Hintergrund

Haie landen spektakulären NHL-Coup

Von Alexander Mey
Montag, 24.09.2007 | 17:11 Uhr
köln, haie, anaheim, ducks
© spox
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München - Jetzt gibt die DEL so richtig Gas. Die Verlängerung des TV-Vertrags mit Premiere bis 2012 war schon nicht schlecht. Nur einen Tag später sorgen die Kölner Haie jedoch für den eigentlichen Hammer. Dank ihnen weht in der DEL ab sofort NHL-Luft.

Die Haie gehen eine offizielle Partnerschaft mit keinem Geringeren als dem aktuellen Stanley-Cup-Sieger Anaheim Ducks ein.

Ein im deutschen Eishockey bisher einzigartiger Coup, der zeigt, dass sich auch jenseits des Großen Teichs die Verantwortlichen langsam aber sicher für die DEL interessieren.

"Ein Meilenstein"

"Für uns ist das ein Meilenstein, vielleicht sogar für andere Vereine, die ähnliche Möglichkeiten haben wie wir", sagt Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin im SPOX-Gespräch.

Ist es auch ein Meilenstein für die ganze DEL? "So weit möchte ich nicht gehen. Die DEL wird aber unmittelbar davon profitieren", erklärt Eichin. "Das fängt bei der Berichterstattung an und geht bis zum Ansehen der DEL in den USA. Denn immerhin arbeiten wir nicht mit irgendeinem NHL-Team zusammen."

Vertragsunterzeichnung am Sonntag

Gerade weil Anaheim nicht irgendein NHL-Team ist, stellt sich die Frage, wie die Ducks auf die Zusammenarbeit mit den Haien gekommen sind und was sie sich davon versprechen.

"Ergeben hat sich das über Joe Gibbs, den ehemaligen Manager der Kassel Huskies und der Nürnberg Ice Tigers. Wir kennen uns schon lange und haben immer schon einmal über das Thema gesprochen. Joe hatte schon früh die Vision, so etwas zu tun. Über ihn kam der Kontakt zu Anaheims General Manager Brian Burke zustande", beschreibt Eichin.

Burke, der am Sonntag in Mannheim den Vertrag unterzeichnet hat und am Montag in Köln zu Besuch war, um sich die Gegebenheiten anzusehen, ist vom großen Potenzial der DEL überzeugt.

Anaheim hofft auf Geheimtipps

"Er war sofort angetan, weil er glaubt, dass irgendwann nicht mehr sieben sondern vielleicht 50 deutsche Spieler in der NHL spielen können", sagt Eichin.

Hinweise auf deutsche, wohl aber auch europäische Geheimtipps sind einer der Vorteile, die sich Anaheim von der Kooperation erhoffen. Dazu, meint Eichin, könnten die Amerikaner auch vom deutschen Trainingssystem etwas lernen. So gibt es zum Beispiel in den USA nicht die in der DEL üblichen Sommertrainings.

Köln ist der wahre Profiteur

Aber mal ehrlich: Scouting und Trainingslehre schön und gut, der wahre Profiteur des Deals ist aber nicht Anaheim, es sind die Kölner Haie.

Das gibt auch Eichin zu: "Natürlich geht es immer noch um Sport und darum, die beste Mannschaft auf dem Eis zu haben. Der Deal wird uns die Arbeit sicher nicht erschweren."

Vorteile bei Verhandlungen mit Spielern

Ziel der Haie muss sein, über den Kontakt zu Anaheim leichter an talentierte Amerikaner heranzukommen, die lieber in der DEL als in der zweiten US-Liga AHL spielen.

"Das kann man den Spielern nahe legen. Man kann sie natürlich zu nichts zwingen, aber manchmal entscheiden Kleinigkeiten. Wenn man Leute hat, die in der NHL für uns sprechen und unseren Bekanntheitsgrad steigern, dann ist das perfekt für uns", sagt Eichin.

Spielen die Ducks bald in der Kölnarena?

Gute Spieler kosten jedoch Geld. Geld nimmt man durch Zuschauer, Fernsehen und Sponsoren ein. Diese ködert man durch spektakuläre Events - wie zum Beispiel Spiele der Ducks auf deutschem Boden.

"Die Zusammenarbeit kann bis zu Trainingslagern der Ducks in Köln und sogar Spielen in der Kölnarena gehen. Das ist für viele im Moment noch weit weg, für uns nicht. Wir halten das für realistisch", sagt Eichin.

In Anspielung auf die Ende September angesetzten NHL-Spiele zwischen den Ducks und den Los Angeles Kings in London fragt Eichin frech: "Warum in London, warum nicht in Köln? Wir haben mit Sicherheit die bessere Halle."

Eichin rechnet nicht mit Neid

So ein spektakulärer Coup macht selbstbewusst - und selbstbewusst ist Eichin ohne Frage. Jedoch nicht überheblich gegenüber der DEL-Konkurrenz, darauf legt der Haie-Geschäftsführer Wert.

Erwartet er Neid unter den anderen großen Klubs aus Mannheim, Düsseldorf oder Hamburg? "Das glaube ich nicht. Ich denke, es wird das Gegenteil eintreten. Mannheim und Co. sehen, was wir machen, und vielleicht ist das ein Mosaiksteinchen, das uns alle weiterbringt."

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