Nachbericht

Immerhin der THW Kiel!

Von Alexander Mey/Johannes Blumau
Sonntag, 23.09.2007 | 19:30 Uhr
karabatic, nikola
© Getty
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München - Der THW Kiel ist nicht unschlagbar, und die Bundesliga ist wieder spannend. Das sind die beiden Top-Erkenntnisse des 6. Spieltags.

Zumindest von der Papierform her gibt es keine Einwände: Die SG Flensburg-Handewitt verpasste Kiel im Nordderby beim 37:32 die erste Niederlage und übernahm selbst die Tabellenführung vom großen Favoriten.

Auch Vize-Meister HSV Hamburg gewann und ist zumindest nach Minuspunkten in der gewohnt schiefen Bundesliga-Tabelle vor dem THW.

Doch haben die Kieler wirklich etwas von ihrer Vormachtstellung eingebüßt durch die Pleite beim Nachbarn? Erwartet uns wirklich eine spannende Saison?

Karabatic: "Kein Beinbruch" 

Die "Zebras" selbst verarbeiteten die Niederlage jedenfalls so, wie es einem Liga-Souverän zukommt: realistisch einschätzend und souverän eben.

"Die Niederlage ist kein Beinbruch, das sind auch nur zwei Minuspunkte", sagt THW-Superstar Nikola Karabatic im Gespräch mit SPOX.com. "Im letzten Jahr sind wir mit einer Niederlage gegen Gummersbach gestartet und trotzdem Meister geworden."

Eine schwache Phase der Kieler in der ersten Halbzeit brachte Flensburg ins Rollen. Aus einem 6:8 machten die Hausherren innerhalb von nicht einmal zehn Minuten eine 15:9-Führung.

Nur ein Ausrutscher! 

"Flensburg ist zu Hause sehr stark. Wir haben einfach die erste Halbzeit verschlafen, und wenn man hier dann einmal zurückliegt und das Publikum gegen sich hat, dann wird es richtig schwer", analysiert Karabatic nüchtern.

In Flensburg könne man schon verlieren, räumte der Franzose ein, wollte die Niederlage aber als Ausrutscher verstanden wissen und als nichts anderes: "Mit unserer Mannschaft müssen wir eigentlich auch hier gewinnen." Immerhin sei man der THW Kiel.

Arroganz? Nein. Aus Karabatic sprechen die Gelassenheit und das Vertrauen in die eigene Stärke, das man aus der vergangenen Saison schöpft. Trotz einer bisweilen dramatischen Personalnot holte man da am Ende den Meistertitel, den Pokal und als Krönung den Champions-League-Pokal.

Reise in die Vergangenheit

Und weil die Titelverteidigung in allen drei Wettbewerben auf der Agenda der Kieler steht, will man sich auch nicht allzu lange mit dem Spiel in Flensburg aufhalten.

"Die Niederlage ist abgehakt, wir denken jetzt schon an die Champions League", meint Karabatic. Am kommenden Samstag startet der THW in die Vorrunde der Königsklasse.

Für Karabatic eine Reise in die Vergangenheit, geht es doch nach Montpellier, wo er schon mit 17 in der ersten Mannschaft spielte und zahlreiche Titel gewinnen half, darunter 2003 das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions League.

Nicht nur die Spitzenspiele zählen

Das Match unter der Woche gegen den Wilhelmshavener HV wird Kiel aber dennoch nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn Karabatic' Formel lautet:

"Die Meisterschaft entscheidet sich nicht allein in den großen Duellen, sie entscheidet sich vor allem gegen die kleinen Teams. Wenn man zum Beispiel in Minden verliert, dann sind das die Punktverluste, die am Ende richtig wehtun."

Die Freude der Flensburger über eine grandiose Leistung und die Tabellenführung sei ihnen unbenommen. Aber es braucht offenbar eine Menge mehr, um Nikola Karabatic und Co. aus der Ruhe zu bringen.

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