderungen
© getty
Advertisement
Players Championship
Live
Players Championship: Tag 1 -
Session 2
NHL
Live
Islanders @ Flyers
NHL
Senators @ Blue Jackets
NBA
Bulls @ Warriors
Players Championship
Players Championship: Tag 2 -
Session 1
Davis Cup Men National_team
Frankreich -
Belgien: Tag 2
Rugby Union Internationals
Schottland -
Australien
Rugby Union Internationals
England -
Samoa
Rugby Union Internationals
Wales -
Neuseeland
Rugby Union Internationals
Irland -
Argentinien
Players Championship
Players Championship: Tag 2 -
Session 2
NBA
Pelicans @ Warriors
World Championship Boxing
Sergey Kovalev vs Vyacheslav Shabranskyy
Davis Cup Men National_team
Frankreich -
Belgien: Tag 3
Players Championship
Players Championship: Viertelfinale
Premiership
Saracens -
Exeter
NHL
Canucks @ Rangers
Players Championship
Players Championship: Halbfinale & Finale
NBA
Suns @ Timberwolves
NHL
Oilers @ Bruins
NBA
Cavaliers @ 76ers
NHL
Flyers @ Penguins
BSL
Fenerbahce -
Büyükcekmece
NBA
Wizards @ Timberwolves
NBA
Grizzlies @ Spurs
NBA
76ers @ Celtics
NHL
Maple Leafs @ Oilers
Premiership
Northampton -
Newcastle
NBA
Timberwolves @ Thunder
Rugby Union Internationals
Wales -
Südafrika
Pro14
Munster -
Ospreys
NBA
Clippers @ Mavericks
ACB
Saski-Baskonia -
Obradoiro
Premiership
Harlequins -
Saracens
BSL
Besiktas -
Anadolu Efes
ACB
Real Madrid -
Gran Canaria
NBA
Magic @ Knicks
NHL
LA Kings @ Blackhawks
NHL
Sharks @ Capitals
NBA
Warriors @ Pelicans
Champions Hockey League
Trinec -
Brynas IF
Basketball Champions League
Hapoel Holon -
EWE Baskets
Champions Hockey League
Bern -
Växjö
Basketball Champions League
Orlandina -
Ludwigsburg
NBA
Wizards @ Trail Blazers
Basketball Champions League
medi Bayreuth -
AEK Athen
Basketball Champions League
Sidigas Avellino -
Baskets Bonn
NBA
Warriors @ Hornets
European Challenge Cup
Toulouse -
Lyon
NHL
Islanders @ Penguins

An der jüngsten Revolution scheiden sich die Geister. Über die massive Reform mit der Vierteilung einer Begegnung anstelle der bisherigen zwei Halbzeiten und der zehnminütigen Spielzeitverkürzung gehen auch bei den deutschen Olympiasiegern die Meinungen auseinander.

Deutschlands Sportfans werden 2016 einen ihrer Olympia-Lieblinge womöglich kaum wiedererkennen. Denn Hockey könnte sich bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro nach einer auch für so manchen Insider überraschenden "Revolution" der Weltöffentlichkeit als erheblich veränderter Sport darstellen.

An der künftigen Vierteilung einer Begegnung anstelle der bisherigen zwei Halbzeiten und der Spielzeitverkürzung von derzeit noch zweimal 35 Minuten auf künftig viermal 15 Minuten scheiden sich auch bei den Goldmedaillen-Gewinnern von Peking 2008 und London 2012 die Geister.

Weise wenig begeistert

"Bei uns wird jedes Jahr irgendwie immer herumgefrickelt und herumgedoktert, und es ist jedes Jahr das gleiche Ding, dass am Sport vorbei diskutiert und entschieden wird. Ich bin davon nur wenig begeistert", sagte Herren-Bundestrainer Markus Weise dem "SID" in einer ersten Reaktion auf die ab September für Topturniere gültige Entscheidung des Weltverbandes FIH: "Durch diese neuerlichen Änderungen werden wir dem Eishockey immer ähnlicher."

Weises Vergleich mit den "großen Brüdern" auf Kufen erscheint durch weitere Reglementsänderungen durchaus angebracht. Einmal im Reform-Fieber kupferte die FIH-Spitze in ihrem Kampf um eine olympische Zukunft nämlich noch weitere Elemente aus dem Erfolgsmodell Eishockey sowie den US-Topsportarten Basketball und Football ab.

Nach jedem Tor und jeder Strafecke erfolgen nunmehr 40-sekündige Auszeiten, und außer der zehnminütigen Pause in der Spielmitte finden in Zukunft auch nach dem ersten sowie dem dritten Viertel für jeweils zwei Minuten zusätzliche Erholungsphasen statt.

Suche nach dem Sinn

"Angeblich werden wir dadurch telegener oder irgendein anderes Blabla. Aber ich verstehe den Sinn nicht", klagt Weise: "Doch irgendwelche intelligenten Leute werden das schon erklären können."

Der spanische FIH-Präsident Leandro Negre mühte sich jedenfalls nach Kräften um eine positive Deutung der für Außenstehende durchaus schon an eine Verzweiflungstat erinnernde Reform. "Das ist für die Fans attraktiver, und auch die Trainer haben nun mehr Möglichkeiten, ihre Mannschaften taktisch neu einzustellen", sagte der Verbandsboss.

Experten halten durch die Reformen eine Verlagerung der Gewichte zugunsten spielstärkerer und dafür athletisch weniger ausgebildeter Mannschaften für möglich. "Mannschaften mit einer schwächeren Bank", meint Weise, "können durch die geringere Spielzeit bisherige Nachteile besser ausgleichen. Mehr Pausen bringen auch Vorteile für Teams, die physisch nicht so stark sind."

Fürste erwartet keine großen Auswirkungen

Weises "Musterschüler" Moritz Fürste indes erwartete im "SID"-Gespräch weder für den Spielcharakter noch für die Kräfteverhältnisse im Welthockey nennenswerte Auswirkungen "Ich sehe das ganz emotionslos: Eine Verkürzung der Brutto-Spielzeit bedeutet längst nicht auch eine Verkürzung der Nettospielzeit, und in der absoluten Weltspitze sind die Mannschaften auch im physischen Bereich so nahe beieinander, dass Spielzeit oder Pausen kaum einen Unterschied machen dürften", sagt der zweimalige Olympiasieger und frühere Welthockeyspieler.

In Kreisen mancher Fachleute erntete die FIH-Entscheidung auch Spott. Bundesliga-Trainer Christoph Elste vom Münchner SC kann besonders die Unterbrechungen nach Toren und Strafecken nicht nachvollziehen. : "Die nächste 'super Idee'. Bei torreichen Spielen", orakelte der Coach auf seiner Facebook-Seite, "verschieben sich nachfolgende Spiele auf Montagvormittag..."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung